• Nach Bauverzögerungen: Potsdamer Babyklappe erst 2022 wieder offen

Nach Bauverzögerungen : Potsdamer Babyklappe erst 2022 wieder offen

Im St. Josefs Krankenhaus gibt es die einzige Babyklappe in Brandenburg. Wegen Sanierungsarbeiten bleibt sie viel länger geschlossen als gedacht.

Wegen Bauarbeiten bleibt die Babyklappe länger geschlossen.
Wegen Bauarbeiten bleibt die Babyklappe länger geschlossen.Foto: B. Settnik/dpa

Potsdam  - Die einzige Babyklappe im Land Brandenburg im Potsdamer St. Josefs Krankenhaus bleibt länger als gedacht außer Betrieb. Ein Sprecher des Hauses sagte den PNN jetzt auf Nachfrage, die Babyklappe werde erst wieder 2022 zur Verfügung stehen. 

Grund seien weiterhin die Sanierungsarbeiten am Standort, die "pandemiebedingt deutlich langsamer als geplant" voranschreiten würden. Wegen der Arbeiten war die Klappe schon 2018 geschlossen worden - damals hieß es, wohl 2020 sei die Öffnung wieder möglich.

Ein zuverlässiger Betrieb der Babyklappe sei bei laufenden Baumaßnahmen nicht möglich, erklärte der Sprecher - mit Blick auf die Gesundheit des Kindes als auch für die Anonymität der Mutter. "Nach aktueller Planung gehen wir davon aus, die Baumaßnahmen Ende 2021 zum Abschluss zu bringen", so der Sprecher. Insofern könne die Klappe spätestens 2022 an geeigneter Stelle "auf unserem Gesundheitscampus wieder in Betrieb genommen" werden, hieß es weiter. 

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Der Sprecher betonte aber: "Trotz vorübergehend geschlossener Babyklappe bietet unser Haus die Möglichkeit der vertraulichen und darüber hinaus der anonymen Geburt." Es handelt sich um Entbindung ohne Namensnennung mit anschließender Adoptionsfreigabe.

Nächstgelegene Babyklappe befindet sich in Zehlendorf

Gleichwohl: Die von Potsdam aus nächstgelegene Babyklappe befindet sich nun im Krankenhaus Waldfriede in der Argentinischen Allee in Berlin-Zehlendorf an der U-Bahnstation Krumme Lanke.

In der Regel befinden sich Babyklappen an ruhigen Seiteneingängen der Krankenhäuser. Wird ein Baby dort abgelegt, wird im Inneren ein Alarm ausgelöst, so dass eine ärztliche Versorgung rund um die Uhr gewährleistet ist.

Babyklappen sollen es Müttern in Notsituationen ermöglichen, ihre neugeborenen Kinder auch anonym in medizinische Versorgung zu geben. So soll auch Kindstötungen vorgebeugt werden. (mit mar)

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