• PNN-Serie "Das neue Potsdam": Häuser Am Uferpark: Wo die Havel hinterm Wäldchen schimmert

PNN-Serie "Das neue Potsdam": Häuser Am Uferpark : Wo die Havel hinterm Wäldchen schimmert

In den Häusern Am Uferpark in der Templiner Straße wohnt man naturnah und unter sich. Nur der Schulweg für Kinder ist etwas lang.

Die Templiner Straße verändert sich rasend schnell. Gleich mehrere Bauprojekte gibt es dort aktuell, zur Vorderkappe hin entsteht ein Uferpark.Alle Bilder anzeigen
Foto: A. Klaer
05.01.2017 20:15Die Templiner Straße verändert sich rasend schnell. Gleich mehrere Bauprojekte gibt es dort aktuell, zur Vorderkappe hin entsteht...

Potsdam wächst rasant, überall in der Stadt schießen neue Wohnviertel empor. Doch wie lebt es sich dort eigentlich? Die PNN besuchen die Quartiere und stellen sie in der Serie „Das neue Potsdam“ vor. 

Heute: Stadthäuser in der Templiner Straße (Folge 17).

 

Es war nur eine Frage der Zeit, dass auch im Uferbereich der Vorderkappe, wie der Zipfel des Templiner Sees beziehungsweise der Havel hier heißt, zum Wohngebiet wird. Gegenüber liegt der Küssel, die östliche Landzunge der Insel Hermannswerder, wo in den 1920er-Jahren die Bebauung mit hübschen Einfamilienhäusern und Villen begann – exklusives, naturnahes Wohnen für Menschen, die es gerne etwas zurückgezogener haben. An der Templiner Straße ist man der Stadt schon etwas näher. Seit einigen Jahren wird hier gebaut, schrittweise. Die ersten Bewohner der insgesamt 29 Reihen- und Doppelhäuser Am Uferpark, ein Projekt der CPC Projectconsult, sind schon bezogen. Bis vor Kurzem standen hier noch Baracken und flache Plattenbauten, Gewerbe und Verwaltung. Wohnen gab es hier bisher nicht. Nur ein paar Meter weiter, An der Vorderkappe, verschwindet indessen die kleine Siedlung einfachster Holzhäuser, entstanden nach dem ersten Weltkrieg, als die Wohnungsnot besonders schlimm war in Potsdam. Dort soll nun wieder Uferpark entstehen, der Untergrund, eine frühere Mülldeponie, eignet sich nicht zur Bebauung. Vorn an der Straße freilich geben sich die Baufirmen die Klinke in die Hand, neben den Häusern Am Uferpark entsteht bereits die nächste Reihenhaussiedlung rund um die Villa Luisenhof. Die Templiner Straße, seit Jahrzehnten hauptsächlich Durchfahrtsstraße, verändert sich gerade rasend schnell.

Die Infrastruktur der Templiner Vorstadt kann mit den Veränderungen kaum mithalten. Wenn die Kinder der Familie Neumann eines Tages zur Schule gehen, wird es ein weiter Weg – bis zur Grundschule am Humboldtring in Zentrum Ost. „Die Comenius-Schule, Förderschule am Brauhausberg, sollte ja umgewidmet werden, aber das hat wohl nicht geklappt“, sagt Mutter Annika Neumann. „Zu Kita und Schule ist es also leider etwas weiter.“ Noch sind die Kinder klein, dreieinhalb der Junge und Henriette kaum drei Monate. Aber die Eltern verfolgen diesbezüglich die Stadtpolitik.

Schnell am Wasser und im Wald

Die Familie wollte trotzdem hierherziehen. Während einer Radtour entdeckten sie das Bauprojekt und zogen schon im Sommer 2015 aus Babelsberg in ihr eigenes Häuschen. Etwa 400 000 Euro bezahlten sie für Haus und 210 Quadratmeter Grundstück – Letzteres ein kleiner Wermutstropfen. Der Garten ist kaum 100 Quadratmeter groß. „Aber dafür ist man hier sehr schnell am Wasser und im Wald, man kann hier sehr schön spazieren gehen“, sagt Annika Neumann.

