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Neubau für Gerichte : In Potsdam soll ein zweites Justizzentrum entstehen

Im Justizzentrum II in der Pappelallee sollen drei Gerichte zusammengeführt werden. Dafür soll nahe des Ruinenbergs ein Komplex aus vier Gebäuden gebaut werden.

Bislang gibt es in Potsdam ein Justizzentrum in der Jägerallee, in der Pappelallee soll ein zweites entstehen. 
Bislang gibt es in Potsdam ein Justizzentrum in der Jägerallee, in der Pappelallee soll ein zweites entstehen. Foto: Andreas Klaer

Potsdam -  In der Pappelallee soll ein zweites Justizzentrum für etwa 300 Richter und Mitarbeiter entstehen. Das teilte das Justizministerium am Mittwoch mit. In einem Neubaukomplex sollen nördlich des Ruinenbergs drei Gerichte zusammengeführt werden. Diese sind bisher auf vier Standorte in der Stadt verteilt. Konkret geht es um das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, das Sozialgericht Potsdam und das Arbeitsgericht Potsdam. Zudem soll das Justizzentrum II den Zentralen IT-Dienstleister der Justiz des Landes Brandenburg ZenIT beherbergen.

Der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) geht von einem Investitionsvolumen in Höhe von 54 Millionen Euro aus. Das sei allerdings eine vorläufige Kostenschätzung, wie BLB-Sprecherin Ulrike Rehberg betonte. Man stehe noch ganz am Anfang der Planungsphase. Nun werde die Baubeschreibung erstellt und eine genaue Kostenkalkulation vorgenommen. Ab 2022 soll gebaut werden. „Voraussichtlich 2025 soll die Baumaßnahme fertiggestellt werden“, so Rehberg.

Brandenburgs Justizministerin Susanne Hoffmann.
Brandenburgs Justizministerin Susanne Hoffmann.Foto: picture alliance/dpa

„Durch die Konzentration mehrerer Justizeinrichtungen und die gemeinsame Nutzung zentraler Einrichtungen sind kostensparende Synergieeffekte und Effizienzsteigerungen zu erwarten“, teilte Justizministerin Susanne Hoffmann (CDU) mit. Sie hatte das Gelände, eine landeseigene Fläche, am Mittwoch besichtigt.

Es geht um eine Fläche in der Pappelallee 20, an der Ecke zum Reiherweg, gegenüber des Supermarkts Rewe. Auf dem Gelände stehen derzeit noch Baracken des ehemaligen DDR-Forstbetriebs. Unter anderem ist dort derzeit das Depot des Filmmuseums untergebracht. Wie berichtet soll gegenüber der Filmuniversität in der Marlene-Dietrich-Allee ein neues Sammlungsdepot gebaut werden. Das alte Depot ist zur Vorbereitung des Umzugs seit Jahresbeginn bereits geschlossen, in zwei Jahren soll der Neubau fertig sein. 

"Kompaktes Gebäudeensemble"

Insgesamt ist das Grundstück, das dem Land gehört, etwa vier Hektar groß. Auf der einen Hälfte soll das neue Justizzentrum errichtet werden, auf der anderen Hälfte plant der Kommunale Immobilienservice (KIS) eine Gesamtschule. Das bestätigte ein Stadtsprecher auf Anfrage. Die Schule am Schloss, zu der auch Sport- und Freizeitflächen gehören, ist für knapp 900 Schüler ausgelegt. 

Für das neue Justizzentrum ist laut BLB-Sprecherin Rehberg ein „kompaktes Gebäudeensemble“ geplant. Dieses bestehe aus vier Baukörpern, zwei bis vier Geschosse hoch, die sich um Innenhöfe herum gruppieren. Verbunden werden sie durch einen zentralen, zweigeschossigen Verbindungstrakt. Die Gesamtnutzfläche des Zentrums beträgt nach Rehbergs angaben 11.140 Quadratmeter.

Auch Schlösserstiftung wird zu Rate gezogen

Die Gebäude sollen sich „in die im Weltkulturerbe liegende Landschaft einfügen“, so die Mitteilung. Um dies zu erreichen, habe es eine enge Abstimmung mit der Denkmalpflege und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gegeben. Frank Kallensee, Sprecher der Schlösserstiftung, bestätigte auf Anfrage, dass es zu diesem Thema einen Austausch gegeben habe. „Bei allen Projekten, die in der Pufferzone des Welterbes liegen, werden wir am Verfahren beteiligt und um Stellungnahme gebeten“, so Kallensee. Gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt würden etwa Vorgaben zur Höhe der Gebäude oder zur Farbgebung gemacht.

Wie Frank Schauka, Sprecher des Justizministeriums erläuterte, ist in dem Neubauensemble eine gemeinsame Sicherheitsschleuse nach neuesten Sicherheitsstandards geplant. Vorteil des Neubaus, so heißt es in der Mitteilung, sei auch die gute Erreichbarkeit durch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Die nächstgelegene Haltestelle ist die Station Kirschallee, dort halten die Tramlinie 92 sowie mehrere Buslinien. 

Sozialgericht wird künftig nur noch einen Standort haben

„Die seit Jahren bestehende Unterbringung des Sozialgerichts an zwei Standorten innerhalb einer Stadt wird mit dem Umzug in das Justizzentrum II beendet“, nannte Justizministerin Hoffmann einen weiteren Vorzug der Pläne. Das erste Justizzentrum in der Jägerallee wurde 2008 eröffnet. Dort sind unter anderem das Landgericht und Teile des Amtsgerichts untergebracht. Andere Gerichte verteilen sich auf unterschiedliche Standorte. Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, künftig der größte Nutzer des Zentrums, mietet bislang ein Gebäude östlich des Filmparks Babelsberg. Das Arbeitsgericht hat seinen Sitz derzeit in der Behlertstraße in der Brandenburger Vorstadt. 

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