• Neue Initiative für Tierheim gegründet Forderung nach Fläche ohne „Knebelvertrag“

Potsdam : Neue Initiative für Tierheim gegründet Forderung nach Fläche ohne „Knebelvertrag“

Potsdam braucht ein Tierheim – das ist der Name und die Hauptforderung der neuen Bürgerinitiative, die sich am Sonntag im Bürgerhaus am Schlaatz gegründet hat. Vor rund 20 Potsdamern stellten die vier Initiatorinnen die bisherige Situation dar – die Landeshauptstadt hat seit sieben Jahren kein Tierheim – und kündigten zahlreiche Aktionen sowie die Kontaktaufnahme zur Stadtverwaltung an.

„Wir geben nicht eher auf, bis es ein Tierheim in Potsdam gibt“, sagt Mitgründerin Madlen Fabiunke, die auch Mitglied des Berliner Tierschutzvereins „Animals Care“ ist. „Wir wollen die Stadt diplomatisch davon überzeugen und streben eine konstruktive Zusammenarbeit an“, so ihre Mitstreiterin Anne Pawletta.

Die Gründung erfolgt nicht im Rahmen des Tierschutzvereins Potsdam e.V. (TSV), der 2013 den Zuschlag zum Bau eines Tierheimes erhalten hatte. „Wir sind einfach eine Gruppe von tierlieben Bürgern“, sagt Ursula Selke, die früher ehrenamtlich für das 2007 geschlossene Tierheim am Wildpark gearbeitet hat. Unterstützt wird die Initiative auch vom Tierrettung Potsdam e.V.

Seit etwa neun Monaten verhandelt die Stadt Potsdam mit dem TSV über den Kaufvertrag eines Grundstücks auf dem sogenannten Sago-Gelände an der Michendorfer Chaussee. An dem Gelände möchte die Initiative festhalten, aber zu anderen Konditionen für den TSV: „Die Maßnahmen und Eigenleistungen, die in dem bisherigen Kaufvertrag verlangt werden, kann ein gemeinnütziger Verein nicht stemmen“, sagt Selke. „Auch der Deutsche Tierschutzbund hat von der Unterzeichnung abgeraten – wir fordern das Sago-Gelände ohne Knebelvertrag!“

Derzeit werden Potsdamer Fundtiere im Pfötchenhotel in Beelitz aufgenommen, das kürzlich Insolvenz anmelden musste. Bis Ende 2015 wird das Pfötchenhotel seine Aufgabe noch weiter erfüllen.

Die Bürgerinitiative „Potsdam braucht ein Tierheim“ will künftig mit Infoständen, Petitionen, Demos und der Unterstützung durch namhafte Potsdamer für ihre Sache kämpfen. Auch die Aufklärung über Tieranschaffungen soll vorangetrieben werden: „Viele Menschen holen sich ein Tier und überlegen nicht: Was passiert, wenn ich umziehe oder krank werde?“, sagt Mitgründerin Anke Drohla, die ehrenamtlich für den TSV und die Tierrettung Potsdam tätig ist.

Erstes Ziel der Initiative ist die Sammlung von möglichst vielen Unterschriften ab dem 29. September, um dem Tierheim-Neubau im aktuellen Bürgerhaushalt möglichst viel Gewicht zu verleihen. In einer ersten Abstimmungsrunde hatte das Tierheim bereits den ersten Platz im Bürgerhaushalt erreicht. Erik Wenk