• Nach tödlichem Unfall auf A2: Schweigeminute für die toten Feuerwehrleute

Nach tödlichem Unfall auf A2 : Schweigeminute für die toten Feuerwehrleute

Zum Tag der offenen Tür bei der Potsdamer Feuerwehr am Samstag soll in der Wache auch ein Kondolenzbuch für die beiden verstorbenen Feuerwehrmänner ausliegen.

Foto: Sarah Stoffers

Innenstadt - Mit einer Schweigeminute will die Potsdamer Feuerwehr beim Tag der offenen Tür am morgigen Samstag der zwei am Dienstag gestorbenen Feuerwehrmänner gedenken. Zudem soll in der Rettungswache an der Holzmarktstraße ein Kondolenzbuch ausliegen, in dem die Besucher den Angehörigen der Getöteten ihr Beileid bekunden können. Die beiden 23 und 38 Jahre alten Männer waren während eines Einsatzes bei einem Unfall auf der A2 unter einem Feuerwehrauto begraben worden.

„Beide gehörten zur großen Familie der Feuerwehr. Wir sind sehr betroffen und verzweifelt und versuchen gerade, alles zu verarbeiten“, sagte der Chef der Potsdamer Feuerwehr, Wolfgang Hülsebeck, den PNN. Danach könne man sich Gedanken um eine zusätzliche Gedenkfeier für die Gestorbenen machen. Den Kollegen in der Potsdamer Wache, in der einer der beiden Männer als Berufsfeuerwehrmann gearbeitet hatte, gehe es sehr schlecht. „Das Ereignis ist bestürzend, vor allem, wenn man über Jahre gemeinsam im Einsatz war und zusammen Gefahren überstanden hat.“ Er habe über große Erfahrung verfügt, so Hülsebeck. „Er war ein guter Fachmann, der bei den Kollegen einen guten Stand hatte.“ Zudem sei er hoch engagiert gewesen.

Hülsebeck, der seit 1976 bei der Potsdamer Feuerwehr arbeitet, kann sich an einen weiteren tödlichen Unfall in dieser Zeit nicht erinnern.

38 426 Freiwillige arbeiten in Brandenburgs Feuerwehren, 691 sind angestellt oder verbeamtet. Einer von ihnen starb 2015 bei einem Unfall in Potsdam-Mittelmark, 2008 starben zwei Feuerwehrleute im Kreis Oberhavel und im Landkreis Oder-Spree. Nach Unfällen im Dienst, auch nach dem Unfall am Dienstag, kümmert sich die Einsatznachsorge des Landesfeuerwehrverbandes Brandenburg um die Kollegen, die mit an der Unfallstelle waren. Aber auch die, die nicht mit vor Ort waren, bekommen Unterstützung, wenn sie möchten. „Wir wollen erreichen, dass sie das Ereignis verarbeiten können, damit sie nach den schrecklichen Ereignissen den Blick auch wieder nach vorn richten können.“

Hülsebeck betonte, dass man die Sicherheit für Feuerwehrleute permanent optimieren müsse. Man begebe sich immer in Gefahr, wo man andere rette. „Wir sind alle gut ausgebildet und gerüstet. Aber eben auch längst nicht vor allem gefeit.“ Dass sich Feuerwehrleute öfter in Gefahr begeben als früher, kann Hülsebeck weder bestätigen noch verneinen. Es gebe mehr Einsätze als früher. „Und sie sind komplizierter. Es gibt mehr Verkehr und wir haben es häufiger mit Gefahrenstoffen zu tun.“ Gleichzeitig hätten sich aber die Ausrüstung und die Absicherung der Einsatzstellen verbessert. Das gelte sowohl für die Berufs- als auch für die Freiwillige Feuerwehr. Er betont: Es gebe keine Unterschiede in den Rahmenbedingungen zwischen den Feuerwehren. Valerie Barsig

Wer für die Angehörigen spenden möchte, kann das beim Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V. tun, VR Bank Lausitz eG, IBAN: DE17 1806 2678 0001 1211 20, BIC: GENODEF1FWA