Potsdam : POTSDAM EXKLUSIV

Ein Hauch Berlinale

Ph. Eichholtz
Ph. Eichholtz

Ein bisschen müde sieht Philipp Eichholtz am Montagabend im Potsdamer Filmmuseum aus. Nachwirkungen der Berlinale? Ja, entschuldigt sich der Regisseur sofort. Er sei ein bisschen krank, die Filmfestspiele habe er noch nicht ganz verarbeitet. Trotzdem freue er sich sehr, seinen Film „Rückenwind von vorn“ in Potsdam noch einmal vorstellen zu dürfen. Auf der diesjährigen Berlinale war es der Eröffnungsfilm der Perspektive Deutsches Kino und auch im Filmmuseum darf er die Film-Nachlese einleiten. Noch bis Samstag gibt es dort die Filme der besagten Sektion zu sehen.

„Rückenwind von vorn“ erzählt von Charlie. Einer Frau Ende 20, die das Gefühl hat, ihr Leben sei festgefahren. Der Film verzichtet dabei auf laute Ausbruchsmomente oder kitschig verklärte Lösungen. Vielmehr schildert er eine Realität, in der sich Komik und Tragik nicht ausschließen und in der Entscheidungen einfach ein bisschen Zeit brauchen. Vorangetrieben wird das Ganze von – teilweise zum Brüllen komischen – Dialogen, die unglaublicherweise alle improvisiert sind. „Impro erlaubt ein unglaublich freies Arbeiten“, erklärt Eichholtz. „Man hinterfragt jeden Tag, ob alles stimmt.“ Mit „Rückenwind von vorn“, der ab dem 15. März regulär im Kino zu sehen ist, widmet sich Eichholtz bereits das dritte Mal einer starken weiblichen Hauptfigur. Wie er sagt, bildet der Film nach „Liebe mich!“ und „Luca tanzt leise“ – beide Filme sind auf Netflix streambar – den Abschluss einer Trilogie. „Alle drei sind Liebesbriefe an Personen, die ich kenne“, sagt er. Ein bisschen von ihm selbst stecke allerdings auch überall drin.

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