Potsdam : Neue Schwierigkeiten

Der Standort für das geplante Russisch-Orthodoxe Gemeindehaus muss erneut verlegt werden

Henri Kramer (mit Pek)

Nauener Vorstadt – Seit Jahren versucht die Russisch-Orthodoxe Gemeinde am Kapellenberg ein Gemeindehaus zu errichten. Zuletzt zeichnete sich für diese Pläne eine Lösung ab – nun gibt es aber neue Probleme. Das bestätigte Stadtsprecherin Christine Weber den PNN auf Anfrage.

Der Grund: Am geplanten Standort für das Zentrum am Fuß des Kapellenberges nahe der Puschkinallee bestehen naturschutzrechtliche Bedenken. „Dabei geht es um den wertvollen Baumbestand, also um alte Buchen und Eichen“, sagte Weber. Mögliche Neubauten müssten zu diesen Bäumen einen erforderlichen Mindestabstand einhalten – und zwar vom Ausmaß einer Baumkrone plus 1,50 Meter. Daher prüfe die Stadtverwaltung nun, ob sich der geplante Standort für das Zentrum noch etwas verschieben lasse. „Konkrete Gespräche dazu gab es bislang aber noch nicht.“ Diese sollen in den kommenden Wochen stattfinden, so Weber weiter.

Wie berichtet plante die Gemeinde der Russisch-Orthodoxen Kirche des Heiligen Alexander Newski zu Potsdam bereits vor Jahren ein Gemeindehaus auf einer Teilfläche des Friedhofes auf dem Kapellenberg, dem höchsten Hügel von Potsdam. Dies wurde aber vom brandenburgischen Landesdenkmalamt abgelehnt, da historische Sichtbeziehungen zerstört würden. Nach dieser Entscheidung passierte viele Jahre nichts, erst nach heftiger Kritik von der Gemeinde brachte die Stadtverwaltung dann den neuen Standort ins Spiel. In der Gemeinde sieht man die neuerlichen Verzögerungen noch gelassen. „Natürlich warten wir aber ungeduldig darauf, dass wir mit dem Projekt beginnen können“, sagte Sprecher Sergej Koljada den PNN.

Nach eigenen Angaben hat die Gemeinde der Russisch-Orthodoxen Kirche des heiligen Alexander Newskij zu Potsdam rund 3000 Mitglieder, von denen ein Drittel auch im Kirchenregister eingetragen ist. Bis vor einigen Jahren standen der Gemeinde noch Räume in einem Haus in der Puschkinstraße zur Verfügung, bis die Stadt die Immobilie verkaufte. Die vor mehr als 180 Jahren gebaute Newski-Kapelle auf dem Kapellenberg sei als Gemeindehaus zu klein und auch nicht geeignet, hatte der Erzpriester der Gemeinde, Anatoij Koljada, mehrfach erklärt. Ihr Zentrum will die Gemeinde unter anderem mithilfe von Spendengeldern aufbauen, in der Vergangenheit war von Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro die Rede.

Henri Kramer (mit Pek)