• Nach Badewiesen-Chaos in Groß Glienicke: Quartiersmanager für Badestelle zu teuer

Nach Badewiesen-Chaos in Groß Glienicke : Quartiersmanager für Badestelle zu teuer

Groß Glienicke bekommt nicht wie gewünscht einen Quartiermanager, der für mehr Ordnung an der Badewiese sorgen soll. Trotzdem ist die Lage besser als in den Vorjahren.

Besonders zu Corona-Zeiten beliebt: Die Badestelle am Groß Glienicker See.
Besonders zu Corona-Zeiten beliebt: Die Badestelle am Groß Glienicker See.Archivfoto: Andreas Klaer

Potsdam - In Groß Glienicke wird es in diesem Jahr keinen Quartiersmanager für mehr Ordnung an der Badestelle geben. Für ein entsprechendes vom Ortsbeirat im Februar beschlossenes Pilotprojekt fehlt das Geld, wie Birgit Malik (Groß Glienicker Forum), die stellvertretende Ortsvorsteherin, den PNN bestätigte.

Die Stadtverwaltung führte für das „Problemmanagement an der Badewiese“ Vorgespräche mit einem möglichen Anbieter, der Berliner Firma ThinkSi3, wie die Verwaltung jetzt mitteilte. Ein sogenannter „Stadtläufer“ in Groß Glienicke würde demnach mit 6980 Euro im Monat für das Parkmanagement plus 25,50 Euro pro Personalstunde der Parkläufer zu Buche schlagen, erläutert der Fachbereich Klima, Umwelt und Grünflächen. Das könne aus dem Ortsbeiratsbudget nicht gestemmt werden und sei auch von Seiten der Stadtverwaltung nicht zu bewältigen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Im kommenden Jahr will man andere Finanzierungen prüfen

Verabschieden will man sich in Groß Glienicke von der Idee dennoch nicht ganz: Für das kommende Jahr wolle man andere Varianten der Finanzierung prüfen, zum Beispiel unter Einbeziehung örtlicher Vereine, sagte Birgit Malik den PNN.

Auch ohne den „Bademeister“ sei die Lage an der Badewiese am Groß Glienicker See bislang aber noch „sehr gut“, sagte die stellvertretende Ortsvorsteherin. Der Andrang sei nicht vergleichbar mit den beiden vergangenen Corona-Jahren und insbesondere 2020, als viele Menschen nicht verreisen konnten und die heimischen Seen zur Auszeit nutzten.

Nach Problemen mit Falschparkern war schon im vergangenen Jahr verstärkt kontrolliert worden.
Nach Problemen mit Falschparkern war schon im vergangenen Jahr verstärkt kontrolliert worden.Archivfoto: Andreas Klaer

Malik lobte auch die mittlerweile eingespielten Routinen zur Müllbeseitigung. So werde die Badewiese am Montag durch das Grünflächenamt der Stadt gereinigt, die Mülleimer auf der Badewiese würden dreimal wöchentlich geleert, die beiden grauen Mülltonnen jeden Mittwoch. Die Mülltonnen würden dafür von Ehrenamtlichen des Groß Glienicker Kreises an die Seepromenade gerollt.

Ebenfalls erfreulich aus Sicht des Ortsbeirats: Mitte Juni haben Feuerwehrtaucher ein Übungstauchen an die Badewiese in Groß Glienicke verlegt und dort den Uferbereich bis auf eine Gewässertiefe von zwei Metern von Restmüll und spitzen Gegenständen befreit. Außerdem seien ebenfalls im Juni durch die Stadt an der Badestelle rund 40 Kubikmeter Sand neu aufgeschüttet worden – eine Frage der Verkehrssicherungspflicht. Es hatte sich ein starkes Gefälle entwickelt, im oberen Bereich der Badestelle war kaum noch Sand, die Rückenstütze der Bordsteinkante lag offen.

„Das Auto kann man zu Hause stehen lassen“

Wie berichtet, hatte die Stadt im Frühjahr auch konsequente Kontrollen der Parkverbote an allen Potsdamer Badestellen angekündigt. Im vergangenen Jahr waren die Beschilderung von Halteverboten an der Groß Glienicker Seepromenade bereits verbessert und die Kontrollen verstärkt worden. Der Groß Glienicker Ortsvorsteher Winfried Sträter (Groß Glienicker Forum) hofft auch auf die positive Wirkung des 9-Euro-Tickets als günstige Möglichkeit zur Anreise, wie es im Ortsvorsteherbericht vom Juni heißt: „Das Auto kann man zu Hause stehen lassen.“

[Wenn Sie aktuelle Nachrichten aus Potsdam und Brandenburg live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere App, die sie hier für Apple und  Android-Geräte herunterladen können.]

Nachrichten über die chaotischen Zustände an der Berliner Seite des Seeufers hat man in Groß Glienicke aufmerksam verfolgt. Wie der Tagesspiegel Ende Juni berichtete, hatten Autofahrer in Kladow unter anderem sogar Holz-Absperrungen aus dem Boden gerissen, um auf der Liegewiese parken zu können. „So schlimm hat’s uns zum Glück noch nicht erwischt“, sagte Birgit Malik den PNN. Anders als die Badestellen auf Berliner Seite sei der Strand im Ortsteil vergleichsweise klein. Mit den Betreibern des Cafés Seeperle sei außerdem jemand vor Ort, „der mit den Leuten redet“, sagte die stellvertretende Ortsvorsteherin.

Am 20. August lädt der Verein Groß Glienicker Kreis am Badestrand zu einem Open-Air-Kinoabend ein: Gezeigt wird ab 20.30 Uhr bei freiem Eintritt die Buchverfilmung „Tschick“ von Fatih Akin über zwei jugendliche Außenseiter auf einem Provinz-Roadtrip in einem geklauten Lada.

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.