• Pläne für größeren Sportplatz in Golm: Naturschützer und Rathaus streiten über Erweiterung

Pläne für größeren Sportplatz in Golm : Naturschützer und Rathaus streiten über Erweiterung

Für die Ortsteile Eiche und Golm will die Stadt Potsdam eine Sportanlage erweitern. Nun kommt Widerspruch vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Das Rathaus reagiert irritiert.

Der Sportplatz am Kuhfortdamm in Golm soll erweitert werden
Der Sportplatz am Kuhfortdamm in Golm soll erweitert werdenFoto: Andreas Klaer

Potsdam - Die Bauverwaltung kontert Kritik von Naturschützern an Erweiterungsplänen für die Sportanlage am Kuhforter Damm. Es gehe um die „angemessene Ausstattung mit Sportanlagen“ für die Ortsteile Eiche und Golm, erklärte Stadtsprecherin Christine Homann den PNN auf Anfrage.

Anlass ist eine aktuelle Pressemitteilung des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Potsdam. Darin forderten die Naturschützer, Potsdam müsse für die Sportanlage andere Standorte prüfen. Denn mitten in einem bestehenden Landschaftsschutzgebiet solle eine umfangreiche Sportanlage mit einer Multifunktionshalle, Feuerwehr- und Nebengebäuden sowie Überdachungen für Besucher:innen entstehen. 

Sollte kein anderer Standort verfügbar sein, müsse die Stadt die geplante Bebauung auf ein landschaftsangepasstes Maß reduzieren, so der BUND und warnte vor einer enormen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

"Naturflächen gehen verloren"

„Für den Bau gehen arten- und strukturreiche Naturflächen unwiederbringlich verloren.“ Lebensräume von Vögeln und Fledermäusen würden beeinträchtigt. Auch sei in einem naturnahen Waldstück ein Trail für Mountainbike-Fahrer vorgesehen. Hier sei zu befürchten, „dass die Natur durch diese Nutzungsart zu häufig und zu intensiv gestört wird“. Zahlreiche klimawirksame Flächen würden versiegelt, ferner seien zahlreiche Autostellplätze geplant, kritisierte BUND-Sprecher Klaus Petersen.

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Die Bauverwaltung im Rathaus reagiert irritiert. So habe man zum Vorentwurf des Bebauungsplans „Sportanlage Kuhfortdamm“ bereits vor kurzem eine frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung durchgeführt. Dabei habe aber der BUND keine Stellungnahme abgegeben, sagte Sprecherin Homann. Man wolle nun den Entwurf für den B-Plan entwickeln. Einer der wichtigen Schritte dabei werde die Klärung einer möglichen landschaftsschutzrechtlichen Genehmigung oder Befreiung für das Plangebiet sein – hier müsste das Landesumweltministerium zustimmen.

Rathaus: Areal schon "baulich vorgeprägt"

Zu berücksichtigen sei dabei aus Sicht der Bauverwaltung, dass das Areal durch schon bestehende Sportanlagen „baulich vorgeprägt ist“ und für eine schon errichtete Tennisanlage „bereits eine Vereinbarkeit mit dem Landschaftsschutzgebiet hergestellt wurde“, so Homann. Im geltenden Flächennutzungsplan sei das Plangebiet als Grünfläche mit der Zweckbestimmung „Sportlichen Zwecken dienende Einrichtungen“ dargestellt, hieß es weiter. 

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