• Glascontainer bleiben Mangelware in Potsdam

Müllentsorgung : Glascontainer bleiben Mangelware in Potsdam

Die Stadt Potsdam verhandelt mit Supermarkt-Ketten über neue Stellplätze für Glascontainer. Vor allem in der Innenstadt fehlen sie.

Potsdam hat ein Glascontainer-Problem.
Potsdam hat ein Glascontainer-Problem.Foto: Manfred Thomas

Potsdam - In der brandenburgischen Landeshauptstadt fehlen weiterhin Stellplätze für Glascontainer – jetzt bittet die Stadt verstärkt bei Supermarktketten um Hilfe. Aktuell gebe es Gespräche mit dem Grundstücksmanagement von Lidl und Edeka, ob man die Container an deren Standorten in Babelsberg aufstellen könnte, teilte das Ordnungsamt auf Anfrage der Fraktion Die Andere mit. Die Verhandlungen seien Ergebnis eines Gespräch mit Vertretern des Einzelhandels vor zehn Monaten, bei dem es auch um das Problem fehlender Standplätze für die Aufstellung von Glascontainern ging.

In der Antwort auf die Anfrage wird einmal mehr deutlich, wie schwierig sich die Suche nach Plätzen gestaltet. So habe man auch geprüft, ob es möglich ist, Altglascontainern auf städtischen Grundstücke aufzustellen – zum Beispiel auf Schulhöfen. Doch unter anderem wegen „verkehrstechnischer Konflikte bei der Abholung“ der Container und wegen des Versicherungsschutzes können dort keine dauerhaft öffentlich zugänglichen Sammelbehälter stehen.

Grundstückseigentümer wünschen keine Glascontainer

Auch bei den schon existenten Einkaufszentren im Stadtgebiet sei es sehr schwierig, nachträglich Containerstellplätze zu finden, da es sich hier ausschließlich um Privatflächen handelt. „Eine Aufstellung von Altglascontainern ist nur mit Zustimmung des Grundstückseigentümers möglich.“ Und diese wünschen keine Container. So waren wie berichtet Verhandlungen mit dem Discounter Aldi zu seinem Standort in der Berliner Straße erfolglos geblieben.

Seit Jahren fehlen an vielen Stellen der Stadt Glasontainer und die Suche nach geeigneten Flächen ist schwierig, weil es auch um Lärmschutz und Optik geht. Unter anderem sollen die Behälter nicht das Stadtbild stören, gerade in denkmalgeschützten Bereichen.

Beispiel Innenstadt: Hier gibt es aktuell 13 Standplätze – das heißt, es müssen sich im Durchschnitt 1692 Anwohner eine Containeranlage teilen. Eigentlich sei ein Versorgungsgrad von eins zu eintausend vorgesehen, kritisiert die Fraktion Die Andere in ihrer Anfrage. Das Ordnungsamt begründet diesen Umstand auch damit, dass im Zentrum durch mehrere Baumaßnahmen – etwa am Alten Markt und an der Plantage – aktuell Flächen schlicht nicht zur Verfügung stehen. Und Parkplätze wolle man wegen des hohen Bedarfs in der Innenstadt nicht aufgeben, so das Amt unter Verweis auf eine aktuelle Einschätzung der Potsdamer Verkehrsbehörde.

Alter Standort wieder aktiviert

Als positive Nachricht kann die Stadt allerdings vermelden, dass ein zwischenzeitlich wegen Bauarbeiten aufgegebener Standplatz am Treffpunkt Freizeit wieder aktiviert worden sei. Dazu seien an den bereits bestehenden Plätzen weitere Container aufgestellt worden. Zudem verwende man nun Glasbehälter „der neuesten Generation“ – mit einem Fassungsvolumen von fünf Kubikmetern. Die Standard-Container fassen 3,5 Kubikmeter. Mit diesen zusätzlichen Kapazitäten würden die anfallenden Altglasmengen „ausreichend erfasst“, so die Stadt. Allerdings ändern die größeren Container nichts am Problem, dass Anwohner wegen der wenigen Standorte dennoch längere Wege in Kauf nehmen müssen, wenn sie Glas entsorgen wollen.