• Nach Protesten gegen Garnisonkirche: Prozesse am Amtsgericht angesetzt

Nach Protesten gegen Garnisonkirche : Prozesse am Amtsgericht angesetzt

Nach den Protesten gegen den Baustart der Garnisonkirche kommen nun einzelne Kritiker vor Gericht. Eine Verhandlung hatte bereits Anfang des Jahres stattfinden sollen.

Demonstration beim Baustart für den Wiederaufbau des Garnisonkirchenturm im Herbst 2017.
Demonstration beim Baustart für den Wiederaufbau des Garnisonkirchenturm im Herbst 2017.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Die mehrfach verschobenen Gerichtsverhandlungen wegen der Proteste beim feierlichen Baustart für die Potsdamer Garnisonkirche vor drei Jahren werden nachgeholt. Im November sind am Potsdamer Amtsgericht zwei Prozesse dazu angesetzt. Die erste Verhandlung findet am kommenden Freitag ab 10 Uhr im großen Saal 2015 im Gerichtsgebäude an der Hegelallee statt. Das teilte das Gericht am Freitag mit.
Angeklagt ist dabei ein 35 Jahre alter Potsdamer wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und vorsätzlicher Körperverletzung. Er soll während des Gottesdienstes zum Baustart am 29. Oktober 2017 massiv verbal gestört haben. Ferner wird ihm vorgeworfen, er habe herbeigerufene Polizisten getreten und leicht verletzt. Für den Prozess sind zwei Verhandlungstage angesetzt, am 13. November wird ein Urteil erwartet. Dieses Verfahren war im Januar schon einmal angesetzt gewesen, wurde damals aber verschoben, weil weitere Zeugen gehört werden sollten und sich der Verfahrensraum angesichts des Interesses der Öffentlichkeit als zu klein erwiesen hatte. Der Angeklagte hatte auf Freispruch plädiert (PNN berichteten).

Störung der Religionsausübung?

Ein weiteres Verfahren zu den Protesten findet ab dem 17. November statt, ebenso im großen Saal. Dabei wird drei 28-, 35- und 37-jährigen Potsdamern die Störung der Religionsausübung und in einem Fall auch Hausfriedensbruch vorgeworfen. Der Vorwurf: Sie sollen massiv durch laute Rufe, Schreie und Pfiffe in einer Weise aufgefallen sein, dass andere Gottesdienstbesucher schon die Veranstaltung verließen. Ein Gerichtssprecher sagte auf Nachfrage, wegen der Corona-Pandemie sei die Zahl der Zuschauerplätze stark begrenzt. In der Vergangenheit hatten solche Prozesse eine Vielzahl von Unterstützern aus der linken Szene angezogen.

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