• Neuer Landtag: Grundsteinlegung am 25. März

Potsdam : Neuer Landtag: Grundsteinlegung am 25. März

Schlossverein kritisiert Veränderungen gegenüber Originalfassade – keine sachgerechte Rekonstruktion

Guido Berg
Öffnet am 25. März: Die Infobox zum Landtagsbau am Alten Markt.
Öffnet am 25. März: Die Infobox zum Landtagsbau am Alten Markt.Foto: A. Klaer

Innenstadt - Am Donnerstag, dem 25. März 2010, wird der Grundstein für den neuen brandenburgischen Landtag in der Gestalt des alten Potsdamer Stadtschlosses gelegt. Zum feierlichen Baustart für das 120-Millionen-Euro-Projekt um 10 Uhr wird auch die derzeit im Aufbau befindliche Infobox am Alten Markt für die Besucher eröffnet, sagte gestern Ingrid Mattern, Sprecherin des Landesfinanzministeriums, auf PNN-Anfrage.

Indes wird die von Ministerpräsident Matthias Platzeck, Oberbürgermeister Jann Jakobs, Landtagspräsident Gunter Fritsch (alle SPD) sowie Finanzminister Helmuth Markov (Die Linke) vorgenommene Grundsteinlegung wohl keinesfalls in trauter Einigkeit mit den Bürgervereinen stattfinden. „Es herrscht kein Baufrieden“, erklärte gestern der Vorsitzende des Fördervereins Potsdamer Stadtschloss, Michael Schöne, den PNN.

Grund für die Verstimmung beim Stadtschlossverein ist eine geplante Abkehr von der Originalfassade Knobelsdorffs. Aufgrund einer veränderten Breite von Risaliten – hervorspringende Gebäudeteile – werde nicht nur die Symmetrie des Gebäudes gestört. Es könnten aufgrund der veränderten Baumaße nur noch ein Drittel der vorhanden originalen Fassadenteile wiederverwendet werden. „Die Fassade außen wird nicht original sein“, so Schöne, „das ist ein gravierender Punkt.“

Dabei hätte dem Schlossvereinsvorsitzenden zufolge noch alles gut werden können. Wie Schöne erläuterte, haben Fachleute der Bürgerinitiative Mitteschön und des Stadtschlossvereins das Land bereits bei einem Treffen am 14. Oktober 2009 auf die Probleme aufmerksam gemacht. Schönes Vorwurf: Hätten die Vertreter des Landesfinanzministeriums die Einwände zu diesem Zeitpunkt zur Kenntnis genommen, hätten diese bei den Planungen noch berücksichtigt werden können. Die Ministeriumsvertreter hätten sich jedoch lediglich der Pflicht eines Gespräches mit den engagierten Bürgern entledigen wollen „und Tschüss!“, so Schöne. Nun jedoch argumentiere das Ministerium, für Umplanungen sei es zu spät. Schöne: „Man sieht nicht die Gefahr, dass die Fassade nicht so gut wird, wie sie werden müsste.“ Der Grundfehler sei, zuerst das Raumprogramm festzulegen und „erst anschließend zu schauen, wie die Knobelsdorff-Fassade drumherum passt“. Einen „bitteren Beigeschmack“ habe es zudem, wenn das Ministerium dazu noch der Öffentlichkeit mitteile, es herrsche allgemeines Einvernehmen über die Baupläne (PNN berichteten).

Das Finanzministerium teilte dazu gestern mit, dass es richtig sei, dass Verein und Mitteschön die Unveränderbarkeit der derzeit geplanten Breite und Lage der Risalite nur zur Kenntnis genommen hätten. „Aber alle waren sich im Gespräch einig, dass man nun mit diesem Umstand umgehen und nach vorne schauen muss.“ Das Ministerium habe einer Änderung der Risalitenbreiten aufgrund des Projektstandes nicht zugestimmt. Die entsprechende Planungsänderung würde „zu erheblichen Bauzeitverzügen führen und damit auch zu Mehrkosten, die bei einem höheren sechsstelligen Betrag liegen“. Deshalb sei die Unveränderbarkeit der derzeit geplanten Breite und Lage der Risalite von allen akzeptiert, „im Allgemeinen aber bedauert“ worden. Guido Berg

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