• Ohne Fahrschein: Wieder mehr Schwarzfahrer in Potsdam erwischt

Ohne Fahrschein : Wieder mehr Schwarzfahrer in Potsdam erwischt

Über zehntausend Menschen wurden 2018 in Potsdam ohne gültigen Fahrschein erwischt. Der Schaden ist enorm, aber nicht überraschend.

Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Die Zahl der ertappten Schwarzfahrer ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Das hat der Potsdamer Verkehrsbetrieb (ViP) jetzt auf PNN-Anfrage bekannt gegeben. Demnach zählte der ViP 10.074 Fälle, in denen man von den Schwarzfahrern ein erhöhtes Beförderungsentgelt von 60 Euro verlangte. Im Jahr 2017 waren es noch 9409 Fälle, 2016 noch 7964 – seit Jahren steigen also die Zahlen.

Allerdings ist ein mehr oder weniger fester Anteil von Fahrgästen ohne gültigen Fahrschein üblich. ViP-Sprecher Stefan Klotz sagte: „Wir schätzen branchenüblich, dass jeder zwanzigste Fahrgast kein gültiges Ticket besitzt, also fünf Prozent der Fahrgäste.“ Das bedeute für den ViP Einnahmeverluste von deutlich mehr als einer Million Euro jährlich. Dem stehen aber auch Einnahmen durch die Strafen gegenüber, die sich im vergangenen Jahr auf rund 294.000 Euro beliefen. Doch allein die Kontrollen kosten den ViP auch mehr als 350.000 Euro pro Jahr. So sagte Klotz auch: „Fahren ohne gültigen Fahrausweis ist kein Kavaliersdelikt und geht zu Lasten der Gemeinschaft.“ Insgesamt hat der ViP pro Jahr deutlich mehr als 30 Millionen Fahrgäste.

Neuer Partner für Fahrscheinkontrollen gesucht

Täglich kommen dabei mindestens acht Kontrolleure zum Einsatz, hieß es. Mit diesem Auftrag ist das in Potsdam ansässige Sicherheitsunternehmen GSE Protect betraut. Ob das so bleibt, wird sich noch dieses Jahr entscheiden. Denn aktuell haben der ViP und seine Mutterfirma, die Stadtwerke, eine europaweite Ausschreibung zur Fahrausweiskontrolle gestartet. Bis Juli können sich potentielle Interessenten bewerben.

Sprecher Klotz erklärte, „wir schreiben alle fünf Jahre die Dienstleistung für die Kontrolltätigkeit aus“. Das habe nichts mit der durch die GSE Protect erbrachten Arbeit zu tun, mit welcher man „definitiv zufrieden ist“. „Dennoch möchten wir zum einem mittels eines transparenten Vergabeverfahrens eine Marktabfrage starten“, sagte Klotz. Zum anderen habe die Erfahrung gezeigt, dass nach fünf Jahren Zusammenarbeit diese durchaus auf den Prüfstand gestellt werden sollte, hieß es weiter.

Laut den Ausschreibungsunterlagen umfasst der Auftrag neben der Fahrscheinkontrolle – „monatlich mindestens 1800 Mannstunden“ – unter anderem auch den Einsatz in den ViP-Kundenbüros oder die Absicherung von Baustellen und den Einsatz bei Umleitungen oder Verkehrsstörungen. Enthalten ist auch – gerade an Wochenenden – die Fahrgastbegleitung zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls, wie es hieß.