• Pfingstmontag zum letzten Mal geöffnet: Die Eisliese in Babelsberg schließt ihr Fenster

Pfingstmontag zum letzten Mal geöffnet : Die Eisliese in Babelsberg schließt ihr Fenster

Wer noch einmal ein Softeis durch die Luke gereicht bekommen möchte, muss sich beeilen. Denn die Institution in der Wollestraße ist bald Geschichte.

Die Eisliese in der Babelsberger Wollestraße schließt Pfingstmontag.
Die Eisliese in der Babelsberger Wollestraße schließt Pfingstmontag.Foto: Marion Kaufmann

Potsdam - Sie ist eine Institution in Babelsberg. Noch ein Eis auf die Hand in der Wollestraße, so wie früher durch die Luke gereicht, ohne Eisbecher-Tamtam und elegante Sitzmöbel. Man genießt im Laufen oder auf der Holzbank vor dem Laden. Vor allem bei Anwohnern war die Eisliese in der abseits der Hauptpfade gelegenen Kopfsteinpflasterstraße beliebt. 

Doch nun schließt Eisliese Andrea Schmidt für immer das Verkaufsfenster im Erdgeschoss ihres Wohnhauses. Die Inhaberin des kleinen Eisladens unweit des Babelsberger Parks hört auf, aus gesundheitlichen Gründen, wie sie sagt. Pfingstmontag können Kunden zum letzten Mal das hausgemachte Eis schlecken. 

Das Eismachen liegt in der Familie

Die Spezialität der Eisliese war das zu DDR-Zeiten beliebte Softeis – nun aber in ungewöhnlichen, wechselnden Kreationen. Grüner Apfel/Vanille zum Beispiel, die große Portion für zwei, die Kleine für einen Euro. Aber auch Kugeleis, im Schnitt acht Sorten, darunter die Klassiker Vanille, Erdbeere und Schokolade, reicht Andrea Schmidt im Ein-Frau-Betrieb durchs Fenster auf den Bürgersteig.

[Was ist los in Potsdam und Brandenburg? Die Potsdamer Neuesten Nachrichten informieren Sie direkt aus der Landeshauptstadt. Mit dem Newsletter Potsdam HEUTE sind Sie besonders nah dran. Hier geht's zur kostenlosen Bestellung.

Das Eismachen liegt in der Familie. Gelernt habe sie es von ihrer Mutter und ihrer Großmutter, erzählt Schmidt, die ihr Alter nicht verraten möchte. Die Mutter habe schon in Babelsberg Eis verkauft, zu DDR-Zeiten, unter anderem neben der alten Post am S-Bahnhof. Andrea Schmidt verkaufte ihr Eis ab 1990 zunächst in der Waldstadt.

Noch immer seien viele frühere Kunden aus der Waldstadt extra in die Wollestraße gekommen, wo sie seit sieben Jahren ihr Fenster öffnete. Immer mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr. „Und an Feiertagen war auch geöffnet“, sagt Andrea Schmidt. So wird der Pfingstmontag ihr letzter Tag an der Eismaschine. 

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.