Potsdam : POTSDAM EXKLUSIV

„Oh Boy“, was für eine Aufregung

Das war wohl die Aufregung: Während seine Tragikomödie „Oh Boy“ Weltpremiere beim Filmfestival in Karlovy Vary feierte, tigerte der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Jan-Ole Gerster im Foyer des Festivalpalastes herum, um sich zu beruhigen. Mit ihm zum tschechischen Vorzeigefestival gereist war sein Hauptdarsteller Tom Schilling. Der spielt in dem Film, der vom X-Verleih der Babelsbergerin Manuela Stehr in die Kinos gebracht werden soll, den Lebenskünstler Niko, der sein Studium abgebrochen hat und nun in den Tag hineinlebt, stets staunend die Umgebung und den Alltag der anderern beobachtet. Dabei entfernt er sich immer mehr und wird selbst zum Außenseiter. Die Konsequenz: Seine Freundin (Friederike Kempter) zieht einen Schlussstrich, ein Psychologe (Justus von Dohnányi) attestiert ihm „emotionale Unausgeglichenheit”, sein Vater (Ulrich Noethen) dreht ihm den Geldhahn zu. Doch dann taucht eine merkwürdige Schönheit in Nikos Leben auf - die Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung. Der vom Medienboard Berlin Brandenburg geförderte Film, der gekonnt den passenden Grat zwischen Tragik und Humor findet, wurde vom Premierenpublikum mit viel Applaus bedacht – und Gersters Aufregung war dank Beruhigungs-Bier und -Zigarette schließlich auch abgeklungen.

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