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Nachbarschaftszentrum in Potsdam-West : Sanierung des "Lottenhofs" könnte 2021 beginnen

Auch die Stadt Potsdam wird sich an den Kosten der Sanierung beteiligen. Schon im nächsten Jahr könnte der erste Spatenstich sein.

Nachbarschaftsgarten Lottenhof, ehemals "Scholle 34" in Potsdam-West.
Nachbarschaftsgarten Lottenhof, ehemals "Scholle 34" in Potsdam-West.Foto: Sebastian Gabsch

Der “Lottenhof” am Eingang des Parks Sanssouci wird saniert. Das Bundesprogramm “Nationale Projekte des Städtebaus” gibt dafür Fördermittel in Höhe von 1,9 Millionen Euro. Die Landeshauptstadt will noch einmal etwa die Hälfte dieser Summe beisteuern Das Stadtteilnetzwerk Potsdam-West hofft auf einen Baubeginn 2021. "Den Erfolg haben wir zum großen Teil der Stadt zu verdanken", sagt Stephan Heinlein, der Vorsitzende des Stadtteilnetzwerkes den PNN. Denn die Stadtverwaltung habe den Förderantrag beim Bund eingereicht. Vorausgegangen sei ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, das Projekt mit einer weiteren Förderung zu unterstützen. Letztlich würden etwa zwei Drittel der Gesamtsumme aus Bundesmitteln kommen, ein weiteres Drittel zahle die Stadt, sagt Heinlein. 

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Insbesondere Gregor Jekel, der Bereichsleiter Wohnen der Stadtverwaltung, habe sich für das Projekt engagiert, betont Heinlein. Persönlich dafür stark gemacht hätten sich außerdem auch Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle und Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (beide SPD). 

Anwohner haben sich einen Treffpunkt aufgebaut

In der 1970er Jahren befand sich auf dem Grundstück eine beliebte Ausflugsgaststätte. Doch der Gebäudekomplex ist verfallen. Ab 2014 entrümpelten Bewohner der Umgebung das Gelände und legten einen Nachbarschaftsgarten an. Seither treffen sich Anwohner im Sommer zu Veranstaltungen wie Freiluftkino oder Tanzabenden. Es gibt einen vegan-vegetarischen Imbisswagen und einen Jugendtreffpunkt. Anfangs hieß das Projekt "Scholle 34", im letzten September wurde es umbenannt in "Lottenhof". Damals kündigte das Netzwerk an, die einsturzgefährdeten Gebäude retten und zu einem Nachbarschaftszentrum ausbauen zu wollen. 

Der neue Nachbarschaftstreff soll unter anderem den Veranstaltungssaal der ehemaligen Ausflugsgaststätte nutzen.
Der neue Nachbarschaftstreff soll unter anderem den Veranstaltungssaal der ehemaligen Ausflugsgaststätte nutzen.Foto: SU Schnorbusch Architekten

Das Raumkonzept hat das Stadtteilnetzwerk Potsdam-West in Abstimmung mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) entwickelt. Den Vorentwurf für die Sanierung hat das Berliner Architektenbüro Su Schnorbusch erstellt. Heinlein hofft auf einen Baubeginn im kommenden Jahr. Die genaue Planung der Baumaßnahmen müsse aber noch abgestimmt werden, sagt er. Dabei müsse auch darauf geachtet werden, die aktuelle Nutzung des Außenbereichs nicht zu sehr zu beeinträchtigen. 

Der Bau ist einzigartig

Fest stehe bereits, dass in den sanierten Räumen ein Bürgerzentrum entstehen werde. Außerdem werde der ehemalige Tanzsaal wieder für Veranstaltungen  nutzbar gemacht. Die Stadt werde zudem einen Teil der Räume für eine soziale Einrichtung nutzen, möglicherweise eine Hortbetreuung. Eine besondere Herausforderung ergebe sich aus der ungewöhnlichen Architektur, sagt Heinlein. Stahlseile halten die Dachkonstruktion an hohen Pfeilern, sodass der große Veranstaltungssaal im Innern ohne Träger auskommt. Die DDR-Bauwirtschaft habe daraus ursprünglich einen Typenbau für die Serienproduktion entwickeln wollen, doch dazu sei es nie gekommen. In der gesamten Republik seien am Ende nur drei solcher Gebäude errichtet worden. Von denen ist das in Potsdam als einziges erhalten geblieben, sagt Heinlein. 

Vier Projekte in der Region werden gefördert

Deutschlandweit haben in diesem Jahr 26 Projekte im Rahmen des Bundesprogramms den Zuschlag für Fördermittel bekommen. Der Lottenhof ist eines von dreien aus Brandenburg. Außerdem erhält das Gerhart-Hauptmann-Museum in Erkner 2,6 Millionen Euro für den Aufbau eines Kultur- und Bildungsforums. Und für die Umgestaltung des Bahnhofsumfelds in Wittenberge wird der Bund zwei Millionen Euro bereitstellen. Im Bundesland Berlin wird ein Projekt gefördert: Das ehemalige Bahnbetriebswerk Schöneweide erhält 5,28 Millionen Euro für den Umbau eines denkmalgeschützten Gebäudekomplexes zu einer Begegnungsstätte. 

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