Potsdam : POTSDAM EXKLUSIV

Lotto-Drama & Jüdische Filmpreise

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16.04.2013 22:50

Er hatte seinen ersten Auftritt als Pfarrerssohn Adolf im mehrfach preisgekrönten Drama „Das weiße Band“ von Regisseur Michael Haneke – demnächst ist der Potsdamer Nachwuchsschauspieler Levin Henning wieder in einer Hauptrolle im Kino zu sehen: In „Millionen“, dem Debütfilm von Fabian Möhrke, einem Absolventen der Babelsberger Filmhochschule, spielt der 15-Jährige einen Jungen, dessen Vater Torsten – Andreas Döhler – durch einen Lottogewinn in Gewissensnöte gerät. Während sowohl Sohn Lutz als auch Frau Susanne – gespielt von Carola Sigg – schon Pläne für den Millionengewinn haben, ist der Enddreißiger Torsten ratlos und sieht seine Welt zusammenbrechen. Schon bei der Premiere bei den Hofer Filmtagen bedachte die Jury des Förderpreises Deutsches Kino den Film mit einer lobenden Erwähnung – beim Filmfestival „Achtung Berlin“ gewann „Millionen“ in der vergangenen Woche den Hauptpreis. Als „sehr dichte und universelle Parabel über die Ambivalenz von Glück“ lobte die Jury den Spielfilm: „Wir waren sofort gefangen von seinen starken, ungewöhnlichen, noch weitgehend unentdeckten Schauspielern und der immer wieder überraschenden filmischen Erzählweise“, heißt es in der Begründung. Regisseur Möhrke hatte bereits 2011 für seinen kürzeren Film „Philipp“ den First Steps Award bekommen. „Millionen“ startet am 3. Juli in den deutschen Kinos.

Es war die Jubiläumsauflage – in dieser Woche ist das 20. Jüdische Filmfestival in Berlin und Potsdam zu Ende gegangen. Der Publikumspreis blieb dabei im Lande: Ausgezeichnet wurde „Anderswo“ von Ester Amrami – für die gebürtige Israelin war es der Diplomfilm an der Babelsberger Filmhochschule. In dem Film erzählt sie von der Studentin Noa, die aus Berlin in ihre Heimat Israel reist, um aus einer persönlichen Krise zu fliehen. Wann der Film, der bereits bei der Berlinale ausgezeichnet wurde, ins Kino kommt, steht noch nicht fest. Der Preis für den besten israelischen Film geht an „Fragile“ der Regisseurin Vidi Bilu, als bester deutscher Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik wurde „Schnee von gestern“ auszeichnet, in dem sich die junge Israelin Yael Reuveny, die seit Jahren in Berlin lebt, auf Spurensuche nach ihrem Großonkel begibt. Festivalchefin Nicola Galliner freute sich über die Preise für drei Frauen: „Sie zeigen uns, wie frisch und lebendig man mit jüdischen Themen im Film umgehen kann“.

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