• Neue Skulptur auf dem Freiland-Gelände: Gedenken an den Tag der Befreiung

Neue Skulptur auf dem Freiland-Gelände : Gedenken an den Tag der Befreiung

Auf dem Gelände des Freiland wird am Mittwoch, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, eine Bronzeskulptur aufgestellt. Die Initiative dazu kam von der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde. Der Verein darf nach mehreren Unterlassungsklagen nicht mehr als Gründung von Stasi-Offizieren bezeichnet werden.

Auf dem Gelände des Potsdamer Jugendkulturvereins Freiland wird am Mittwoch eine Skulptur aufgestellt. Die Initiative dazu kam von einem umstrittenen Verein.
Auf dem Gelände des Potsdamer Jugendkulturvereins Freiland wird am Mittwoch eine Skulptur aufgestellt. Die Initiative dazu kam von...Foto: Andreas Klaer.

Zum Gedenken an den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 1945 gibt es am morgigen Mittwoch in Potsdam mehrere Veranstaltungen. Gleichzeitig findet um 17 Uhr die traditionelle Gedenkfeier am Sowjetischen Ehrenfriedhof auf dem Bassinplatz und die Einweihung einer Bronzeskulptur auf dem Geländes des alternativen Jugendzentrums Freiland statt. Die Skulptur mit dem Namen „Die Befreiung“ des Bildhauers Jürgen Raue stand bis 1989 in der Gendenkstätte des Vernichtungslagers Auschwitz. Heute befindet sie sich im Besitz des Kunstarchivs Beeskow. Für den Sockel der Skulptur haben Jugendliche aus der „Arbeitsgemeinschaft Befreiung“ Spenden gesammelt. Das Freiland befindet sich auf dem Areal der früheren Arado-Werke, auf dem im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Zwangsarbeiter arbeiten mussten. Die Initiative für die Aufstellung kam von der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM), die nach mehreren Unterlassungsklagen nicht mehr als Gründung von Ex-Stasi-Offizieren bezeichnet werden darf. Nach Einschätzung des Berliner Verfassungsschutzes entspreche das Demokratie- und Legitimitätsverständnis der GBM immer noch dem der SED von 1946 bis 1989.

Die Feier am Sowjetischen Ehrenfriedhof wird von der Brandenburgischen Freundschaftsgesellschaft und dem Verein Semljaki organisiert und hatte bisher am Vormittag stattgefunden. Die Verschiebung solle mehr Berufstätigen und Schülern die Gelegenheit geben, am Gedenken teilzunehmen, hieß es. Von der gleichzeitigen Gedenkveranstaltung im Freiland habe man im Rathaus im Vorfeld nicht gewusst, so Stadtsprecher Stefan Schulz. Die zeitliche Überschneidung sei ungünstig. Die Stadtverwaltung wird bei der Gedenkveranstaltung am Bassinplatz von der Sozialbeigeordneten Elona Müller-Preinesberger (parteilos) vertreten.

Zum Jahrestag der Befreiung findet im Thalia-Kino ein antirassistischer Filmtag statt. Klaus Stanjeks Dokumentarfilm Klänge des Verschweigens läuft um 16.30 Uhr, die Dokumentation „Schwester“ um 19 Uhr. Anschließend gibt es ein Filmgespräch.

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