• Museum Barberini in Potsdam: Hamburger Kunsthistorikerin wird neue Museumsleiterin

Museum Barberini in Potsdam : Hamburger Kunsthistorikerin wird neue Museumsleiterin

Die Kunsthistorikerin Ortrud Westheider wird neue Direktorin des Museums Barberini in Potsdam. Die 50-Jährige Museumsmanagerin übernimmt den Posten zum 1. April 2016.

Nathalie Waehlisch
Ortrud Westheider wird die neue Direktorin des Museums Barberini in Potsdam.
Ortrud Westheider wird die neue Direktorin des Museums Barberini in Potsdam.Foto: dpa

Potsdam - Die Kunsthistorikerin Ortrud Westheider leitet künftig das Museum Barberini in Potsdam. Die 50-jährige Museumsmanagerin übernimmt den Posten der Direktorin zum 1. April 2016, wie das Haus am Mittwoch mitteilte. Westheider steht seit 2006 an der Spitze des Bucerius Kunst Forums in Hamburg, zuvor war sie Kuratorin.

Im Februar war überraschend bekanntgegeben worden, dass der Gründungsdirektor des Museums Barberini, Peter Joch, sein Amt verlässt. Ursprünglich wäre der Vertrag erst Ende 2015 ausgelaufen. Das Gebäude soll Ende 2016 fertiggestellt werden. Die Eröffnungsschau ist für Frühjahr 2017 geplant. Der Milliardär, Mäzen und Kunstsammler Hasso Plattner finanziert den Wiederaufbau.

Das Museum Barberini sei eine einmalige Chance

Westheider sagte, die Möglichkeit, das Haus als Ausstellungs-, Sammlungs- und Forschungszentrum zu etablieren, sei "eine einmalige Chance". Plattner betonte, gleich zum Start des Museums solle das "angestrebte hohe Niveau" sichergestellt werden. Deshalb sei eine Direktorin mit internationalem Renommee, erfahrene Museumsmanagerin und Ausstellungsmacherin gesucht worden. Die Förderstiftung des Mitbegründers des Softwareunternehmens SAP errichtet das Museum und wird es betreiben.

Schau mit internationaler Ausstrahlung

Das Palais ließ Friedrich der Große (1712-1786) nach dem Vorbild des Palazzo Barberini in Rom bauen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Barockbau zerstört. Das Museum soll künftig "Ausstellungen mit internationaler Ausstrahlung aus allen Bereichen der bildenden Kunst" und eine ständige Sammlung von DDR-Kunst zeigen.

Plattner hatte jüngst für Wirbel gesorgt, als er das in Deutschland geplante Kulturgutschutzgesetz kritisierte und mit Konsequenzen drohte. Wenn das Gesetz komme, bleibe seine Kunstsammlung in den USA, hatte er angekündigt. Sie sollte eigentlich nach seinem Tod im Museum Barberini dauerhaft ihren Platz finden.

Plattner will unter anderem DDR-Kunst zeigen

Seine Sammlung umfasst nach eigenen Angaben rund 250 Bilder, darunter Werke von Munch, Monet, Renoir und Nolde. Was aus dem Museum würde, darüber mache er sich jetzt noch keine Gedanken, hatte er Anfang August den PNN gesagt. Auf jeden Fall werde dort wie bisher geplant seine Sammlung von DDR-Kunst gezeigt.

 

 

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Initiatorin und Trägerin des Bucerius Kunst Forums ist die "Zeit"-Stiftung. Sie wird die Nachfolge von Westheider nach eigenen Angaben mit Hilfe einer Findungskommission regeln. (dpa)