Potsdam : Palais Barberini als kleines Hotel

Erste Überlegungen für die Bebauung des Ufers der Alten Fahrt vorgestellt

Guido Berg

Innenstadt - Das Palais Barberini am Alten Markt wäre zu groß für ein Hotel: Der Kopfbau und einer der beiden Seitenflügel des beim Luftangriff 1945 zerstörten historischen Gebäudes würden bei seiner Wiedererrichtung bereits für eine Hotelnutzung genügen. Der Grund: Analysen zufolge sei am Alten Markt nur ein kleines, hochpreisiges Hotel wirtschaftlich zu betreiben. Dies erklärte der von der Potsdamer Bauverwaltung beauftragte Berliner Architekt Matthias Bockhorst am Dienstagabend im Bauausschuss. Bockhorst bereitet die Ausschreibung zur Bebauung des städtischen Areals zwischen Altem Markt und Alter Fahrt vor.

Ob die Fläche an der Alten Fahrt komplett oder parzelliert ausgeschrieben wird, müsse noch diskutiert werden, erklärte die Baubeigeordnete Elke von Kuick-Frenz (SPD) weiter. Sicher sei, dass die künftigen Nutzer, Eigner und Bewohner sich „eine gemeinsame Tiefgarage“ teilen müssen. Die Ausschreibung und der entsprechende Bebauungsplan soll der Beigeordneten zufolge noch vor der Sommerpause 2009 „in trockenen Tüchern“ sein.

Wie Architekt Bockhorst ausführte, seien für die Bebauung des Havelufers Baulinien zum Alten Markt und zur künftigen Humboldtstraße festgelegt. Die Baubeigeordnete bestätigte auf Anfrage Saskia Hünekes (Bündnisgrüne), dass für den Bereich des Palais Barberini die festgesetzten Baulinien der historischen Fassade folgen. Baulinien definieren im Gegensatz zu Baugrenzen exakt die Linien, bis zu der gebaut werden muss. Lediglich die Festsetzung von Baugrenzen im Bebauungsplan des Landtagsschlosses hatte zur zweimaligen Ablehnung durch die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung geführt. Daher sei er nun froh, dass es beim Havelufer in der Innenstadt nicht wieder zum Streit über Baugrenzen und Baulinien komme.

Ferner wird die Ausschreibung Bockhorst zufolge einen Weg vom Alten Markt zur Alten Fahrt vorschreiben – direkt am Standort des Palais Barberini. Er hoffe, dass das kein Aus für das Palais Barberini als Hotel bedeutet, erklärte Seidel. Es werde Aufgabe der Architekten sein, noch weitere Öffnungen vom Alten Markt zum Wasser einzuplanen, so Bockhorst. Ferner geplant ist ein mit „Havelplatz“ bezeichneter freier Raum an der Ecke Humboldtstraße/Lange Brücke. Demzufolge sieht die Ausschreibung nicht mehr die Wiedererrichtung des ehemaligen Palasthotels vor, das als zu überdimensioniert für Potsdam gilt. Guido Berg