• Online-Einkauf beim Händler um die Ecke

Potsdam : Online-Einkauf beim Händler um die Ecke

Händler der AG Innenstadt starten Kundenbindungsprogramm im Internet. Die gute Position am Markt soll damit gestärkt werden

Innenstadt - Shoppen im Internet, Lieferservice, Rabatt- und Bonusaktionen: Potsdams Innenstadthändler wollen sich mit einem Kundenbindungsprogramm besser am Markt positionieren. Über eine gemeinsame Onlineplattform wollen die Einzelhändler im Zentrum künftig gezielt für sich werben, auf ihre Angebote aufmerksam machen, gleichzeitig aber auch den Kunden die Möglichkeit geben, bei Bedarf in den Geschäften auch online einzukaufen und sich die Waren nach Hause liefern zu lassen, wie Wolfgang Cornelius, Chef der Händlervereinigung AG Innenstadt, den PNN sagte.

Man verhandele derzeit mit einem Unternehmen, das ein solches Portal als Paket anbietet und für die Händler auch betreibt. Im Gegenzug für eine Beteiligung am Umsatz erhalten die Händler dafür wertvolle Informationen über das Einkaufsverhalten ihrer Kunden, etwa wie viel eingekauft wird, aber auch welche Artikel besonders gut oder besonders schlecht nachgefragt werden. Die Geschäftsinhaber können dann reagieren und die Kunden mit direkt auf sie zugeschnittenen Angeboten locken. Das gleiche Prinzip wenden auch die großen Onlinehändler wie Amazon an. Es gehe nicht darum, den Internethändlern Konkurrenz zu machen, so Cornelius. Nach wie vor sollten die Innenstadthändler ihre Waren hauptsächlich in ihrem Geschäft verkaufen. Doch mit einer zusätzlichen Präsenz im Internet und der Möglichkeit des Onlineshoppings stärke man die Position am Markt und erschließe auch neue Kundenklientel: „Wir müssen den Konsumenten bewusst machen, was für schöne Geschäfte es in der Potsdamer Innenstadt gibt und wie vielfältig das Angebot ist“, erklärte Cornelius.

Dabei geht es dem Potsdamer Innenstadthandel nach Jahren des Darbens derzeit nicht schlecht: 2012 wurden 36 Prozent des gesamten Umsatzes im Potsdamer Einzelhandel in Geschäften der Innenstadt erzielt. Nur das Stern-Center war mit 44 Prozent noch besser. Die Bahnhofspassagen lagen damals bei knapp neun Prozent. Neuere Zahlen gebe es bislang nicht, so Cornelius. Er gehe allerdings davon aus, dass die Bahnhofspassagen seitdem zugelegt haben, weil die Sortimentsbeschränkungen weggefallen sind. Der Konkurrent im Süden wächst ebenfalls: Wie berichtet darf auch das Stern-Center im kommenden Jahr die bislang leer stehende zweite Etage nutzen und dort neue Geschäfte etablieren.

Mit dem neuen Programm soll gegengesteuert und die Position der Innenstadthändler gefestigt werden, so Cornelius. Es gelte, sich für die Zukunft professioneller aufzustellen. „Tun wir das nicht, werden unsere Marktanteile zurückgehen“, prophezeite er.

Anfang kommenden Jahres will der Vorstand der AG Innenstadt bei den Händlern für eine Teilnahme an dem Projekt werben. Rund 20 bis 30 Geschäfte müssten gewonnen werden, damit das Portal erfolgreich an den Start gehen könne, sagte Cornelius. Spätestens in einem Jahr soll es so weit sein, hofft er. Das zurückliegende Geschäftsjahr sei eines der erfolgreichsten in der Geschichte der AG Innenstadt gewesen, sagte Cornelius. 17 neue Mitglieder seien in die Händlergemeinschaft aufgenommen worden, 96 sind es jetzt insgesamt.

Auch in den Nebenstraßen der Brandenburger gewinne man zunehmend an Akzeptanz. Dafür verantwortlich machte Cornelius die Aktivitäten der Händlergemeinschaft, die sich nicht mehr nur nur auf die Flaniermeile beschränken: Inzwischen gebe es für die meisten Straßen sogar eigene Veranstaltungen wie die Antikmeile in der Jägerstraße oder das Frühlingsfest in der Lindenstraße. Nach anfänglicher Skepsis sei Letzteres in diesem Jahr ein voller Erfolg gewesen: Die Zahl der teilnehmenden Händler, die an dem Abend ihre Geschäfte länger geöffnet hatten, habe sich auf mehr als 50 verdoppelt, sagte Cornelius.

Auf solche Feste – neben den genannten gibt es unter anderem noch „Sekt in the City“ und die „Lange Nacht der Nikoläuse“ – setzt die AG Innenstadt auch künftig. Über weitere Formate dieser Art werde nachgedacht, so Cornelius. Auch dies diene der Kundenbindung.