• „Pilotprojekt“ im Schlaatz: Haltestelle mit Vogelschutzfolie beklebt

„Pilotprojekt“ im Schlaatz : Haltestelle mit Vogelschutzfolie beklebt

Weitere Wartehäuschen sollen in der Stadt mit der Spezialfolie nachgerüstet werden - nicht die einzige Maßnahme, um den Vogelschutz zu stärken.

Mit dünnen schwarzen Streifen können Vögel nicht mehr denken, sie kämen da durch – hoffentlich. 
Mit dünnen schwarzen Streifen können Vögel nicht mehr denken, sie kämen da durch – hoffentlich. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Ein Wartehäuschen im Schlaatz wird als „Pilotprojekt“ mit spezieller Vogelschutzfolie ausgestattet. Das teilte Umweltdezernent Bernd Rubelt (SPD) diese Woche gemeinsam mit dem Naturschutzbund Potsdam (Nabu) mit.

Die Beklebung des Fahrgastunterstandes sei der erste Schritt, nachdem man sich im Oktober mit dem Nabu getroffen und besseren Schutz für Vögel vor dem Zusammenprall mit Glasflächen im städtischen Raum vereinbart hatte, erklärte Rubelt. Eine vom Nabu erarbeitete Studie zum Vogelschlagrisiko an Potsdamer Glasflächen habe verdeutlicht, „dass neben großflächig verglasten Gebäuden wie Schulen oder Verwaltungsgebäuden auch Fahrgastunterstände des Öffentlichen Nahverkehrs Handlungsbedarf aufweisen“. 

Er freue sich daher, dass der Verkehrsbetrieb Potsdam (ViP) als städtisches Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehe. „Wir haben uns für eine vom Nabu vorgeschlagene Haltestelle entschieden, weil diese von der Umgebung mit Gärten und Bäumen für einen solchen Test besonders geeignet ist. Wir werden die Anwendung ein Jahr lang beobachten und aus den Ergebnissen die notwendigen Schlüsse ziehen“, sagte ViP-Geschäftsführer Uwe Loeschmann.

Vogelschutz stärker bei der Planung von Gebäuden berücksichtigen

Nach und nach sollen dann alle Wartehäuschen, die von Vögeln im Flug zu leicht übersehen werden, mit der Spezialfolie nachgerüstet werden, wie die Stadtverwaltung mitteilte. „Neben der Nachrüstung bereits bestehender besonders risikoreicher Glasfassaden soll der Vogelschutz an Glas zukünftig auch stärker bereits in der Planung von Gebäuden berücksichtigt werden“, hieß es.

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Wer an seinem eigenen Haus etwas tun will, hat neben einer sparsamen und kleinteiligen Nutzung von Glasflächen auch die Möglichkeit, spezielle Vogelschutzgläser zu verwenden oder nachträglich große Flächen mit Markierungen zu versehen. Der Nabu Potsdam steht für Rückfragen zur Verfügung. Auch die Vogelschutzwarten informieren darüber, welche Muster und Abstände am besten wirken. 

www.vogelschutzwarten.de/glasanflug.htm

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