Die Umgebung war auch für einen anderen Familienvater wichtig. Erst seit vergangenen Dezember wohnt er mit Frau und Tochter hier. Auch sie kamen aus Potsdam und suchten was Neues – Wohneigentum, denn bei den hohen Mieten in Potsdam mache das einfach Sinn. Eine Wohnung hätte es auch getan, aber dann fanden sie das Reihenhaus. Es gefällt ihnen, weil es sich doch etwas von der durchschnittlichen Reihenhaus-Architektur unterscheidet. Und weil die Größe des Quartiers übersichtlich ist. Auf der anderen Straßenseite stehen historische Häuser, es ist nicht alles neu hier. „Man hat hier doch ein bisschen das Gefühl einer gewachsenen Nachbarschaft“, sagt er. Ins Bornstedter Feld hätte er nicht gewollt – zu weit, zu uniform, zu verloren stellt er es sich dort vor.

Fassaden sind einheitlich weiß, eine historisch anmutende Mauer rot geklinkert

Die einzelnen Hauseinheiten Am Uferpark sind tatsächlich relativ breit, manche unterkellert, viele haben eine Dachterrasse. Spätestens von dort oben sieht man das Wasser, jetzt im Winter kann man auch vom Garten aus, durch das Wäldchen am Ufer, die Havel schimmern sehen. Die Fassaden sind einheitlich weiß gehalten, aber die historisch anmutende Mauer zur Straße ist rot geklinkert und die einzelnen Einfriedungen, Zäune oder halbhohe Mauern zwischen den Parzellen sowie die Terrassengeländer, sind individuell gestaltet. Auch ein paar große Laubbäume überlebten die Baustelle und wurden integriert. Das tut dem Auge gut. Die 29 Häuser und Gartenflächen sind zudem verschieden groß. Die Preise sind entsprechend gestaffelt – auch je nach Lage. Je dichter an der Straße, desto günstiger. Jeder Meter weiter Richtung Wasser kostete – vierstellig – extra. Der Vater findet das jetzt nicht so schlimm, auch wenn klar ist, dass die Neuen an der Wasserseite offenbar ganz andere Budgets zur Verfügung haben müssen. „Wir kommen hier gut miteinander aus“, sagt er. Was ihm gefällt: Alle Häuser seien hochwertiger als der Standard gebaut, die Zwischendecken etwas dicker, die Decken etwas höher, die Dämmung etwas besser als Durchschnitt. Für die Warmwasserversorgung befinden sich Solarpanels auf dem Dach, auch dafür gab es dann die Einstufung als KfW-Effizienzhaus 70. Bodentiefe Fenster vermitteln offenes und edles Wohngefühl. Wer hier lebt, muss allerdings damit umgehen können, dass auch mal ein Nachbar ins Wohnzimmer schaut.

Vor den Häusern befinden sich gepflasterte private Stellplätze. Manch einer hat sich ein Gartenhäuschen aufs Grundstück gestellt, Kinderschaukeln, Kaminholzstapel. Das verleiht dem kleinen Quartier Individualität. Wenn jetzt noch die Gärten angelegt werden, wachsen und blühen, kann es hübsch werden.

Derzeit aber wird noch gebaut, Handwerker erledigen letzte Arbeiten an Fassaden und beim Innenausbau. Das wird noch, sagt der gerade eingezogene Familienvater. Vielleicht wird es ja auch irgendwann mal einen kleinen Supermarkt in der Nähe geben, damit man zum Einkaufen nicht bis in die Innenstadt muss. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist im Hauptbahnhof. Eine Kneipe aber gibt es, den Alten Tornow auf Hermannswerder. „Der hat einen neuen Betreiber, ganz junge Leute, die kochen gut“, sagt der Mann. „Und man sitzt am Wasser.“

Die nächste Folge lesen Sie am Dienstag in Ihren PNN.

 

 

 

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