• Potsdam HEUTE, Mittwoch, 27. Januar 2021: Vergessene Potsdam-Malerin Vally Wolffenstein, Café Kellermann gerettet, Gurkenwasser gegen Glatteis

Potsdam HEUTE, Mittwoch, 27. Januar 2021 : Vergessene Potsdam-Malerin Vally Wolffenstein, Café Kellermann gerettet, Gurkenwasser gegen Glatteis

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Der PNN-Newsletter - heute von Jana Haase.
Der PNN-Newsletter - heute von Jana Haase.Grafik: TSP

Guten Morgen,

kennen Sie Valerie Wolffenstein? Die Berliner Malerin, Jahrgang 1891, die mehrere Sommer in Potsdam verbrachte und hier auch ihre Motive fand, ist bislang in der Landeshauptstadt kaum jemandem ein Begriff. Als Jüdin war sie während des Nazi-Regimes zuerst Schikanen und Demütigungen ausgesetzt, verlor dann ihre Arbeit, musste zwei Jahre lang in Zwangsarbeit schuften. Der drohenden Deportation konnte sie gemeinsam mit ihrer Schwester nur entgehen, indem sie untertauchte. Beide überlebten den Holocaust, auch dank vieler Helfer, die sie ab 1943 versteckten. 

Valerie - genannt Vally - Wolffenstein hat später ein Buch über ihre Erinnerungen an die Kriegsjahre und die Zeit davor geschrieben. Über ihr Leben nach 1945, das sie in München verbrachte, weiß man kaum etwas. Ihre künstlerische Stimme ist, nach allem was bekannt ist, wohl verstummt. Sie sollte mehr als 100 Jahre alt werden und starb im Jahr 1993. Der Potsdamer Medienunternehmer Kai Diekmann ist durch einen Zufall auf ihr weitgehend vergessenes Schicksal gestoßen. 

Über einen Kunsthändler bekam er Potsdam-Ansichten von Vally Wolffenstein angeboten - und schlug zu. Als Vorsitzender des Freundeskreises Yad-Vashem in Deutschland erinnerte er sich, dass der Name Wolffenstein auch bei der Yad-Vashem-Ehrung von Gertrud und Elisabeth Schiemann als Gerechte unter den Völkern gefallen war - die komplizierte Biographie fügte sich schließlich wie ein Puzzle zusammen. Meine Kollegin Steffi Pyanoe hat über das bewegende Schicksal von Vally Wolffenstein hier geschrieben.

Niemals vergessen. Diese Maxime steht über dem heutigen 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung der Todeslager in Auschwitz 1945, an dem in Deutschland und weltweit an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird. An millionenfach vernichtetes Leben, zerstörte Schicksale, auseinandergerissene Familien, körperliche und seelische Wunden, entwurzelte Lebenswege. Wenn wir ehrlich sind, wissen wir: Unzählige Lebensgeschichten wie die der Vally Wolffenstein sind längst vergessen. Umso wichtiger, sie wieder zu Tage zu fördern und davon zu erzählen. Mehr dazu, wie in Potsdam unter den Vorzeichen der Pandemie in diesem Jahr am Holocaust-Gedenktag erinnert wird, später.

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