Potsdam : Neubaumieten bleiben hoch

Pro Potsdam baut 16 Wohnungen in Babelsberg. Steigende Baukosten verteuern den Mietpreis

Baustein. In der Babelsberger Wollestraße legten Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius den Grundstein für 16 neue Wohnungen. Bis zum Jahr 2019 soll das kommunale Unternehmen in Potsdam 1000 Wohnungen errichten.
Baustein. In der Babelsberger Wollestraße legten Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius den...Foto: Rebecca F. Miller

In einem Jahr sollen sie fertig sein: 16 neue Wohnungen baut die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Pro Potsdam in der Babelsberger Wollestraße. Am gestrigen Dienstag wurde der Grundstein für die Häuser gelegt. Die Mieter erwartet dann eine Kaltmiete von 9,45 Euro pro Quadratmeter. Bei Neubauten sei die Herausforderung, die Architektur behutsam in die Umgebung einzufügen, modernen Energiestandards anzupassen und gleichzeitig bezahlbare Mieten anzubieten, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bei der Grundsteinlegung. „Das schließt sich eigentlich aus“, meinte Jakobs. Die zwei Wohnhäuser, die nun in der Nähe des Babelsberger Parks entstehen, seien ein guter Kompromiss.

Für Axel Wunschel, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands Berlin-Brandenburg, sind spürbar niedrigere Kaltmieten im Neubau praktisch nicht möglich. „Die untere Grenze liegt bei 8,50 Euro je Quadratmeter“, sagte Wünschel den PNN. Dafür seien aber sehr günstige Bedingungen nötig. Neben geringen Kosten für den Grundstückserwerb gehöre dazu auch ein niedrigerer Wohnstandard: „Mit Einheitsfenstern und -türen und ohne besonderen gestalterischen Aufwand kann Geld gespart werden“. Ein Plattenbau auf der grünen Wiese sei billiger zu haben als ein Neubau, der sich in eine bestehende Umgebung einfügt. „Einheitsblöcke wie aus den 60er Jahren will man aber heute nicht mehr“, sagte Wunschel.

Hinzu kämen noch andere Faktoren, die den Preis nach oben treiben. So führe der Trend zu kleineren Wohnungen zu höheren Kosten. Auf die gleiche Gebäudegröße kommen heute mehr Küchen und Bäder mit aufwendiger Infrastruktur. „Gab es früher zwei Stränge pro Mehrfamilienhaus, hat man heute vier davon“, so Wunschel. Zudem seien die Kosten für Baumaterial in den vergangenen Jahren gestiegen. „Auch Kies wird auf dem Weltmarkt gehandelt“, so Wunschel. Zudem sei beispielsweise der Dieselkraftstoff, mit dem zahlreiche Baumaschinen angetrieben werden, teurer geworden.

Die neuen Wohnungen in der Wollestraße wurden nicht nach „Schema F“ geplant, sagte Pro-Potsdam-Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius. Auf dem Grundstück entstehen zwei nahezu identische Gebäude mit insgesamt 1340 Quadratmetern Wohnfläche. 2,7 Millionen Euro gibt die kommunale Immobilienholding dafür aus. Es sollen vier Einzimmerappartements, zwei Zweizimmer-, acht Dreizimmer- und zwei Vierzimmerwohnungen entstehen. Alle Wohnungen haben eine Terrasse oder einen Balkon. Die Fassade sei bewusst einfach gestaltet, um sie in die umgebenden Altbauten einzupassen. Eine knifflige Aufgabe für die Architekten sei die Form des Daches gewesen, hieß es. Da die Sonnenkollektoren auf dem Dach vom Park Babelsberg aus nicht zu sehen sein sollen, sind sie in die Mitte des Steildachs eingelassen.

Die Grundsteinlegung am Dienstag war für die Pro Potsdam bereits die fünfte in diesem Jahr. Für 34 Millionen Euro werden derzeit 224 Wohnungen gebaut. Weitere 78 Wohnungen für 13 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr dazukommen. 2014 sollen 193 Wohnungen gebaut werden. Nach dem Willen der Stadt soll die Pro Potsdam bis 2019 insgesamt 1000 neue Wohnungen errichten. Um trotz des Zuzugs Druck vom Wohnungsmarkt zu nehmen, plant das Rathaus, Mietsteigerungen bei der kommunalen Gesellschaft zu begrenzen. Der Neubau und die Sanierung von Wohnungen werden dennoch beibehalten, so Jakobs.

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