• Potsdam: Gedenken an Max Dortu: Rathaus erstmals als Mitveranstalter beteiligt

Potsdam : Gedenken an Max Dortu: Rathaus erstmals als Mitveranstalter beteiligt

In diesem Jahr beteiligt sich das Rathaus erstmals als Mitveranstalter an einer Gedenkstunde anlässlich des 167. Todestages von Dortu.

Die Grundschule Max Dortu in Potsdam.
Die Grundschule Max Dortu in Potsdam.Foto: A. Klaer

Um das Andenken an den Potsdamer Freiheitskämpfer und 1848er-Revolutionär Max Dortu wird in Potsdam immer wieder gestritten – in diesem Jahr beteiligt sich das Rathaus erstmals als Mitveranstalter an einer Gedenkstunde anlässlich des 167. Todestages von Dortu am 31. Juli. Dann soll um 14 Uhr im Rokokosaal in der Dortuschule, Max-Dortu-Straße 28/29, mit einem Film und einem Gespräch an ihn erinnert werden, wie die Stadt mitteilte. Das Gedenken wird gemeinsam vom Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen in der Stadt Potsdam e.V. und von der Landeshauptstadt veranstaltet.

Gezeigt wird der Film „Max Dortu oder Nur die Toten kehren nicht zurück“ – als DDR-Fernsehproduktion aus dem Jahr 1976 selbst schon ein Zeitdokument. In dem 75 Minuten langen Film werden die letzten Lebensstunden des Revolutionärs rekonstruiert. Dortu wurde im Alter von nur 23 Jahren 1849 hingerichtet. Zum anschließenden Filmgespräch wird Hauptdarsteller Gunter Schoß erwartet. Schoß wird mit dem Potsdamer Filmwissenschaftler Denis Newiak über die Inszenierung des Schauspiels sprechen.

Kritik am lange nur mäßigen Interesse an Dortu von Stadtseite kam in den vergangenen Jahren immer wieder von der Fraktion Die Andere, die gemeinsam mit dem Verein zur Förderung antimilitaristischer Traditionen jährlich eine Gedenkveranstaltung für Dortu organisierte. 2015 nahm daran seit Jahren erstmals wieder ein Vertreter der Stadtverwaltung teil. Außerdem beschlossen die Stadtverordneten die Vergabe eines Max-Dortu-Preises für Zivilcourage und Demokratie. Der mit 5000 Euro dotierte Preis soll alle zwei Jahre an Menschen oder Institutionen vergeben werden, die sich auf mutige oder unkonventionelle Weise für die Freiheit des Individuums und eine demokratische Gesellschaft engagieren. Der Preis soll laut Stadt am 18. März 2017 zum ersten Mal vergeben werden.

Fraktion Die Andere machte 2014 Schlagzeilen

Geboren wurde Max Dortu am 29. Juni 1826 in Potsdam, in seinem damaligen Elternhaus befindet sich heute die Dortuschule. Er gilt als einer der ersten prominenten preußischen Vertreter der bürgerlichen Revolution von 1848. Der studierte Jurist trat 1849 in die badische Revolutionsarmee ein und wurde nach seiner Festnahme mit nur 23 Jahren durch die preußische Militärjustiz hingerichtet.

Mit einem unkonventionellen Gedenken an den Revolutionär hatte die Fraktion Die Andere 2014 Schlagzeilen gemacht: Das zunächst von der Polizei verbotene „Max-Dortu-Gedenksteinewerfen“ mit Styropor-Steinen auf das Landtagsschloss fand ein Jahr später erstmals statt. Mit der Aktion sollte an Ereignisse aus dem November 1848 erinnert werden, als in Potsdam unter Führung von Dortu wütende Bürger Steine gegen das Stadtschloss warfen.

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