• Potsdam HEUTE, Dienstag, 14. Juli 2020: Es wummst wieder, ein Herz für Tiere und schlechte Nachricht für Maskenmuffel

Potsdam HEUTE, Dienstag, 14. Juli 2020 : Es wummst wieder, ein Herz für Tiere und schlechte Nachricht für Maskenmuffel

Lesen Sie jetzt den neuen PNN-Newsletter "Potsdam HEUTE" mit allen wichtigen Terminen und Informationen für den heutigen Dienstag.

PNN-Newsletter - heute von Peer Straube.
PNN-Newsletter - heute von Peer Straube.Foto: Andreas Klaer

Guten Morgen,

Sie wissen, welcher Tag heute ist, oder? Genau, der 14. Juli. Falls es jetzt immer noch nicht klingelt: Heute ist der französische Nationalfeiertag. Warum ich Ihnen das erzähle? Nun, ganz einfach: Weil wir Deutschen uns beim Feiern der eigenen Nation doch immer noch etwas schwer tun. Oder haben Sie am 3. Oktober schon mal Party machende Landsleute auf der Straße gesehen - und ich meine nicht Neonazis -, die sich einfach nur freuen und vielleicht mit einem Sektchen anstoßen? Ja, ja, ich weiß: Der Tag der Deutschen Einheit war seinerzeit ein staatlich festgesetztes Datum (was wiederum schön typisch deutsch ist), und verordnete Fröhlichkeit wollen die meisten verständlicherweise nicht. Außerdem sollten wir als Nation wegen unserer braunen Geschichte ohnehin nicht allzu laut sein beim Feiern. Alles richtig, keine Frage. Aber schauen Sie mal heute nach Frankreich. Da kann man schon ein bisschen neidisch werden. Daher feiern Sie doch am besten gleich mit. Wie Sie das in Potsdam bewerkstelligen, dazu weiter unten mehr in den Tipps von Steffi Pyanoe. Und noch besser kann man sich amüsieren, wenn wir Deutschen die Bösen sind. So wie im Klassiker "Casablanca" von 1943. Lohnt sich auch beim 45. Mal Gucken noch. Wenn Sie keine Zeit für den ganzen Film oder ihn nicht zu Hause haben, reicht auch diese Szene hier, in der die Nazis in Rick's Café "Die Wacht am Rhein" anstimmen und von den Flüchtlingen mit der "Marseillaise" niedergesungen werden. Gänsehaut pur und ganz großes Kino! Singen Sie mit und stoßen Sie an! Santé!

Worüber spricht Potsdam heute?

Der nächste Wumms 
Die gestern hier gestellte Gretchenfrage ist beantwortet, das Rätselraten hat ein Ende: Morgen wird es abermals Wumms in Potsdam machen. Zweieinhalb Wochen nach der Sprengung der letzten Weltkriegsbombe nahe der Freundschaftsinsel lässt es Sprengmeister Mike Schwitzke am Mittwoch wieder krachen, diesmal im Aradosee in der Teltower Vorstadt. Zu verrostet ist die Bombe, um sie zu entschärfen, zu allem Unglück liegt auch noch ein Baum darauf. Immerhin muss diesmal nicht die Innenstadt abgeriegelt werden, auch der Hauptbahnhof liegt nicht im Sperrkreis. Trotzdem müssen 7500 Menschen in Babelsberg, im Zentrum Ost und in der Teltower Vorstadt ihre Häuser verlassen. Viel unmittelbarer bedroht ist allerdings die reichhaltige Tierwelt, die sich im und um den Aradosee findet - von Gelb- und Rotwangenschildkröten bis hin zu Amphibien, Fischen und Wasservögeln. Hier können Sie lesen, was zum Schutz der Tiere vor der Detonation getan wird. Und hier finden Sie alles, was Sie sonst zur morgigen Bombensprengung wissen müssen. 

Was muss ich für heute wissen?

Das Corona-Update
In Brandenburg sind die bestätigten Corona-Infektionen unter dem Strich nicht weiter gestiegen. Ein neuer Fall sei zwar von Sonntag auf Montag im Kreis Dahme-Spreewald hinzugekommen, im Kreis Märkisch-Oderland sei aber einer als Korrektur abgezogen worden, berichtete das Gesundheitsministerium am Montag. Damit haben sich seit Anfang März 3482 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, als akut erkrankt gelten aber derzeit nur 83 Menschen. 

