Potsdam : Picknick für eine Zeder

Industrieclub Potsdam unterstützt Erhaltung der Welterbeparks

Erhart Hohenstein

Als Kaiser Wilhelm I.im Jahr 1898 das Osmanische Reich bereiste, brachte er als Geschenk des Sultans auch einige kleine Libanonzedern mit. Einen der attraktiven Nadelbäume mit dem weit ausladenden Geäst kann man heute noch im so genannten Potentestück westlich der Sanssouci-Orangerie bewundern, wo er zu fast 20 Meter Höhe herangewachsen ist. Dagegen ist die zweite, fünf Meter höhere Zeder auf der Pfaueninsel im Januar umgestürzt - sie wurde ein Opfer des Orkans „Kyrill“.

Ihre Erneuerung steht jedoch kurz bevor. Dazu haben Dr. Michael Rohde, Gartendirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, und sein auf der Pfaueninsel wohnender Vorgänger Prof. Dr. Michael Seiler einen potenten Partner gefunden: den Industrieclub Potsdam. Clubpräsident Gerhard Lehmann kündigte gestern für den 17. Juni, 17 Uhr, ein Picknick auf der Pfaueninsel an, dessen Erlöse dem Ankauf einer neuen Libanonzeder zugute kommen. Die Veranstaltung – Treffpunkt ist an der Fähre – ist mit einem von Michael Rohde geführten Inselrundgang, gärtnerischen Vorführungen, unter anderem Rosenschnitt und Pflanzungen, orientalischer Musik sowie einem libanesischen Buffet des Berliner Spezialitätenrestaurants „Casalot“ verbunden.

Höhepunkt wird aber die Neupflanzung der Zeder an alter Stelle sein. Der knapp vier Meter hohe Jungbaum kommt von der Baumschule Lorberg aus Tremmen. Wie Geschäftsführer Stefan Heinrich Lorberg erläuterte, befasst er sich seit Jahren mit der Anzucht von Libanonzedern, die wegen ihres prachtvollen Aussehens in vielen Parks und Privatgärten gepflanzt werden. Da die Jungbäume nicht winterhart sind, sei dies ein schwieriges Unterfangen, für die Pfaueninsel ständen notfalls aber Ersatzexemplare bereit.

Die Veranstaltungen des Industrieclubs „Christian Peter Wilhelm Beuth“ bleiben in der Regel den Mitgliedern vorbehalten, das Picknick steht jedoch jedermann offen. Anmeldungen nimmt der Club unter Telefon 0331/2333990 oder der Mailadresse info@industrieclub-potsdam.de entgegen. Der Eintritt beträgt 35 Euro, für Kinder und Jugendliche von 12 bis 18 Jahren 10 Euro. Kinder unter 12 Jahre bleiben eintrittsfrei.

Der Club möchte dem Picknick weitere folgen lassen, erklärte Gerhard Lehmann. Als nächstes sei dafür der Pleasureground im Park Babelsberg vorgesehen. Mit der Initiative möchte er die Erhaltung der hochrangigen Gartendenkmale in Potsdam und Berlin unterstützen. In diesem Zusammenhang appellierte der Clubpräsident an die Besucher, den Welterbestatus der Parks zu achten und die Parkordnung strikt einzuhalten.

Erhart Hohenstein