• Potsdam HEUTE, Freitag, 25. September 2020: Potsdamer CDU-Schlachteplatte, Blick auf den Mars und gräbt Tesla das märkische Wasser ab?

Potsdam HEUTE, Freitag, 25. September 2020 : Potsdamer CDU-Schlachteplatte, Blick auf den Mars und gräbt Tesla das märkische Wasser ab?

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PNN Newsletter - heute von Sabine Schicketanz. 
PNN Newsletter - heute von Sabine Schicketanz. Foto: Sebastian Gabsch PNN

Guten Morgen,

schon die Zähne geputzt? Und ein Butterbrot geschmiert? Das gängige Morgenprogramm können Sie heute mit einer doppelt feierlichen Note versehen. Schließlich ist der heutige Freitag offiziell "Tag der Zahngesundheit" - und auch "Tag des Deutschen Butterbrots". Stimmt wirklich! Was die Beißer gesund hält, lernen Kinder schon in der Kita. Kleiner Auszug: ungesüßte Getränke, Vollkornbrot sowie "kauintensive Obst- und Gemüsezwischenmahlzeiten". 

So ganz geht das allerdings noch nicht auf, fast jedes zehnte Kind in Brandenburg muss wegen "Kreidezähnen" behandelt werden. Mehr Schwarzbrot bei Mahlzeiten könnte da schon vorbeugen. Und weil gerade Einheits-Expo in Potsdam ist, machen wir doch eine kleine Butterbrot-Ländererkundung für Alt- und Neu-Potsdamer. Ich sage Stulle. Anderswo in Deutschland heißt es aber so: Bemme, Kniffte, Schnitte, Donge, Fieze, Bütterken und Butterschmier. Was wird wo gegessen? Das verrate ich später.

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Worüber spricht Potsdam heute?

Götz Friederich und Saskia Ludwig.
Götz Friederich und Saskia Ludwig.Foto: Sebastian Gabsch/promo

Die frische Potsdamer "Schlachteplatte" 
Man könnte auf die Idee kommen, die "Brandenburger Schlachteplatte" sei mindestens so alt wie die märkische CDU selbst - und ein Klassiker, der immer wieder zur Aufführung kommt. Aktuell bei den Potsdamer Christdemokraten, in den Hauptrollen Saskia Ludwig und Götz Friederich. Beide wollen im hiesigen Wahlkreis 61 ins Rennen um das Bundestagsdirektmandat gehen, doch anstelle eines sauberen politischen Wettbewerbs pflegt die Union in der Landeshauptstadt Intrigen und Machtspiele. Hochrangige Parteifunktionäre fürchten gar, der Ansehensverlust in Potsdam könne auch die Landespartei treffen, die in der Kenia-Regierung mit Innenminister Michael Stübgen und Fraktionschef Jan Redmann gerade wieder Format gewinnt. Offen reden will kaum einer, erzählt wird jedoch vieles. Morgen ist Showdown für Ludwig und Friederich im Babelsberger Filmpark-Vulkan - Henri Kramer hat recherchiert, womit zu rechnen ist.

Was muss ich für heute wissen?

Erörterungstermin zur Tesla-Gigafactory in der Stadthalle Erkner.
Erörterungstermin zur Tesla-Gigafactory in der Stadthalle Erkner.Foto: dpa

Das Corona-Update
22 neue Corona-Infektionen sind am Donnerstag in Brandenburg registriert worden, am Mittwoch waren es noch 16. Die Zahl der aktiv Erkrankten wird auf 190 geschätzt. Das sind drei weniger als am Vortag, aber 15 mehr als noch zu Beginn der Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 4,2 Fällen pro 100.000 Einwohner. Damit steht Brandenburg im Bundesvergleich gut da. Doch der Wert hat sich seit Beginn der Woche erhöht, noch am Montag lag die Inzidenz bei 3,5. Vier Corona-Patienten werden derzeit stationär behandelt, davon einer intensivmedizinisch. 

Nach dem ersten Corona-Fall in der Potsdamer Stadtpolitik hat es bislang keine weiteren Neuinfektionen gegeben. Unterdessen befinden sich zwei Grundschüler der Babelsberger Bruno H. Bürgel-Schule als Kontaktpersonen Ersten Grades in Quarantäne. Potsdam hat am Donnerstag drei neue Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Die Zahl der Kontaktpersonen, die sich in der Stadt in Quarantäne befinden, stieg auf 128.

Über die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in Potsdam und Brandenburg informieren wir Sie in unserem Newsblog.

