• Nach Cyberangriff: Stadtpolitik wieder transparent

Nach Cyberangriff : Stadtpolitik wieder transparent

Endlich! Das Ratsinformationssystem steht wieder zur Verfügung. Reibungslos läuft die Arbeit im Potsdamer Rathaus aber noch nicht ab. 

Henri Kramer
Endlich steht das Ratsinformationssystem wieder zur Verfügung.
Endlich steht das Ratsinformationssystem wieder zur Verfügung.Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Mehr als drei Monate nach einem Cyberangriff auf die Stadtverwaltung lässt sich für die Potsdamer wieder die Arbeit der Stadtverordneten nachvollziehen. Denn das Ratsinformationssystem steht wieder zur Verfügung. Darüber informierte der Linken-Kreisgeschäftsführer Sascha Krämer auf seinem Twitter-Profil. Auf Anfrage kritisierte er, dass das Angebot drei Monate nicht zur Verfügung gestanden habe – Anträge, Anfragen oder Ausschusszuständigkeiten waren in der Zeit für den Bürger nicht transparent nachvollziehbar. Das Rathaus müsse sich nach dieser Erfahrung dringend digital besser aufstellen, so Krämers Fazit. 

Wegen des Angriffs hatte die Stadt teils über Wochen ihr Online-Angebot herunterfahren müssen. Allerdings seien keine Daten abgegriffen worden, teilte das Hauptamt im Rathaus nun auf Anfrage des Stadtverordneten Andreas Menzel mit. So seien die Befunde einer forensischen Analyse auch an das Landeskriminalamt gegangen. Auch dort wurde laut Rathaus „bestätigt, dass ein sogenanntes Nachladen von Schadsoftware durch ein Firewall-System detektiert und verhindert wurde.“ Hinweise auf das Abgreifen von Daten hätten sich nicht ergeben.  

Nicht jede Anfrage kann sofort beantwortet werden

Wie berichtet hatte eine Sicherheitslücke bei der Netzwerk-Software Citrix den Angriff begünstigt. Auf diese Sicherheitslücke sei man am 15. Januar „von einem Vertragspartner“ aufmerksam gemacht worden, teilte die Stadt jetzt auf eine Große Anfrage der Fraktion Die Andere mit. Am 22. Januar wurde die Stadtverwaltung dann vom Internet getrennt. Damit sei das Sicherheitsrisiko „wirksam“ entschärft worden. Allerdings räumt die Stadt erneut ein, dass bestimmte andere Meldungen zu der Schwachstelle „nicht mit der erforderlichen Sensibilität“ bewertet wurden.  

Und: Nicht jede Anfrage kann aktuell sofort beantwortet werden. Beispiel: Eine Anfrage der Grünen-Stadtverordneten Wiebke Bartelt, gestellt Ende Februar, zur Pandemievorbereitung der Stadt Potsdam. Hier teilte die Stadtverwaltung bereits im März mit, eine fristgerechte Antwort sei wegen des Umfangs der Fragen und es aktuell hohen Arbeitsanfalls nicht möglich – bis Mitte April sollte eine Antwort erfolgen. Doch noch immer steht die Antwort aus.

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