• Potsdam: Eltern zahlen keine Kita-Beiträge im Lockdown

Nach Schließung der Potsdamer Kitas : Eltern zahlen keine Beiträge im Lockdown

Potsdamer Eltern, die wegen der Coronakrise gerade keine Kitabetreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen, müssen im Januar keine Gebühren zahlen. Die Schließung der Kitas sorgt für Kritik.

Die Potsdamer Kitas sind bis auf eine Notbetreuung - die rund ein Drittel der Kinder nutzt - derzeit geschlossen.
Die Potsdamer Kitas sind bis auf eine Notbetreuung - die rund ein Drittel der Kinder nutzt - derzeit geschlossen.Foto: dpa

Potsdam - Angesichts der wegen der Coronakrise weitgehend geschlossenen Kitas in Potsdam hat das Rathaus klargestellt: Eltern, die für ihre Kinder keine Notbetreuung in Anspruch nehmen müssen, sind von den Kitabeiträgen befreit. Das hat eine Stadtsprecherin am Montag auf PNN-Anfrage erklärt. Ansprechpartner seien für Familien die privaten Träger der jeweiligen Einrichtungen.

Kitas bis Ende Januar geschlossen - bis auf Notbetreuung

Wie berichtet hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) entschieden, dass die Kitas in Potsdam bis Ende Januar geschlossen bleiben – um die Infektionszahlen zu senken und eine weitere Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Dies kritisiert eine Mehrheit der Linke-Fraktion, eigentlich Teil der rot-grün-roten Rathauskooperation. In einer von einer Mehrheit der Fraktion mitgetragenen Erklärung hieß es am Montag, dass zahlreiche Landkreise in Brandenburg mit noch höheren Inzidenzwerten ihre Kitas noch offen lassen würden. 

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Wie berichtet hat sich auch das Land für diesen Weg entschieden und ist damit aus dem bundesweiten Lockdown ausschert. Aus Sicht der Linken sollte auch Potsdam öffnen: „Das unterschiedliche Vorgehen und die unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe schüren zu Recht Unverständnis und Unsicherheiten.“ Die Schließung der Kitas bringe viele Familien „an den Rand der Verzweiflung“, gerade wenn es um die Betreuung von mehreren Kindern gehe. Die Stadt müsse endlich ein Konzept erarbeiten, wie der Kitabetrieb auch unter Pandemiebedingungen sicher aufrechterhalten werden kann, so die Forderung der Linken, gestellt von den Stadtverordnete Sascha Krämer und Tina Lange.

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Uneinigkeit bei Genossen

Allerdings kam dazu auch Widerspruch – von Linke-Fraktionschef und Bildungsexperte Stefan Wollenberg. Auf Anfrage sagte er, die Kita-Öffnung sei zwar wünschenswert, aber angesichts des Infektionsgeschehens derzeit kaum realistisch. Mit offenen Kitas könne sogar die Situation entstehen, dass dort so viel Personal auf einmal erkranke, dass nicht einmal eine Notbetreuung mehr möglich sei. Dieses grundsätzliche Problem sei aus seiner Sicht derzeit leider nicht lösbar. Zugleich mahnte Wollenberg in Richtung Land nach mehr „zentraler Lageführung“, etwa bei den Kitas. So sei es eben schwer vermittelbar, wenn in Potsdam die Kitas geschlossen seien, in anderen Landkreisen mit höheren Inzidenzen aber geöffnet.

Wie berichtet gibt es zumindest eine Notbetreuung für Eltern in systemrelevanten Berufen und seit dieser Woche auch für Alleinerziehende. Zudem hat Potsdam eine mobile Mittagessenversorgung für finanziell schwache Familien etabliert, die nach Stadtangaben vom Sonntag bereits mehr als 440 Eltern nutzen.

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