• Potsdam HEUTE, Montag, 22. März 2021: Präsenzpflicht an Schulen ausgesetzt, Polizei nach Corona-Demo in der Kritik, Kongsnæs fast fertig

Potsdam HEUTE, Montag, 22. März 2021 : Präsenzpflicht an Schulen ausgesetzt, Polizei nach Corona-Demo in der Kritik, Kongsnæs fast fertig

Die wichtigsten Termine, die interessantesten Themen und News. Alles, worüber Potsdam am Montag spricht, im PNN-Newsletter "Potsdam HEUTE".

Der PNN-Newsletter - heute von Jana Haase.
Der PNN-Newsletter - heute von Jana Haase.Grafik: TSP

Guten Morgen,

eigentlich hätte es heute die nächsten Lockerungen geben sollen - Außengastronomie, Theater und Kinos sowie kontaktfreier Sport innen standen als vierter Öffnungsschritt im komplexen Stufenplan, auf den sich Bund und Länder beim Corona-Gipfel am 4. März geeinigt hatten. Allerdings: Die Voraussetzung dafür waren stabile Inzidenzzahlen unter 50 oder 100 - und die gibt es momentan fast nirgends im Land. Die Zahlen steigen, und zwar rasant. Gleichzeitig gibt es bei Gegenmaßnahmen wie den versprochenen Tests für Schülerinnen und Schüler Probleme bei der Beschaffung, wie das Landesbildungsministerium am Freitag einräumen musste. Damals, also vor drei Tagen, hielt Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) den Präsenzunterricht nichtdestotrotz für unerlässlich. Am späten Sonntagnachmittag dann die Kehrtwende: Das Ministerium setzt die Präsenzpflicht bis zu den Osterferien aus (Ausnahme: Abschlussklassen). Eltern müssen also ab heute selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder nicht und sollen die Schulen entsprechend informieren. Ich prognostiziere maximales Chaos und wünsche den Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern in der PNN-Newsletter-Leserschaft starke Nerven.

Wie überstrapaziert die bei den Verantwortlichen an den Schulen ohnehin schon sind, verdeutlicht ein in verzweifelt-sarkastischem Ton verfasstes Schreiben einer Potsdamer Schulleitung an ihre Abiturienten, das vor einigen Tagen bei Twitter die Runde machte. Anlass war die kurzfristige Absage der Schnelltests in den Schulen in der vergangenen Woche: "Ihr werdet Euch jetzt vermutlich fragen, warum das so ist - wir wissen es nicht", schreibt das Schulleitungsteam. Und weiter: "Vielleicht dachte sich jemand im Ministerium, dass die Testung von Schülern in der Schule doch keine gute Idee sei. Vielleicht meinte auch jemand anderes, wir sollten die Schulen mit immer wieder spontanen 180-Grad-Drehungen auf Trab halten - das hält geistig frisch und sorgt für Frohsinn. Vielleicht hat ein Azubi während des ministerialen Zusammensitzens beim Ideenlotto ein neues Feld aufgerubbelt. [...] Wir werden es wohl nie erfahren und sind inzwischen auch an dem Punkt, wo es uns egal ist - weil wir es leid sind, querschießende Ideen ad hoc umsetzen zu müssen."

Und dann wäre da noch das Kreuz mit der Impfkampagne, die ab heute in der Verantwortung von Innenminister Michael Stübgen (CDU) liegt. Tausende Brandenburger müssen sich derzeit wegen des zwischenzeitigen Astrazeneca-Stopps selbst um neue Termine bemühen - wer sich durch das Hin und Her nicht hat abschrecken lassen, der ist nun einmal mehr frustriert, wie wir auch von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, gehört haben. Die Neubuchung per Internet sei der rationellste Weg gewesen, das Callcenter sei mit der Buchung für die Über-80-Jährigen ausgelastet, erklärt Peter Noack, der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, dazu im PNN-Interview: "Deswegen hat die Frage, wie die Menschen neue Termine bekommen, nichts mit Wertschätzung zu tun." Auch der nach dem Impfgipfel angekündigte Einstieg ins Impfen in den Hausarztpraxen ab April wird die Impfkampagne nicht erheblich beschleunigen - denn gestartet wird mit nur 20 Impfdosen pro Praxis. Noack: "Das ist viel zu wenig." Das ganze Gespräch lesen Sie hier.

Heute Nachmittag kommen die Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wieder zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten. Es geht um verschärfte Maßnahmen, die Verlängerung des Lockdowns bis 18. April und die Frage nach Reisen in den Osterferien.

Falls Ihnen angesichts der Corona-Misere nach etwas Ablenkung ist, dann probieren Sie es vielleicht mit einem Zungenbrecher. Den Cottbuser Postkutscher kennen Sie bestimmt. Das Potsdamer Pendant dazu war zumindest mir neu: Die Rede ist vom Potsdamer Postbus-Boss, der im Potsdamer Boxclub bosst. Buxt. Nein: boxt. Sie sehen schon, ich brauche noch ein bisschen Übung.

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Auch im heutigen Newsletter: 

  • Kritik an Polizeieinsatz bei Corona-Protesten in Potsdam
  • Historiker für Erhalt von Garnisonkirchen-Glockenspiel 
  • Restaurierung des Kongsnæs-Ensembles fast abgeschlossen
  • Tipps für Unternehmungen
  • ...und jede Menge mehr

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