• Potsdam: Elias’ Mutter spricht zum ersten Mal

Potsdam : Elias’ Mutter spricht zum ersten Mal

Die Mutter von Elias hat sich erstmals öffentlich in einem TV-Beitrag geäußert. Es quälen sie noch einige offene Fragen.

PNN
Diese Kerzen und Plüschtiere wurden zum Gedenken an Elias in der Nähe seines früheren Wohnortes am Schlaatz aufgestellt.
Diese Kerzen und Plüschtiere wurden zum Gedenken an Elias in der Nähe seines früheren Wohnortes am Schlaatz aufgestellt.Foto: R. Hirschberger/dpa

Potsdam – Erstmals seit dem Mord an ihrem sechsjährigen Sohn hat sich die Mutter von Elias in einem Interview öffentlich geäußert. „So unbeschwert wie vorher wird es niemals wieder sein. Als Elias gestorben ist, ist ein großer Teil von mir mit ihm gestorben“, sagte Anita S. in einem Interview mit dem Fernsehsender RTL. Bislang hatte sich die junge Frau nicht gegenüber Medien äußern wollen und Interviewanfragen abgewiesen.

Elias war am 8. Juli 2015 vom Spielplatz vor der elterlichen Wohnung im Stadtteil am Schlaatz entführt und später missbraucht und ermordet worden. Der Täter Silvio S., der im Oktober in Berlin auch den vierjährigen Mohamed entführt und getötet hat, war im Juli zu lebenslanger Haft wegen zweifachen Mordes verurteilt worden – ohne Sicherheitsverwahrung. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung kündigten wie berichtet bereits Revision an.

Noch viele offene Fragen

„Zu wissen, es ist definitiv, ich werde ihn niemals wieder sehen, ihn niemals mehr im Arm halten, das kann ich nicht in Worte fassen, wie sich das anfühlt“, sagte Anita S. nun. Auch seien immer noch viele Fragen offen. Das quäle sie. „Wie lange musste mein Sohn leiden, bis er dem Ganzen ein Ende gesetzt hat? Wie lange wurde er gequält? Hatte er Angst und hat sich gefragt, warum bin ich nicht da, um ihn zu beschützen?“  Anita S. hat auch Wünsche, die möglichst in Erfüllung gehen sollten: „Dass ich in der Nacht nicht die Monster sehe, sondern das Licht, auf das ich zugehen sollte. Um irgendwann Hoffnung und Mut zu haben.“

Im Mordprozess hatte der Täter Silvio S. beharrlich geschwiegen und sich lediglich am letzten Verhandlungstag für seine Taten entschuldigt und um Vergebung gebeten.