Potsdam und der Landkreis Potsdam-Mittelmark meldeten am Montag keine neuen Corona-Fälle. In Potsdam stagniert die Zahl der Infizierten seit dem Beginn der Pandemie bei 653, in der Mittelmark sind es 99 weniger. 13 Potsdamer und zehn Mittelmärker befinden sich derzeit noch in häuslicher Quarantäne. 

Über die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in Potsdam und Brandenburg informieren wir Sie in unserem Newsblog.

Serienvergewaltiger identifiziert
Das Netz um den Serienvergewaltiger zieht sich immer enger zusammen. Den Ermittlungsbehörden ist es jetzt gelungen, die Identität des mutmaßlichen Täters festzustellen, dem vorgeworfen wird, mindestens sieben Frauen in Kleinmachnow, Berlin und Bernau vergewaltigt oder dies versucht zu haben. Seit letzter Woche hatte die Polizei mit dem Video einer Überwachungskamera an einer S-Bahn-Station nach dem 30-Jährigen gesucht und war bislang mehr als 300 Hinweisen nachgegangen. Hier lesen Sie die Einzelheiten

Neues im Maskenmuffel-Streit
Seit Wochen beschäftigt er die Potsdamer, der Streit um ein mögliches Bußgeld für Maskenverweigerer. Berlin erhebt es, Brandenburg nicht. Dafür könnten Maskenmuffel aus Bussen und Bahnen auf märkischem Territorium jedoch hinausgeworfen werden, wie unlängst der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) gegenüber den PNN erklärt hatte. Potsdams Verkehrsbetrieb ViP teilt diese Auffassung nicht und will bei Maskenverweigern weiterhin Milde walten lassen. Nun schaltet sich Brandenburgs Verkehrsministerium in den Zwist ein. Und es steht nicht auf der Seite des ViP. Die Gründe erfahren Sie hier

Müssen Maskenmuffel in Potsdam bald zu Fuß gehen?
Müssen Maskenmuffel in Potsdam bald zu Fuß gehen?Foto: Ottmar Winter

Ermittlungen zum BER
Seit Jahren spotten Deutschland und die Welt über den Pannen-Flughafen BER. Nach endlosen Mängellisten, immer wieder verschobenen Eröffnungsterminen und zuletzt einem bestellten und vor der Ernennung wieder geschassten Technik-Chef kommt nun auch noch die Justiz ins Spiel. Die Cottbuser Staatsanwaltschaft prüft jetzt auf eine Anzeige hin, ob bei der Finanzierung des Milliarden-Projekts alles korrekt abgelaufen ist. Worum es dabei genau geht und warum die Flughafengesellschaft FBB schon wieder eine neue Milliardenspritze benötigt, hat Thorsten Metzner hier aufgeschrieben

Wachstum im Schneckentempo
Überall hat die Coronakrise in Potsdam für Rückgänge gesorgt - bei den Besucherzahlen, den Umsätzen im Handel, der Wirtschaft allgemein. Nur das Bevölkerungswachstum konnte auch das gefährliche Virus nicht stoppen, wie aus dem aktuellen Quartalsbericht des Statistikamtes hervorgeht. Etwas mehr als 181.000 Menschen lebten zum Stichtag 30. Juni in der Landeshauptstadt. Allerdings hat sich das einst rasante Bevölkerungswachstum insgesamt doch deutlich verlangsamt. Marco Zschieck hat hier alle neuen Zahlen für Sie ausgewertet.

Was soll ich heute lesen?

Besuch bei der Tierrettung 

Etwa 150 Tiere verwahrt und vermittelt die Tierrettung in Geltow zur Zeit. 
Etwa 150 Tiere verwahrt und vermittelt die Tierrettung in Geltow zur Zeit. Foto: Andreas Klaer

Von Schildkröten haben Sie heute ja schon einiges gelesen. Es gibt sie aber nicht nur im Aradosee, auch der Verein Potsdamer Tierrettung in Geltow hat welche bei sich aufgenommen. Dazu kommen Katzen, Hunde, Vögel, selbst Pferde und Schweine sind auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück der Tieraztpraxis von Gordon Ebeling zu Hause. Die ehrenamtlichen Tierretter rücken aus, wenn ein Vogel aus dem Nest gefallen, ein Zuchtbulle ausgebüxt ist oder Tiere von ihren Haltern zurückgelassen wurden. Nicht immer ist das ein Job, der Spaß macht, denn die Tierquälerei mancher Menschen treibt den Rettern oft auch die Tränen in die Augen. Carsten Holm hat die Ehrenamtler in Geltow besucht. Hier geht's zu seiner ebenso herzallerliebsten wie herzzerreißenden Geschichte.

