• Nahverkehr in Potsdam: Kritik an Fahrpreiserhöhung

Nahverkehr in Potsdam : Kritik an Fahrpreiserhöhung

Zum 1. Januar werden in Potsdam Bus- und Tramtickets teurer. Die Erhöhung komme zum falschen Zeitpunkt, kritisiert die Linke und fordert eine andere Lösung.

Wer in Potsdam in Bus oder Tram einsteigt, muss künftig mehr bezahlen.
Wer in Potsdam in Bus oder Tram einsteigt, muss künftig mehr bezahlen.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die Preise für Bus- und Tramfahrten in Potsdam sollen mit Beginn des neuen Jahres steigen. Nun regt sich Kritik: "Mitten in der Corona-Krise sind die kräftigen Erhöhungen von rund 5 Prozent das völlig falsche Signal", sagt die Linke-Stadtverordnete Tina Lange. "Wir wollen, dass der ÖPNV attraktiver und der Umstieg im Interesse unserer Umwelt vereinfacht wird." Jede Erhöhung der Preise stehe dem entgegen. Gleichzeitig treffe es gerade jetzt die Falschen. "Untersuchungen haben jüngst gezeigt, dass insbesondere einkommensschwache und Schüler*innen weiterhin auf den ÖPNV angewiesen sind - wer es sich leisten kann, steigt coronabedingt gerade vermehrt auf das Auto oder (E-)Fahrrad um.“

Zehn Cent mehr pro Einzelfahrschein

Wie berichtet hatte der Verkehrsbetrieb in Potsdam (ViP), Teil der kommunalen Stadtwerke, am Montag angekündigt, dass sich ab dem 1. Januar 2021 die Preise für Fahrscheine um durchschnittlich 2,4 Prozent verteuern würden. So wird die Einzelfahrt für den Potsdamer Geltungsbereich AB um 10 Cent teurer und kostet dann 2,30 Euro. Der Preis für eine Tageskarte Potsdam AB wird um 20 Cent auf 4,70 Euro angehoben. Die VBB-Umweltkarte für Potsdam AB verteuert sich um einen Euro auf 43,40 Euro.

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Der Verkehrsbetrieb hatte die Erhöhung mit der Entwicklung der Lebenshaltungs-, Strom- und Kraftstoffpreise sowie gestiegenen Betriebs- und Personalkosten gerechtfertigt. Tatsächlich ist die Erhöhung in Potsdam kein Ausnahmefall: Denn der Verkehrsbetrieb gehört zum Verkehrsverbund Berlin Brandenburg. Und dessen Aufsichtsrat, der mit Vertretern Berlins, Brandenburgs und den Städten und Kommunen besetzt ist, hatte schon im September eine Erhöhung beschlossen. Schon damals hatte sich die Linke auf Landesebene gegen die Fahrpreiserhöhung gestellt. Doch die Vertreter der rot-schwarz-grünen Koalition sprachen sich einhellig für eine Tariferhöhung aus.

Der Linke-Stadtverordnete Sascha Krämer hat andere Vorstellungen, wie der öffentliche Nahverkehr finanziert werden sollte. "Natürlich muss der öffentliche Nahverkehr gut ausgebaut sein und die Beschäftigten müssen gut bezahlt werden. Aber diese Kosten muss die Gesellschaft insgesamt solidarisch tragen und nicht die einzelnen Nutzerinnen, die sich bereits umweltfreundlich bewegen und darauf angewiesen sind", so Krämer. Eine ökologische Verkehrswende sei nur mit den Menschen in der Stadt machbar.

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