• Neues Corona-Testzentrum in der Metropolishalle: Mit Stäbchen gegen die Pandemie

Neues Corona-Testzentrum in der Metropolishalle : Mit Stäbchen gegen die Pandemie

Am Montag hat in der Potsdamer Metropolishalle das zweite Corona-Testzentrum eröffnet. Das DRK-Team dort hat reichlich Routine - und richtet sich auf einen langen Einsatz ein.

Corona-Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung in der Metropolishalle  werden Rachenabstriche genommen. 
Corona-Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung in der Metropolishalle  werden Rachenabstriche genommen. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Es riecht nach Desinfektionsmittel. Auf dem Fußboden im Wartebereich sind in eineinhalb Metern Abstand rot-weiß gestreifte Markierungen aufgeklebt. Alle im Raum tragen eine Maske. Im neuen Corona-Testzentrum in der Metropolishalle in der Großbeerenstraße in Babelsberg wird darauf geachtet, das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Das ist wichtig, denn wer hier herkommt, hat den Verdacht, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben.

Seit Montag hat das Testzentrum den Betrieb aufgenommen. Es ist das zweite in Potsdam. Das andere befindet sich auf dem Gelände des Klinikums. Am Eingang zum Foyer steht ein Spender, der einen kräftigen Schwall Desinfektionsmittel auf die Besucherhände spritzt. Der Ausgang ist am anderen Ende. So kommt man sich nicht in die Quere. Am frühen Nachmittag werden noch ein paar blaue Plakate angebracht, die über die Hygieneregeln aufklären: Maskenpflicht, Abstand, Hände desinfizieren. Und: "Zutritt nur mit Terminbestätigung", steht ganz oben. 

"Wir mussten schon ein paar Leute wegschicken, die ohne Termin hergekommen sind", berichtet Christian Wehry, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), die das Testzentrum gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) betreibt. Das Testzentrum soll die Hausärzte entlasten, aber nicht ersetzen. Weiterhin entscheiden sie, ob ein Test notwendig ist, und geben die Kontaktdaten an die KVBB weiter. Die meldet sich dann beim Patienten und teilt den Termin für den Test mit. 

Der Betrieb läuft erst an

Am Montagnachmittag ist es noch relativ ruhig. Insgesamt seien 16 Tests an diesem ersten Tag geplant, heißt es. Der Betrieb läuft erst an. Auf dem weiträumigen Parkplatz vor dem Eingang des Filmparks parkt nur eine Handvoll Autos. Claudia Schwarz aus Rehbrücke muss deshalb nicht warten, obwohl sie ein paar Minuten zu früh dran ist. Die DRK-Mitarbeiter am Empfang begrüßen sie und erklären das Prozedere. Dann verschwindet sie in dem weißen Zelt mit dem roten Kreuz, das mitten im Foyer aufgebaut ist. Nach etwa einer Minute kommt sie auf der anderen Seite wieder heraus. 

Am Empfang im Foyer der Metropolishalle melden sich die Patienten zum Test an.
Am Empfang im Foyer der Metropolishalle melden sich die Patienten zum Test an.Foto: Andreas Klaer

"Ein bisschen seltsam fühlt sich das schon an mit dem Stäbchen im Mund", erzählt sie nachher. "Aber nicht schlimm." Sie sei am Morgen mit Erkältungssymptomen aufgewacht. Ihre Hausärztin habe dann den Termin im Testzentrum vermittelt. "Ich hoffe, dass es nur ein Schnupfen ist", sagt sie. Nun muss sie erstmal warten. Die Tests werden jeden Tag zum Labor nach Brandenburg an der Havel geschickt. Nach spätestens 72 Stunden soll jeder Getestete das Ergebnis bekommen. Anders als zunächst mitgeteilt, werden Patienten auch über negative Testergebnisse benachrichtigt. Das wünscht sich auch Claudia Schwarz: "Negativ ist positiv für mich."

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Maximal sind 120 Tests am Tag möglich, von Montag bis Freitag. Leitung und Koordination vor Ort liegen in der Hand von Heiko Krona. Der 41-Jährige aus der Lausitz ist Sanitäter und bildet Sanitäter aus. Wie alle fünf Mitarbeiter im Testzentrum ist er hauptamtlich beim DRK beschäftigt und bringt reichlich Erfahrung mit. "Wir kennen die Risiken", sagt er.

Für einen Abstrich im Testzentrum muss zuvor ein Termin über den Hausarzt vereinbart werden.
Für einen Abstrich im Testzentrum muss zuvor ein Termin über den Hausarzt vereinbart werden.Foto: Andreas Klaer

Im Oktober hat Krona im Testzentrum am Flughafen Schönefeld gearbeitet. "Der Ablauf hier ist in etwa gleich", sagt er. Allerdings ist die Größenordnung anders. Dort habe man im Monat rund 16.000 Abstriche gemacht. "Wenn da so ein Ferienflieger ankommt, stehen auf einmal 120 Leute an." Das Publikum dort sei natürlich sehr international gewesen. Das erwarte man in Babelsberg nicht. Dennoch seien die DRK-Mitarbeiter mit Englisch, Französisch und Arabisch sprachlich breit aufgestellt.

Morgens ohne Symptome, nachmittags mit Symptomen

In der Metropolishalle will man solche Staus wie am Flughafen mit der Terminvergabe verhindern. Patienten ohne Symptome bekämen bevorzugt Termine am Vormittag, symptomatische am Nachmittag. In dem Zelt im Foyer sind trotzdem zwei Bereiche eingerichtet, so dass notfalls auch parallel Abstriche genommen werden können. 

"Wenn Not am Mann ist, kann ich auch selbst Abstriche machen", sagt Krona. Am Flughafen habe er das 800 oder 900 mal gemacht, schätzt er. Einige Patienten seien etwas nervös. "Die meisten kennen das ja nicht. Aber wir nehmen uns Zeit und erklären alles." Der Abstrich werde nur im Rachen genommen, nicht in der Nase. Meistens gehe es sehr schnell. Die ganze Prozedur dauere eigentlich nur 30 bis 45 Sekunden.

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