Welche Termine sind heute wichtig?

Im März wurde der Stadtgarten in der Schopenhauerstraße angelegt.
Im März wurde der Stadtgarten in der Schopenhauerstraße angelegt.Foto: Andreas Klaer
  • "Essbare Stadt": 300 Quadratmeter sind es, zentral gelegen - und jeder Potsdamer kann dort selbst Gemüse anpflanzen und ernten, alles in Bioqualität. Anfang März, kurz vor dem Corona-Lockdown, ist das Projekt "Essbare Stadt" auf der städtischen Grünfläche gegenüber vom Obelisk in der Schopenhauerstraße gestartet worden. Heute um 9 Uhr verschafft sich Umweltdezernent Bernd Rubelt (parteilos) vor Ort einen Eindruck von Potsdams Stadtgarten. 
  • Neues von der Wohnungswirtschaft: Wie ist es um Potsdams und Brandenburgs soziale Wohnungswirtschaft bestellt? Wie haben sich Mieten und Wohnkosten entwickelt? Wo wird abgerissen, wo neu gebaut und investiert? Antworten auf all diese Fragen will heute um 10 Uhr Maren Kern geben, die Chefin des Verbandes der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU). Die Jahrespressekonferenz des Dachverbandes der hiesigen Wohnungswirtschaft findet im Hauptquartier der kommunalen Bauholding Pro Potsdam in der Pappelallee 4 statt. 
  • Nochmal der BER: Von den unliebsamen juristischen Entwicklungen beim Großflughafen BER haben Sie ja schon gelesen, daher mal sehen, ob der Chef der Flughafengesellschaft FBB, Engelbert Lütke Daldrup, heute um 14.30 Uhr bei einem Vor-Ort-Termin noch über etwas anderes sprechen kann. Eigentlich will er dort nämlich nur über neue Baumaßnahmen auf dem BER-Vorfeld und neue Overnight-Stellplätze vor Terminal T1 reden.
  • Debatte über Krampnitz: In Potsdams Norden wächst bekanntlich die Sorge vor einem Verkehrskollaps auf der B2, wenn das frühere Kasernengelände in Krampnitz zu einem neuen Stadtteil mit bis zu 10.000 Bewohnern entwickelt wird. Heute um 19 Uhr beschäftigt sich der Ortsbeirat Neu Fahrland in einer Sondersitzung mit den drohenden Verkehrsproblemen. In der öffentlichen Sitzung, die im Bürgerhaus, Am Kirchberg 51, stattfindet, können Anwohner und andere Interessierte Fragen stellen und auch selbst Vorschläge machen. Teilnehmer werden gebeten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Um die Abstandsregeln einhalten zu können, wird die Veranstaltung gegebenenfalls ins Freie verlagert.

Was könnte ich heute unternehmen?

Empfehlungen heute von Steffi Pyanoe.

Feiertag mit Kanone
Wie Sie eingangs schon erfahren haben, begehen die Franzosen heute ihren Nationalfeiertag - mit dem Sturm auf die Bastille begann am 14. Juli 1789 die Französische Revolution. Dabei wurden zwar keine bedeutenden Gefangenen befreit, aber die verhasste Festung sicherheitshalber gleich abgerissen. Wenn Sie mitfeiern wollen: lieber nichts abreißen in Potsdam, besser irgendwo einkehren. Zum Beispiel in der Brasserie zu Gutenberg, Jägerstraße 10, im Maison Charlotte, Mittelstraße 20, oder im Pauline im Nauener Tor, zu Flammkuchen, Crêpes, Croques und Coq au Vin. Oder man kauft im Babelsberger Chez Martin das, was bei den Franzosen, wenn nicht als Hauptnahrungsmittel, so doch mindestens als unabdingbar gilt: guter Käse und den Wein dazu. Der Inhaber importiert fast alles direkt aus Frankreich. 

