• Mutmaßlicher DHL-Erpresser: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage
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Mutmaßlicher DHL-Erpresser : Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Am Rande des Potsdamer Weihnachtsmarkts wurde 2017 eine Paketbombe entdeckt. Der mutmaßliche Täter hatte sich Ende Mai gestellt.

Anna Kristina Bückmann
Dieses Fahndungsfoto veröffentlichte die Brandenburger Polizei im April 2021.
Dieses Fahndungsfoto veröffentlichte die Brandenburger Polizei im April 2021.Foto: LKA Brandenburg

Potsdam - Gegen den mutmaßlichen Erpressers des Paketdienstleisters DHL könnte es bald zum Prozess kommen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat Anklage gegen den 36-Jährigen erhoben, wie die Behörde am Mittwoch auf ihrer Internetseite mitteilte. Dem Mann, der sich Ende Mai selbst bei den Behörden stellte, wird eine „Vielzahl von Erpressungsversuchen zum Nachteil deutscher Paketdienstleister“ zur Last gelegt.

"Dem 36-jährigen Angeschuldigten wird versuchte schwere räuberische Erpressung in drei Fällen, jeweils in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung und versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion, sowie versuchte räuberische Erpressung in sechs weiteren Fällen vorgeworfen", heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft. Demnach wurde die Anklage bereits am 9. September erhoben.

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Am 1. Dezember 2017 war in einer Apotheke am Rande des Potsdamer Weihnachtsmarkts eine Paketbombe entdeckt worden, in der sich eine Sprengvorrichtung und Nägel sowie ein Schreiben befanden. Darin wurde von DHL eine Millionensumme in Bitcoins gefordert. Verletzt wurde niemand. Bereits Anfang November 2017 war eine explosive Sendung im Postzentrum Frankfurt (Oder) eingegangen. Auch in Berlin tauchten Erpresserschreiben auf, die demselben Täter zugerechnet wurden.

Der Verdächtige nannte sich "Omar"

Der Angeschuldigte verfolgte laut Staatsanwaltschaft den Zweck, von dem Konzern Deutsche Post DHL Group Geldbeträge in Millionenhöhe in Form von Bitcoins zu erlangen. Eine Foto des Verdächtigen hatte die Polizei im April veröffentlicht. Das Foto stammte nach Angaben der Behörden von einer Überwachungskamera vor einem Bitcoin-Geldautomaten in einem Spätkauf-Laden im Berliner Stadtteil Friedrichshain. Der Mann trug eine rote Maske. Eine solche fanden die Ermittler auch an der Wohnanschrift des damals noch 35-Jährigen.

Ende Mai stellte sich der mutmaßliche DHL-Erpresser, der sich in seinen digitalen Erpresserschreiben „Omar“ oder „One Man Army Rebel“ nannte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Ermittler bereits nah an dem Mann dran. Nach Angaben der Polizei gab es eine Liste mit 100 Tatverdächtigen. Diese wurden durch das veröffentlichte Foto erstellt, das Phantombildzeichner des LKA vervollständigt hatten - Männer, die der Person auf dem Foto ähneln. Nacheinander arbeiteten die Ermittler die Liste ab. Sie waren bis Nummer 60 gekommen, der heute 36-Jährige war Nummer 76. "In wenigen Wochen hätten wir ihn ohnehin gefasst", hatte ein Ermittler den PNN gesagt. 

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