• Neptungrotte im Park Sanssouci: Nicht mehr so grottig

Neptungrotte im Park Sanssouci : Nicht mehr so grottig

Am 10. Oktober soll die mit Privatspenden restaurierte Neptungrotte feierlich eröffnet werden. Die Skulpturengruppe des Meeresgottes Neptun auf dem Dach der Grotte ist bereits zurückgekehrt.

Vor dem Transport. Eine der Najaden für die Neptungrotte.
Vor dem Transport. Eine der Najaden für die Neptungrotte.Foto: Schlösserstiftung

Park Sanssouci - Die für 3,5 Millionen Euro komplett restaurierte Neptungrotte am Rande von Park Sanssouci wird ab dem 10. Oktober wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Das kündigte der Hochbau-Referatsleiter der Schlösserstiftung, Dirk Dorsemagen, am Dienstag vor Journalisten an. Damit endet die seit 2013 andauernde Sanierung des bis 1957 errichteten denkmalgeschützten Bauwerks.

Anlass für den Termin war die Rückkehr der Skulpturengruppe des Meeresgottes Neptun auf das Dach der Grotte – nach insgesamt 20 Jahren. Die mehrere hundert Kilogramm schweren Figuren aus Carrara-Marmor waren bereits Ende der 1990er wegen der massiven Schäden an dem Denkmal abgenommen und zunächst eingelagert worden, inzwischen sind auch sie restauriert. „Das ist schon ein erhebender Moment, dass sie nun wiederkommen“, sagte etwa der langjährige Skulpturen-Spezialist der Stiftung, Roland Will, als die erste der Schmuckfiguren mit einem Kran auf das Dach der Grotte gehoben wurde.

Gerettete Körperteile wieder angesetzt

Die Aufarbeitung der Skulpturen war komplex, wie Will schilderte – schließlich hätten einige schon keine Arme und Köpfe mehr gehabt, weil diese Vandalimus zum Opfer fielen. Die gerettenen Körperteile habe man nun wieder ansetzen können. Mittels Ultraschallmessung stellte sich ferner heraus, dass das Innere der Figuren teils fast zerbröselt war. In einem aufwendigen Verfahren habe man flüssiges Acrylglas zur Verstärkung eingespritzt, erklärte Experte Dorsemagen.

Insgesamt kostete die Restaurierung rund 3,5 Millionen Euro, das Geld kam ausschließlich aus privaten Mitteln. Angeschoben hatte das Projekt der TV-Moderator und Wahlpotsdamer Günther Jauch mit einer Spende über eine Million Euro. Es folgten der inzwischen verstorbene Druckerei-Besitzer Gerhard Elsner und die Mäzenin Gisela Soost, die ein Teil ihrer Erbschaft der Stiftung vermachte. Geld kam zudem anfangs aus Einnahmen der Schlössernacht.

Eine Kostbarkeit für den Park

Und die Mittel waren auch für die vor Jahren schon nicht mehr standfeste Grotte dringend nötig. So seien mehrere tragende Säulen wegen des Lehmbodens darunter bereits abgesackt gewesen, hieß es vor Ort. Auch andere schwere Schäden – etwa durch eindringendes Wasser – habe man beseitigen müssen. Nun aber seien die Wand- und Deckenflächen im Inneren der Marmorgrotte fast fertig restauriert. Bis zur Eröffnung müssten aber noch die Außenanlagen wiederhergestellt werden, hieß es.

Die Neptungrotte, errichtet im Auftrag Friedrichs des Großen, ist das letzte Werk des Baumeisters Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff und orientiert sich an der Kunstfertigkeit von Versailles. Besucher in Potsdam können sich auf ein Unikum im Welterbe einstellen: Ein triumphbogenartiges Portal, auf deren Dach sich die Skulpturengruppe mit Neptun und seinen Najaden befindet. Die Seitenpfeiler der Grotte sind mit Marmor-Muschelbecken geschmückt. In diese soll sich Wasser ergießen. Auch diese Wasserspiele sollen – zumindest zu besonderen Anlässen wie zur feierlichen Eröffnung am 10. Oktober – wieder zu sehen sein. „Dazu werden wir Leitungen verlegen“, sagte Dorsemagen. Ein regelmäßiger Wasserbetrieb wäre aber zu aufwendig, machte er deutlich. Und abschließend sagte er: „Das wird eine Kostbarkeit für den Park.“ 

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Die Restaurierung der Neptungrotte war nur mit Hilfe von Mäzenen möglich. Das geht auch anders, findet PNN-Redakteur Henri Kramer.

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