• Potsdam: Friedlicher Protest gegen AfD-Kundgebung

Potsdam : Friedlicher Protest gegen AfD-Kundgebung

100 Teilnehmer nahmen am Abend an der AfD-Kundgebung in Potsdam teil. 300 Potsdamer protestierten dagegen. Es blieb friedlich.

Gegen die AfD. Rund 300 Menschen protestierten Am Stern.
Gegen die AfD. Rund 300 Menschen protestierten Am Stern.Foto: Andreas Klaer

Am Stern - Mehrere Hundert Potsdamer haben am Montagabend gegen eine Kundgebung der „Alternative für Deutschland“ (AfD) auf dem Johannes-Kepler-Platz protestiert. Zu dem Protest „für eine solidarische und menschliche Gesellschaft“ hatte das städtische Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ aufgerufen. Etwa 300 Menschen versammelten sich dazu. Anlass war eine Kundgebung, die der Potsdamer Kreisverband der AfD unter dem Motto „30 Minuten Deutschland“ organisiert hatte. Zu der Veranstaltung kamen zunächst 40, später etwa 100 Teilnehmer.

Die Polizei trennte die beiden Gruppen und war mit zwei Einsatzhundertschaften vor Ort. Bis auf einzelne Böllerwürfe blieb es friedlich, Zwischenfälle wurden am Montagabend nicht bekannt.

AfD-Politiker Springer kritisiert das Navo-Manöver

Zu Beginn der AfD-Kundgebung ergriff der frisch gekürte Direktkandidat für den Potsdamer Wahlkreis, René Springer, das Mikrofon. Das Manöver der Nato in den vergangenen Tagen sei kein Säbelrasseln, sondern Kriegsvorbereitung, so der 37-Jährige.

 

Springer bezog sich dabei auf die Verlegung von 4000 US-amerikanischen Soldaten in der vergangenen Woche nach Polen. Die Truppen sollen ebenso wie Nato-Einheiten in Estland, Lettland und Litauen – dort ist die Bundeswehr beteiligt – die Sicherheit der Nato-Verbündeten angesichts der zunehmend aggressiveren russischen Außenpolitik garantieren. Wie Springer hatte auch Brandenburgs AfD-Landeschef Alexander Gauland die Truppenverlegung kritisiert: „Es ist keine Friedenspolitik, es ist Kriegsdrohungspolitik.“ Die Linke hatte vor dem Truppenübungsplatz Lehnin gegen die Hilfe für den polnischen Bündnispartner demonstriert. In der Debatte war auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in die Kritik geraten, weil er Besorgnis um das Verhältnis zu Russland geäußert, die Sorgen der Polen als Polenbeauftragter der Bundesregierung aber zunächst nicht erwähnt hatte.

Auch der Landesvorsitzende und Landtagsfraktionschef der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, hielt Am Stern einen Redebeitrag. Er sprach über Flüchtlinge.

Zuletzt war die AfD in Potsdam im Sommer mit einem Info-Stand an der Al-Farouk-Moschee Am Kanal in Erscheinung getreten. Anlass war, dass die Muslime ihr Freitagsgebet aus Platzgründen auf dem Gehweg abhalten mussten. Wie die PNN erfuhren, plant der AfD-Kreisverband eine weitere Kundgebung in Potsdam. Sie soll am 13. Februar wieder um 19 Uhr am Kepler-Platz stattfinden, so ein Sprecher. In den kommenden Wochen soll es weitere AfD-Veranstaltungen in Brandenburg geben. Zwei Journalisten der New York Times waren Am Stern ebenfalls vor Ort, um über die Entwicklung in Deutschland zu berichten. 

 

1. AfD-Kundgebung in Potsdam

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