Potsdam : Neptungrotte wird bis 2017 restauriert

Günther Jauch spendete eine Million Euro

Sanierungsbedürftig: Die Neptungrotte im Welterbe-Park Sanssouci.
Sanierungsbedürftig: Die Neptungrotte im Welterbe-Park Sanssouci.Foto: A. Klaer

Sanssouci - Es kann losgehen: Die Neptungrotte im Park Sanssouci wird bis Ende 2017 für insgesamt 3,5 Millionen Euro restauriert. Das verkündete am Freitag der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Hartmut Dorgerloh, anlässlich des 302. Geburtstages Friedrichs II. Möglich wird der Sanierungsstart durch eine Spende des Potsdamer Fernsehmoderators Günther Jauch in Höhe von einer Million Euro und das Engagement der Arbeitsgemeinschaft Potsdamer Schlössernacht. Die unterstützt das Projekt mit Erlösen aus dem Ticketverkauf der Schlössernacht der Jahre 2014 bis 2016. Zusätzlich wird die Restaurierung durch eine weitere Spende des Mäzens Gerhard Elsner unterstützt, der schon die Sanierung des Normannischen Turms gefördert hatte. Nach Angaben von Dorgerloh handelt es sich um eine sechsstellige Summe.

Die Neptungrotte wurde auf Geheiß Friedrichs II. vom Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff entworfen und im östlichen Teil des Parks Sanssouci, in der Nähe der Bildergalerie, zwischen 1751 und 1757 gebaut. Der Skulpturenschmuck stammt von dem Bildhauer Johann Peter Benkert. Das aus weißem und rosafarbenem schlesischen Marmor errichtete Ensemble wurde mit Neptun, dem römischen Gott des Meeres, zwei Najaden und zwei Tritonen bekrönt. An beiden Seiten der Grotte wurden kaskadenförmig angeordnete Muschelschalen angebracht, über die Wasser aus der Havel herabfließen sollte. Technische Probleme machten diese Pläne jedoch zunichte. Erst knapp 100 Jahre später, unter König Friedrich Wilhelm IV., gelang es, aus der Neptungrotte ein Wasserspiel zu machen. Betrieben wurde es durch das Pumpenhaus, das der Monarch in Form einer Moschee an der Neustädter Havelbucht bauen ließ.

Nun weist die Neptungrotte deutliche Schäden durch Vandalismus und Witterung auf. „Es wäre schön, wenn jetzt auch andere mithelfen würden, dieses historische Bauwerk vor dem endgültigen Verfall zu retten“, teilte Jauch mit. Mit dem von ihm mit einer 3,5-Millionen-Euro-Spende finanzierten Wiederaufbau des Fortunaportals an historischer Stelle war Jauch im Jahr 2002 einer der ersten Förderer und Sponsoren des neuen Landtagsschlosses.

Bevor es erste sichtbare Schritte bei der Restaurierung geben kann, muss zunächst der brüchige Marmorfußboden abgetragen werden. Dann werde der Innenraum für weitere Untersuchungen eingerüstet, hieß es. Dabei werde dann auch geklärt, welche Muscheln die Wände der Grotte zieren. „Wir werden schon passende Muscheln finden“, so Dorgerloh.

Das jetzige Erscheinungsbild der Grotte werde sich durch die Restaurierung grundlegend ändern. Die Säulen aus Kauffunger Marmor sollen wieder ihre charakteristische rosa Färbung wie die Säulen am Marmorpalais im Neuen Garten bekommen. Und auch der Neptun selbst soll wieder auf das Dach der Grotte zurückkehren. Die mit seinem Dreizack 3,40 Meter große Figur des Meeresgottes war 1996 vorsorglich demontiert worden. 

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