Legt Tesla die Region trocken?
Auf Krawall folgte Sachlichkeit: Am Tag 2 der Tesla-Anhörung in der Stadthalle Erkner ging es am Donnerstag gesittet zu. Thema war der Wasserverbrauch der Tesla Gigafactory in Grünheide, der Umwelt- und Naturschützer tief besorgt. Zwar hat der Wasserverband Strausberg-Erkner vor wenigen Tagen Tatsachen geschaffen und einen Vertrag mit dem US-Konzern geschlossen. 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr sollen sicher geliefert werden können. Zweifel allerdings bleiben. Fazit von PNN-Redakteur Thorsten Metzner nach dem zweiten Zehn-Stunden-Anhörungstag, auf den heute und Montag zwei weitere folgen werden: Probleme wurden ernsthaft erörtert, so unter anderem, dass möglicherweise schädliches Salzwasser ins Grundwasser vordringt. Seinen ausführlichen Bericht lesen Sie hier.

Brisanter Vorgang am BER
Mir haben sie nicht gefehlt, die schlechten Nachrichten vom BER. Jetzt gibt es mal wieder eine: Bei der Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Korruptionsfälle in Neuruppin wird eine Strafanzeige unter die Lupe genommen, die frühere Geschäftsführer der Flughafengesellschaft (FBB) und zwei Aufsichtsräte betrifft. Worum geht es? Zwei Mitglieder des Betriebsrates der FBB, die auch Aufsichtsräte sind, haben höhere Gehälter bekommen, bewilligt von der Geschäftsführung, die sie kontrollieren. Geprüft wurde das im Unternehmen nach einem Hinweis schon Anfang des Jahres, jetzt fordert die FBB die Zuschläge zurück. Ertappt? Alle Details lesen Sie hier.

Spuren eines Sommers
Mir fehlt er ja jetzt schon, der Sommer. Doch das geht sicher nicht allen so in Potsdam. Vor allem in Wassernähe wird sich Erleichterung bei Anwohnern breit machen, und auch die Natur kann sich erholen. Denn die Kombination aus Corona und Hitze hat für Rekord-Andrang an Badestellen und auf den Seen gesorgt. Spätestens jetzt ist die Saison zu Ende, Zeit für eine Bilanz. Meine Kollegen Florian Kistler und Erik Wenk haben sich bei Bürgern, Behörden und Rettungskräften umgehört. Das Ergebnis lesen Sie hier.

Was soll ich heute lesen?

Blick auf den Mars.
Blick auf den Mars.Foto: Isro / Handout / dpa

Am Himmel spazierensehen 
Dunkle Tiefebenen und weiße Polkappen, spontane Wolkenbildungen und gewaltige Staubstürme - all das lässt sich sehen und beobachten, wenn man mit einem kleinen Fernrohr den Mars ins Visier nimmt. Ja, Sie haben richtig gelesen: Derzeit reicht schon eine eher laienhafte Ausstattung, um den roten Planeten zu erkunden. Der Mars ist der Erde derzeit nämlich ganz besonders nah - und erst in 13 Jahren wird er wieder ähnlich dicht an uns heranrücken. Alles, was Sie für die Beobachtung wissen müssen, lesen Sie hier im PNN-Gastbeitrag von Simon Plate, dem Leiter des Potsdamer Urania-Planetariums.

Welche Termine sind heute wichtig?

Fridays for Future-Demo in Potsdam im Juli 2020.
Fridays for Future-Demo in Potsdam im Juli 2020.Foto: Andreas Klaer

Fridays for Future: Erst zum zweiten Mal seit dem Corona-Lockdown im Frühjahr wird heute in Potsdam wieder auf der Straße für besseren Klima- und Umweltschutz demonstriert. Die Protestbewegung Fridays for Future hat zu einem "globalen Aktionstag" aufgerufen, an dem sich die Potsdamer beteiligen. Start zweier "coronakonformer" Demonstrationszüge - mit Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz - ist um 14 Uhr auf dem Babelsberger Weberplatz und auf dem Steubenplatz vor dem Landtag. Um 16 Uhr soll dort eine Diskussion mit Landtagsabgeordneten stattfinden, Themen sind die Energiewende und Brandenburgs Klimapolitik. Fridays for Future wirft der Landesregierung vor, zahlreiche Maßnahmen nicht schnell genug umzusetzen. Doch auch Potsdam steht in der Kritik: Die Stadt scheitere mit dem Masterplan für mehr Klimaschutz, heißt es - und das, obwohl das Stadtparlament vor einem Jahr den Klimanotstand ausgerufen hat. Protestiert wird übrigens auch um 9 Uhr in Kleinmachnow auf dem Rathausmarkt und um 11.59 Uhr vor dem Teltower Rathaus.