Groß ist die Auswahl französischer Käse im "Chez Martin", Garnstraße 22, geöffnet von 10.30 bis 18.30 Uhr.
Groß ist die Auswahl französischer Käse im "Chez Martin", Garnstraße 22, geöffnet von 10.30 bis 18.30 Uhr.Foto: Andreas Klaer

Die Empfehlung zum Feiertag ist "Le Canon du Maréchal", auf Deutsch "Die Kanone des Marschalls" - ein Wein von den Weinbergen, die dem im Ersten Weltkrieg gegen die Deutschen sehr erfolgreichen General Joseph Joffre gehörten. Wer sich damit anfreunden kann, der darf heute gerne kosten und die Kanone - im Übrigen ein Weißwein, der ganz hervorragend zu Käse passen soll - zum Rabatt von 1,40 (weil 14. Juli) erwerben.
Mit Kunst - ohne Sorgen
Viel französischer Einfluss findet sich natürlich in Schloss und Park Sanssouci. Und falls Sie es nicht zu Monet ins Barberini geschafft haben: Die prächtige Bildergalerie von Friedrich II. gleich neben Schloss Sanssouci ist auch noch da. Der König sammelte zwar eher flämische und holländische Barockmaler, aber dazwischen sind Skulpturen französischer Künstler ausgestellt.
Bildergalerie, Im Park Sanssouci 4. Geöffnet ist von 10 bis 17.30 Uhr, Tickets für 6 Euro gibt es wegen Corona ausschließlich vor Ort an der Kasse.

Was kann ich heute Gutes tun?

Spenden fürs Tierheim

Auf dem Tierheim-Gelände müssen noch viele Altbauten saniert werden.
Auf dem Tierheim-Gelände müssen noch viele Altbauten saniert werden.Foto: Henri Kramer

Und noch mal geht es um Tiere. Denn nicht nur die Tierrettung beschäftigt sich mit dem Wohl Not leidender Vierbeiner (ja, ja, Vögel haben nur zwei Beine, aber ich habe kein besseres Synonym gefunden), sondern auch der Tierschutzverein (TSV), der Potsdam wieder ein Tierheim geben möchte. An der Michendorfer Chaussee ist dieses Ansinnen so langsam im Werden begriffen. Die letzte frohe Botschaft gab es im April, als die Stadt bereits vor Jahren gesammelte 130.000 Euro an Spenden an den TSV freigab. Doch viele der alten Gebäude auf dem früheren Sago-Gelände müssen noch saniert werden, sodass permanent Geld gebraucht werde, wie TSV-Schatzmeisterin Antje Schwarze mir erzählt hat. So fehlen beispielsweise noch Mittel in erheblicher Höhe für die Dach- und Fassadensanierung des zweiten Tierheim-Gebäudes. Wenn Sie dem TSV bei seinem Marathon zu einem würdigen Tierheim für die Landeshauptstadt finanziell helfen möchten: Hier geht's direkt zum Spendenkonto.

Wetter & Verkehr

Wetter
Heute wird es tagsüber richtig schön: Die Sonne scheint, es gibt zwar auch einige Wolken, aber mit 25 Grad wird es fast schon sommerlich warm. Wer abends noch unterwegs ist, sollte sicherheitshalber den Regenschirm einpacken. In der Nacht fallen die Temperaturen bis auf 14 Grad.

Verkehr
Heute dürfen Sie mal durchschnaufen. Keine neue Sperrung, keine neue Umleitung, keine neue Baustelle. Nur Altbekanntes. Aber damit Sie sich nicht zu früh und vor allem nicht zu lange freuen: Morgen ist ja bekanntlich Bomben-Tag und übermorgen, so viel sei hier schon verraten, heißt das böse Zauberwort: Pappelallee. Mehr dazu dann, wenn es so weit ist. Bis dahin gute Fahrt!

Person des Tages

Winfried Sträter

Winfried Sträter.
Winfried Sträter.Foto: Sebastian Gabsch

Im Potsdamer Norden ist er eine gewichtige Stimme - und eine der Vernunft. Er kämpft mit seinem Groß Glienicker Forum für einen freien Uferweg am Groß Glienicker See, setzt dabei aber auf Kommunikation, nicht auf Konfrontation. Nicht umsonst wurde Winfried Sträter nach der letzten Kommunalwahl fast einmütig als Ortsvorsteher von Groß Glienicke wiedergewählt. Jetzt hat der 63-Jährige großes Glück gehabt. Bei einer Operation am Herzen Anfang Juli kam es zu Komplikationen, fast hätte Sträter den Eingriff nicht überlebt, wie er den PNN im Interview freimütig erzählte. Doch der hauptberufliche Journalist blickt schon wieder in die Zukunft: Für den Deutschlandfunk Kultur will er eine Sendung über "die hohe Kunst der Herzchirurgie" produzieren - und seine eigenen Erfahrungen einbringen. 

Das war's mal wieder für heute, ich verabschiede mich von Ihnen und bis morgen! 

Ihr Peer Straube
PNN-Redakteur

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