Potsdam : Baustopp an der Sellostraße

An dem Haus an der Ecke Sello- und Zeppelinstraße wird nicht mehr gebaut. Dabei ist es noch gar nicht komplett fertig saniert. Was steckt dahinter?

Fast fertig? Die Fassade wirkt neu, die Arbeiten stehen aber still.
Fast fertig? Die Fassade wirkt neu, die Arbeiten stehen aber still.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Anwohner sind besorgt: Nach zwei Jahren Verzug gibt es für das eigentlich schon länger in Sanierung befindliche und exponiert gelegene Haus an der Ecke Sello- und Zeppelinstraße einen Baustopp. Schon seit Wochen sei keine Bauaktivität in dem teils schon fertig sanierten Gebäude direkt neben den alternativen Wohnprojekten mehr wahrzunehmen, berichtete ein Leser den PNN.

Ursprüngliche Baugenehmigung ist ausgelaufen

Den Grund dafür nannte nun eine Stadtsprecherin auf PNN-Nachfrage: Die ursprüngliche Baugenehmigung für das Sanierungsprojekt sei ausgelaufen – und von einem Investor neu beantragt worden. Dies werde gerade bearbeitet, so die Sprecherin. Der Investor hat inzwischen gewechselt. Ursprünglich hatte die Berliner Kapitalwert-Gruppe bis zum Sommer 2017 sanieren wollen. Doch stattdessen hatte die Gruppe das Objekt weiterverkauft – und zwar bereits Mitte 2016. Zum neuen Investor gibt es bisher öffentlich keine Angaben. Konkret waren in der Sellostraße 1 zuletzt sechs Eigentumswohnungen und eine 116 Quadratmeter große Gewerbefläche geplant. Im Internet wurde für das Projekt bereits geworben. Das Haus galt lange Jahre als städtebaulicher Missstand.

Das alternative Hausprojekt in der Zeppelinstraße wird weiter saniert

Indes gibt es neben dem Eckgebäude durchaus Arbeiten: Das alternative Hausprojekt in der Zeppelinstraße 25/26 wird peu á peu saniert. Wie berichtet hatte die kommunale Bauholding Pro Potsdam das ebenfalls marode wirkende Gebäude an die Bewohner verkauft, wie Ende vergangenen Jahres bekannt geworden war. Vorausgegangen waren jahrelange Verhandlungen, die 2011 nach Protesten der Nutzer gegen erhöhte Pachtzinsen begonnen hatten. Der Bau war von der Stadt vor etwa 20 Jahren als ein Ausweichobjekt für einst besetzte Häuser angeboten worden – ein Modell für die Befriedung der Szene.

Nunmehr haben Sanierungsarbeiten begonnen, die auch auf der „Zeppi 25“-Internetseite erklärt werden. Demnach sei das Dach reparaturbedürftig, „auch die Fassade ist in einem ruinösen Zustand und muss zum Schutz der Bausubstanz aufgearbeitet werden“, hieß es bereits in einer Anfang November veröffentlichten Erklärung. Dafür versuche man Lösungen zu finden, wie sich „denkmalgerechte Sanierung, Optimierung des Wohnraums, finanzielle Machbarkeit und individuelle Wünsche der Bewohner“ vereinbar machen lassen. Klar sei, dass man weiterhin bezahlbaren Wohnraum anbieten könne, hieß es in der Erklärung weiter.