Parlament tagt: Die Brandenburger Landtagsabgeordneten kommen heute zu ihrem dritten Sitzungstag zusammen. Im Potsdamer Landtag geht es um die Verlängerung des Corona-Notlage-Gesetzes. Es soll sicherstellen, dass die Kommunalparlamente im Notfall auch in Homeoffice-Sitzungen Beschlüsse fassen können. Außerdem will die Linke durchsetzen, dass der Mindestlohn bei der Vergabe öffentlicher Aufträge schnell von 10,68 Euro auf 13 Euro pro Stunde erhöht wird.

Musik im Palais: Vor bald fünf Jahren gab die Kammerakademie Potsdam ihr erstes Konzert an einem sehr besonderen Ort: im Palais Lichtenau. Seitdem wird dort regelmäßig musiziert, und nun gibt es auch Konzerte nach Coronaregeln in dem denkmalgeschützten Bau an der Straße Am Neuen Garten. Heute Abend spielt dort beim "Musikalischen Salon", den die Musikerinnen und Musiker immer selbst gestalten, Flötistin Bettina Lange - sie hat eigens nur Werke ausgesucht, die die Komponisten einer speziellen Person gewidmet haben. Beginn im Festsaal des Palais ist um 19 Uhr - ob es an diesem Morgen noch Karten gibt, erfahren Sie telefonisch hier.

Was könnte ich heute unternehmen?

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Theaterstück "Der Pelikan".
Das Bild zeigt eine Szene aus dem Theaterstück "Der Pelikan".Foto: Promo

Rapper, Silbermond und Filmorchester
Hoffentlich ist Nomen nicht gleich Omen und es liegt kein Fluch – Englisch: curse - über dem Konzert mit dem in Berlin lebenden Rapper Michael „Curse“ Kurth. Der Musikkünstler tritt zusammen mit dem Babelsberger Filmorchester auf, mit dabei außerdem der Rapper Tua aus Reutlingen sowie Stefanie Kloß von Silbermond. Die Arrangements für das illustre Kollektiv stammen von Miki Kekenj, Konzertmeister der Bergischen Symphoniker. Die Zuschauer erleben „Symphonic Grooves“ aus 20 Jahren Hip-Hop-Poesie.
In der MBS-Arena, Olympischer Weg 2, ab 20 Uhr, die Karten kosten 10 bis 35 Euro.

Mutter, Vater, Kind 
Der Vogel Pelikan gilt als Symbol für aufopferungsvolle Mutterliebe. In August Strindbergs Drama „Der Pelikan“ gerät der Familienfrieden erheblich ins Wanken. Die Kinder klagen ihre Mutter an, den mütterlichen Pflichten nicht nachgekommen zu sein. Der Vater spricht aus dem Grab. Der Sohn wittert eine Verschwörung. Ungeheuerliches kommt an den Tag. Die Potsdamerinnen Kirsten König, Gudrun Libnau, Barbara Schaffernicht und Monika Seebohm spielen das Stück um Mutterliebe und Kindesdank, in dem Gut und Böse, Wahrheit und Lüge durcheinander geraten. 
Im Kunsthaus Sans Titre, Französische Straße 18, heute und morgen um 19.30 Uhr, am Sonntag um 17.30 Uhr und am 2. und 3. Oktober um 19.30 Uhr. Anfragen und Reservierungen telefonisch oder per E-Mail.

Die Empfehlungen hat heute Steffi Pyanoe für Sie zusammengestellt.

Was kann ich heute Gutes tun?

Das Bild zeigt Schauspielerin Petra Schmidt-Schaller.
Das Bild zeigt Schauspielerin Petra Schmidt-Schaller.Foto: picture alliance/dpa

Einfach zuhören
Die 22-jährige Syrerin Yusra Mardini ist die jüngste Botschafterin des UNHCR, des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen. Vor fünf Jahren floh die Wettkampfschwimmerin mit ihrer Schwester Sarah wegen des Kriegs aus ihrer Heimatstadt Darayya - und rettete 20 Menschen das Leben, als der Motor des kleinen Boots, das sie von der Türkei nach Griechenland bringen sollte, aussetzte. Yusra, Sarah und zwei andere Passagiere gingen ins Wasser und brachten das Boot und seine Insassen nach dreieinhalb Stunden schwimmen im offenen Meer sicher an Land. 

