• Potsdamer Fundtiere müssen weiter nach Zossen gebracht werden

Potsdam : Fundtiere müssen weiter nach Zossen gebracht werden

In Potsdam gefundene Tiere müssen im 50 Kilometer entfernten Zossen abgegeben werden. Daran ändert sich nichts, denn: Auf eine neue Ausschreibung hat es nur einen Bewerber gegeben.

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Potsdam - Herrenlose Tiere, die in Potsdam gefunden werden, müssen noch bis mindestens Ende 2019 in die 50 Kilometer entfernte Stadt Zossen (Landkreis Teltow-Fläming) gefahren werden. Das geht aus einer jetzt beendeten europaweiten Ausschreibung hervor, die im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden ist. Demnach vergibt die Stadt Potsdam den Auftrag zur Annahme und Betreuung von Fund- und Verwahrtieren einmal mehr an den Verein der Tierfreunde „Schützende Hand“, der das Zossener Tierheim betreibt und für Potsdam schon seit 2015 tätig ist.

Der Verein übernimmt eine Pflichtaufgabe der Stadt Potsdam

Der neue Vertrag soll zunächst ein Jahr bis Ende 2019 laufen, laut der Ausschreibung hat Potsdam ein zweimaliges Optionsrecht zur Verlängerung um jeweils ein Jahr. Der Zossener Verein übernimmt dabei eine Pflichtaufgabe der Kommune, etwa die Betreuung und auch Vermittlung von jenen Hunden, Katzen oder Vögeln, deren Besitzer eine Haftstrafe verbüßen müssen oder ins Krankenhaus kommen. Dafür zahlt die Stadt rund 300 000 Euro pro Jahr. Bei der aktuellen Ausschreibung gab es einen Bewerber.

Aufgabe musste nach Tierheim-Schließung ausgelagert werden

Seit der von der Stadt angeordneten Schließung des früher vom Potsdamer Tierschutzverein (TSV) betriebenen Tierheims am Wildpark Ende 2007 hat Potsdam die Betreuung der Fund- und Verwahrtiere in die Hände von auswärtigen Anbietern gegeben. Gleichwohl haben sich die Stadtverwaltung und der TSV nach langen Querelen mittlerweile wieder so angenähert, dass das Rathaus den Verein auch beim Bau seines geplanten Tierheims an der Michendorfer Chaussee unterstützt. So hatte das Rathaus dem TSV im Spätsommer rund 150 000 Euro in Aussicht gestellt – als Startfinanzierung. Anlass war ein Beschluss der Stadtverordneten nach dem zuletzt abgeschlossenen Bürgerhaushaltsverfahren. 

Der TSV geht wiederum davon aus, dass im kommenden Frühjahr ein erstes Tierhaus auf seinem Areal fertiggestellt werden kann – tendenziell will der Verein die Betreuung der Fund- und Verwahrtiere selbst anbieten. Für den heutigen Samstag plant der TSV eine Mitgliederversammlung, bei der es auch um das Tierheim gehen soll.

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