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Muslimische Freitagsgebete in Potsdam : Das Land hilft der Stadt

Potsdam bekommt 30000 Euro für die Unterbringung der muslimischen Gemeinde. Mögliche Standorte für eine neue Moschee soll es noch vor dem Sommer geben.

Platzfrage. In der Al-Farouk Moschee Am Kanal war nicht genug Platz für alle Gläubigen.
Platzfrage. In der Al-Farouk Moschee Am Kanal war nicht genug Platz für alle Gläubigen.Foto: Henri Kramer

Potsdam - Seit vergangenem Herbst zahlt die Stadt jeweils 1500 Euro für die Freitagsgebete des Vereins der Muslime in Potsdam in der Orangerie der kommunalen Biosphäre. Nun erhält das Rathaus finanzielle Unterstützung vom Landeskulturministerium. Es stünden 30 000 Euro für die Unterbringung der Gemeinde in Gebetsräumen zur Verfügung, bestätigte Ministeriumssprecher Stephan Breiding am Dienstag auf PNN-Anfrage. Die Gespräche dazu stünden kurz vor dem Abschluss. Angesichts des Zuzugs von Muslimen nach Brandenburg habe sich das Ministerium entschieden, weitere 60 000 Euro für Projekte von muslimischen Gemeinden zur Verfügung zu stellen. Diese können per Antrag abgerufen werden. 

Die Stadtspitze hatte vergangenen Herbst den Muslimen die Biosphäre angeboten, weil deren aktuelle Moschee in der Straße Am Kanal inzwischen viel zu klein ist und viele Gläubige auf dem Gehweg beten mussten. Auf Anfrage der rechtspopulistischen AfD-Fraktion verteidigte die Sozialverwaltung unter Dezernent Mike Schubert (SPD) nun noch einmal dieses Vorgehen. Dieses habe – auch wegen AfD-Protesten vor Ort – der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und dem Schutz der Gesundheit der Betenden gedient, so die Verwaltung. 

Noch vor der Sommerpause will die Stadt mögliche Standorte für eine neue Moschee präsentieren. Die Gemeinde stand zuletzt im Fokus, weil dort die Freitagsgebete  für muslimische Flüchtlinge integrationshemmend seien und einen zu konservativen Islam vermitteln würden. Das hatte der Journalist Constantin Schreiber in seinem Bestseller „Inside Islam“ erklärt, ähnlich war die Einschätzung des Landesverfassungsschutzes.