Über ihre Flucht hat Yusra Mardini ein Buch geschrieben - "Butterfly" heißt es, wie der Schwimmstil. Heute Abend um 19 Uhr liest Schauspielerin Petra Schmidt-Schaller - bekannt als Kommissarin Katharina Lorenz aus dem Hamburg-"Tatort" - in der Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek aus Yusra Mardinis Buch. Der Eintritt ist frei, alle Spenden gehen an das Kinderhilfswerk Unicef. Wer zuhören will, muss sich anmelden: online oder per Anruf.

Wetter und Verkehr

Wetter
Blumengießen kann heute ausfallen: Dieser Freitag wartet mit dichten Wolken und kräftigen Regengüssen auf, vereinzelt auch mit Gewittern, und das Ganze bei maximal 17 Grad. Im Tagesverlauf lässt der Regen immerhin nach, doch nun ist der Herbst wohl endgültig da.

Verkehr
Es wird mal wieder eng(er) rund um die Nuthestraße: Bereits seit gestern und bis Ende Oktober ist die Friedrich-Engels-Straße nur noch einspurig zu befahren. Grund sind die Arbeiten an der Hochstraßenbrücke, die sich über Friedrich-List-Straße, Johannsenstraße, die Bahngleise sowie die Friedrich-Engels-Straße erstreckt. Immerhin gibt es auch gute Verkehrsmeldungen: In Babelsberg endet heute die halbseitige Sperrung der Schulstraße, und auch die Zeppelinstraße ist zwischen Nansenstraße und Schillerplatz nicht mehr eingeengt. 

Wer nachts mit der S-Bahn von Potsdam nach Berlin oder andersherum fahren möchte, muss beachten, dass die Züge der S 7 zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Westkreuz ab heute, 22 Uhr, bis Montag nur im 20-Minuten-Takt fahren. Zudem muss in Westkreuz umgestiegen werden. Ein wenig Erleichterung schafft da, dass zwischen Potsdam und Wannsee Verstärkerzüge der S 1 im Einsatz sind.

Person des Tages

Florentine Schmidtmann

Florentine Schmidtmann setzte sich auch mit Potsdam Vergangenheit auseinander.
Florentine Schmidtmann setzte sich auch mit Potsdam Vergangenheit auseinander.Foto: promo/ZZF


Sie ist Expertin für die deutsch-deutsche Teilung: Florentine Schmidtmann, Assoziierte Doktorandin am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam. Bereits seit März vergangenen Jahres arbeitet sie als Kuratorin der SonderausstellungMensch Brandenburg! 30 Jahre, 30 Orte, 30 Geschichten“, die heute im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte vorgestellt wird und ab Sonntag geöffnet ist. 

Doch Schmidtmann hat sich auch mit der Potsdamer Vergangenheit auseinandergesetzt. Im umfangreichen Projekt "Achtung Grenze" dokumentierte sie das "Sperrgebiet der DDR in Potsdam 1961 bis 1989" - ganz unbedingt einen Blick wert, digital hier und analog am ehemaligen Grenzverlauf in der Stadt. Auf die Sonderschau darf man also gespannt sein - meine Kollegin Lena Schneider wird heute berichten.

Was jetzt noch fehlt? Klar, die Auflösung der Butterbrot-Rallye: Bemme = Sachsen, Kniffte = Ruhrgebiet, Schnitte = Norddeutschland, Stulle = Brandenburg und Berlin, Donge = Siegerland und Wittgensteiner Raum, Fieze = Erzgebirge, Bütterken = Niederrhein und Sauerland, Butterschmier = Saarland. Zusammengetragen haben die Butterbrot-Kunde übrigens die Bundesministerien für Ernährung, Landwirtschaft und Gesundheit. Und damit Ihnen nicht nur die Frühstücksstulle schmeckt, hätte ich da zum Schluss noch ein Schmankerl für Sie: eine Stellenausschreibung de luxe. Im Fünf-Sterne-Ressort auf der Malediven-Insel Soneva Fushi im Baa Atoll wird ein Buchverkäufer gesucht. Von Mitte Oktober bis April darf sie oder er barfuß Bücher an die Insel-Gäste verkaufen. Sie wollen "Barefoot Bookseller" werden? Hier gehts zur Bewerbung. Aber vor der Abreise sagen Sie uns Bescheid! Morgen Früh erwartet Sie hier mein Kollege Peer Straube - einen flotten Freitag wünscht

Ihre Sabine Schicketanz
PNN-Chefredakteurin

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