• Potsdam HEUTE, Dienstag, 13. April 2021: Revival der Telefonzelle

Potsdam HEUTE, Dienstag, 13. April 2021 : Revival der Telefonzelle

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Der PNN-Newsletter - heute von Marion Kaufmann.
Der PNN-Newsletter - heute von Marion Kaufmann.Grafik: TSP

Guten Morgen,

heute beginnen wir mit fröhlichem Geräuscheraten und etwas Onomatopoesie. Klonk-klonk-klonk. Na, klingelt's? Ich habe das einst vertraute Geräusch vor wenigen Tagen zum ersten Mal nach einer Ewigkeit wieder gehört. Keine Ahnung, wie oft ich schon an dieser Stelle in Babelsberg vorbeigelaufen bin, fast täglich, da kommt was zusammen. Aber wahrgenommen habe ich sie nie: die Telefonzelle in der Karl-Liebknecht-Straße, etwa Höhe Lottoladen. 

Als ich jetzt wieder unachtsam fast daran vorbeigelaufen wäre (zum Lottoladen, nüscht gewonnen, schreibe weiter): ein Mann! Er telefonierte, ohne Handy, mitten auf dem Bürgersteig! Und dann das Geräusch - klonk-klonk-klonk - als die Münzen durch den Apparat fielen. Herrlich! Wie früher! 

Allerdings hat diese freistehende Säule den Namen Zelle gar nicht verdient. Und noch etwas ist anders: Die dicken Telefonbücher, an eine Plastikschiene montiert, die man zum Blättern hochklappen konnte, gibt es nicht mehr. Wie, frage ich mich, telefoniert man dann von so einem öffentlichen Apparat aus, wenn man kein Handy dabei hat, in dem die ganzen Nummern gespeichert sind? Oder kennen Sie noch viele Telefonnummern auswendig? Ich komme, abgesehen vom Notruf, nur auf eine. Die vom Festnetzanschluss meiner Eltern, seit meiner Kindheit unverändert. 

Jedenfalls habe ich gestern keine Mühe gescheut und, angeregt durch dieses Déjà-vu, bei der Telekom recherchiert. Nicht fernmündlich, sondern neumodisch per Mail-Anfrage. Vielleicht hätte ich besser von unserer Babelsberger Telefonzelle aus anrufen sollen, wegen der Authentizität. Preis in der ersten Minute ins deutsche Festnetz 50 Cent, danach je angefangener 60 Sekunden zehn Cent, habe ich erfragt. Die Frage, wie viele Telefonzellen es in Potsdam noch gibt, konnte der Telekom-Sprecher aber nicht beantworten. "Die von Ihnen gewünschten Daten für Aue kann ich Ihnen nicht liefern. Solche Daten halten wir nicht vor", schrieb er. Sie lesen richtig: Er schrieb Aue. Potsdam oder Aue, Hauptsache Zone! In der Telekomzentrale in Berlin sieht man das eben nicht so eng. Das ist fast wie Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien! Dazu kommen wir ganz zum Schluss nochmal, also dranbleiben, bitte.

Im Internet habe ich dann eine Übersicht über die Potsdamer Fernsprecher (sagt man das noch?) gefunden, aber ich fürchte, die ist veraltet. Bundesweit, informierte mich der Sprecher, gebe es noch gut 13.000 Telefonzellen der Telekom. Und den Brandenburger Telefonzellen-Friedhof in Michendorf gibt es auch noch. Dort ruhen die ausrangierten, gelben Kästen in Frieden. Aber wie viele es sind, durfte mir der Sprecher nicht verraten. Telefongeheimnis. Wer möchte, kann sich so eine alte Telefonzelle kaufen. Als Gartenhäuschen für die Freiluft-Quarantäne oder was auch immer Ihnen da so in den Sinn kommt. Informationen über Preise und Konditionen gibt die Telekom gerne. Aber! nicht! anrufen! Bitte schriftlich per Mail an [email protected].

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