• Nach der Cyber-Attacke in Potsdam: An- und Ummeldung im Rathaus wieder möglich

Nach der Cyber-Attacke in Potsdam : An- und Ummeldung im Rathaus wieder möglich

Wieder ein Stückchen mehr Normalität im Potsdamer Rathaus: Das An- und Ummelden ist ab sofort wieder möglich.

Das Stadthaus in der Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam.
Das Stadthaus in der Friedrich-Ebert-Straße in Potsdam.Foto: Sebastian Gabsch

Potsdam - Nach dem Hacker-Angriff Mitte  Januar 2020 auf die Systeme der Potsdamer Stadtverwaltung, war das Rathaus offline, zahlreiche Dienstleistungen konnten nicht mehr angeboten werden. Jetzt ist das An- und Ummelden wieder möglich, teilte die Stadt via Facebook mit.

Offline nach Angriff

Eine Cyber-Attacke war der Auslöser dafür, dass die Internetverbindung der Stadt am 22. Januar 2020 abgeschaltet tagelang abgeschaltet, die Stadt regelrecht offline war. Erst sechs Tage später, ab dem 28. Januar 2020, konnten einige Bürgerdienstleistungen, die eine Onlineverbindung mit anderen Behörden erfordern, wieder schrittweise angeboten werden. Dazu zählten ein Großteil der Dienstleistungen des Bürgerservice, der KfZ-Zulassungsstelle, des Standesamtes sowie der Wohngeldstelle. Das An- und Ummelden ging dagegen nicht. Bis zum 24. Februar 2020. Wie die Stadt Potsdam am Montag via Facebook mitteilte, dass im Bürgerservicecenter der Landeshauptstadt die An- und Ummeldung wieder funktioniert.

Die Terminvergabe ist aktuell telefonisch unter 0331-289 3820 oder 0331-289 1111 sowie direkt vor Ort an der Information möglich.

Täter unbekannt

Bei der Attacke am 22. Januar 2020 hatten bislang unbekannte Täter in der Landeshauptstadt Potsdam und in anderen Kommunen eine Sicherheitslücke in der sogenannten Serversoftware der Firma Citrix ausgenutzt, um in das System der Verwaltung einzudringen.

Nach Angaben der Stadtverwaltung Potsdam wurden zunächst "zahlreiche Ungereimtheiten" festgestellt, dann wurde das System abgeschaltet. Nach Angaben des Rathaus-Chefinformatikers Thomas Morgenstern-Jehia seien keine Daten abgeflossen. Er stellte auch klar, dass es sich nicht um einen gezielten Angriff auf die Stadt gehandelt habe, sondern um eine standardisierte Attacke -  die eben auch andere Kommunen hätte treffen können und getroffen hat.

Weitere Schawchstellen gefunden

Während der Aufarbeitung des Angriffs wurden zudem weitere Schwachstellen gefunden, die behoben werden. Zudem gibt es zukünftig verschärfte Vorschriften für Stadtmitarbeiter. Beispielsweise ein Verbot für USB-Sticks.

Dass die Täter jemals gefasst werden, ist unwahrscheinlich, Das Landeskriminalamt hat die Hoffnungen bereits gedämpft.  Das sei etwa so wahrscheinlich wie die Aufklärung eines Fahrraddiebstahls, hieß es Mitte Februar.


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