• Naturschutz in Potsdam: Wie man Vögeln im Winter helfen kann

Naturschutz in Potsdam : Wie man Vögeln im Winter helfen kann

Vögel finden im Winter kaum Futter. Ein Potsdamer Ornithologe gibt Tipps, wie man den Tieren am besten helfen kann, und was man vermeiden sollte. 

Eine Kohlmeise (Parus major) sitzt auf einem mit Schnee und Eis bedecktem Vogelhäuschen.
Eine Kohlmeise (Parus major) sitzt auf einem mit Schnee und Eis bedecktem Vogelhäuschen.Foto: dpa

Potsdam - Die Eiseskälte ist nicht nur für die Menschen schwer zu ertragen. Wildlebende Vögel leiden momentan sehr darunter, weil sie kein Futter finden. “Die Vogelwelt ist in Not”, sagt der Ornithologe Manfred Pohl vom Nabu Potsdam, der sich seit über 60 Jahren für den Vogelschutz einsetzt. Das natürliche Futter sei jetzt von Eis und Schnee bedeckt und daher nicht zu erreichen. Die Potsdamer:innen könnten den Vögeln helfen, indem sie Futter bereitstellten. 

Das beliebte Vogelhäuschen im Garten habe nicht zuletzt einen pädagogischen Effekt, weil Kinder ebenso wie Erwachsene die Vögel beobachten und daraus lernen könnten. Allerdings solle man sich nicht wundern, wenn die Tiere zunächst zurückhaltend reagieren. “Sie sind unsicher”, sagt Pohl, weil sie sich in der neuen Situation erst einmal orientieren müssten. 

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Deshalb sollte man Vögel auch dort füttern, wo sie sich ohnehin aufhalten. Zum Beispiel an den teilweise zugefrorenen Gewässern wie der Stadthavel oder der Nuthe. Von trockenem Brot als Futter rät der Naturschützer jedoch ab. Es enthalte nur wenig wertvolle Nährstoffe und könne sogar schwer verdaulich sein. Auf keinen Fall solle man Brot ins Wasser werfen, dort könne es zu Fäulnis führen und den Gewässern nachhaltig schaden. Auch salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln sollte man nicht anbieten. Und von allzu billigem Vogelfutter rät Pohl ebenfalls ab. 

Sonnenblumenkerne, Haferflocken und Obst

Was gibt man den Tieren also? Gut geeignet sind Körner und zum Beispiel Sonnenblumenkerne. Auch hochwertige Futtermischungen aus dem Fachhandel empfiehlt der Nabu. Neben Körnerfressern wie Meise, Fink und Sperling überwintern bei uns aber auch Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amsel oder Zaunkönig. Für sie kann man zum Beispiel Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie in Bodennähe auslegen. Im Handel gibt es auch spezielle Bodenfutterspender. 

Manfred Pohl (links) bei einem vogelkundlichen Spaziergang durch die Nuthewiesen im Januar 2020.
Manfred Pohl (links) bei einem vogelkundlichen Spaziergang durch die Nuthewiesen im Januar 2020.Foto: Andreas Klaer

Meisen mögen auch Gemische aus Fett und Samen, sogenannte Meisenknödel. Die kann man selbst herstellen oder kaufen. Beim Kauf von solchen Produkten sollte man generell darauf achten, ob sie in Plastiknetze verpackt sind. Wenn ja, müssen diese Netze vor dem Füttern entfernt werden, denn Vögel können sich mit ihren Beinen darin verheddern und schwer verletzen. 

Vorsicht vor der Katze!

Für Haus und Garten rät der Nabu zu Futterspendern, bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen. So kann die Verschmutzung des Futters durch Kot vermieden werden. Die Futterspender sollten dort platziert werden, wo die Vögel möglichst sicher sind. Katzen sollten sich also möglichst nicht an sie anschleichen können. Hilfreich sind auch Bäume oder Büsche in der Nähe, weil sie den Vögeln im Notfall Deckung bieten können, etwa bei Attacken von Sperbern.  

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