• Neue Anlaufstelle für Ukraine-Geflüchtete: Potsdam plant Hilfezelt auf Bassinplatz

Neue Anlaufstelle für Ukraine-Geflüchtete : Potsdam plant Hilfezelt auf Bassinplatz

In dem 300 Quadratmeter großen Zelt sollen Geflüchtete Tipps, Hilfe und Informationen erhalten. Doch der Start zieht sich über Wochen.

Bislang gibt es Hilfe für geflüchtete Ukrainer:innen vor allem in der Biosphäre. 
Bislang gibt es Hilfe für geflüchtete Ukrainer:innen vor allem in der Biosphäre. Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Mehr als einen Monat nach der Ankunft der ersten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine hat die Stadtverwaltung nun mit dem Aufbau eines zentralen Versorgungzeltes auf dem Bassinplatz begonnen. So sollen Flüchtlinge besser als bisher mit Essen versorgt werden, zudem soll es dort in zwei Containern acht Waschmaschinen und sechs Trockner geben. Auch eine Essenausgabe und Beratungsangebote durch Mitarbeitende der Stadtverwaltung und Ehrenamtliche sind vorgesehen. Dazu informierte die Stadtverwaltung am Donnerstag in einer Mitteilung. 

300 Quadratmeter großes Zelt kommt mit Verzögerung

Allerdings dauert der Aufbau noch Wochen: In einem 300 Quadratmeter großen Zelt sollen laut Rathaus ab Ende April jene Flüchtlinge versorgt werden, die kurzfristig privat untergebracht sind oder dann noch in Hotels oder Pensionen wohnen können. Bekanntlich enden in den Osterferien zahlreiche Verträge mit Hotels, so dass die Flüchtlinge neu untergebracht werden müssen – wofür zum Beispiel wie berichtet 300 Plätze in der Babelsberger Metropolishalle hergerichtet werden. Unklar ist, wie viele Flüchtlinge womöglich nach den Ferien wieder in Hotelbetrieben unterkommen könnten. Generell sucht die Stadt aktuell händeringend nach  langfristigen Unterkunftsmöglichkeiten für hunderte Geflüchtete – insgesamt müsse sich der leergefegte Potsdamer Wohnungsmarkt auf bis zu 2500 neue Bewohner einstellen, hieß es zuletzt.

Sparkasse wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) hat derweil Vorwürfe der Wählergemeinschaft Die Andere zurückgewiesen, dass man mittellosen ukrainischen Kriegsflüchtlingen die Eröffnung von Konten unnötig erschwere. Täglich eröffne die MBS „reibungslos“ Dutzende solcher Konten, bald würden es über 1000 sein, sagte MBS-Sprecher Robert Heiduck auf Anfrage. Bei Problemen würden die Mitarbeiter auch individuelle Lösungen finden, in aller Regel aber sei „die notwendige Legitimation kein Problem“. 

Vorwurf: MBS verweigert Geflüchteten Kontoeröffnung

Dagegen hatte Die Andere via Facebook erklärt, „die Sparkasse verweigert ukrainischen Geflüchteten die Eröffnung eigener Konten“. So würden nur in lateinischer Schrift ausgestellte Identitätsnachweise akzeptiert. „Der traditionelle ukrainische Pass in kyrillischer Schrift wird von der Bank nicht akzeptiert, selbst dann nicht, wenn eine offizielle Übersetzung vorliegt“, so Die Andere. Andere Geldinstitute wie die Postbank würden da pragmatischer handeln.

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MBS-Sprecher Heiduck sagte dagegen, offenbar sei hier ein sogenannter ukrainischer „Passport“ vorgelegt worden – hier handele es sich nicht um einen Reisepass, sondern um einen Bürgerpass, der „leider nicht die notwendigen rechtlichen Bestimmungen“ für eine Kontoeröffnung erfülle, die alle Kreditinstitute zu beachten hätten. 

Es würden aber in aller Regel andere Legitimationspapiere vorgelegt, „die eine Kontoeröffnung problemlos ermöglichen“, so der Sprecher. Das seien zum Beispiel der Reisepass, aber auch von der Ausländerbehörde ausgestellte Aufenthaltstitel. Selbst ein Ankunftsnachweis vom Amt sei ausreichend, hieß es von der MBS weiter. 

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