• Müll, zerstochene Reifen, zerstörte Bänke: Vandalismus am Schloss Charlottenhof

Müll, zerstochene Reifen, zerstörte Bänke : Vandalismus am Schloss Charlottenhof

Neue Nahrung für die Debatte über die Nutzung der Welterbeparks: Zerstörungen rund um das Schloss Charlottenhof sorgen für Verärgerung. Das Sicherheitspersonal wird nun verstärkt.

Treffpunkt. Rund um das Schloss feiern abends Jugendliche.
Treffpunkt. Rund um das Schloss feiern abends Jugendliche.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die Schlösserstiftung kämpft gegen vermehrten Vandalismus im Park Sanssouci, gerade rund um das Schloss Charlottenhof. Stiftungssprecher Frank Kallensee bestätigte den PNN auf Anfrage, in den vergangenen Wochen sei es in dem Bereich „wiederholt zu Verstößen gegen die Parkordnung, Zerstörungen und zu Vandalismus“ gekommen.

Zuvor hatte sich Leser bei den PNN mit ähnlichen Schilderungen gemeldet: So hätten sich im Zuge des Corona-Lockdowns im Umfeld der Römischen Bäder und des Schlosses Charlottenhof mehrere Treffpunkte unterschiedlicher Jugendgruppen etabliert – mit Begleiterscheinungen wie Partys ohne Maske und mit lauter Musik. Auch Kallensee bestätigte mehrere Treffpunkte: „Davon zeugen ein erhöhtes Müllaufkommen, zerstörte Bänke, Zäune und Klingelanlagen, beschmierte Toiletten, zerstochene Autoreifen sowie Demontagen von Schutzgittern an Bäumen.“ 

Konkret rechnete der Sprecher die Kosten für das Frühlingswochenende vor rund 14 Tagen vor: So habe eine zusätzliche Müllrunde mit drei Arbeitskräften und entsprechenden Müllsäcken 690 Euro gekostet. Die Reparatur beschädigter Bänke schlage mit bis zu 1000 Euro zu Buche, der Ersatz mit bis zu 2000 Euro. Man werde nun das Sicherheitspersonal vor Ort verstärken.

Spuren von Schmierereien an einer Parkbank am Schloss Charlottenhof
Spuren von Schmierereien an einer Parkbank am Schloss CharlottenhofFoto: Andreas Klaer

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Die Nutzung der denkmalgeschützten Parks wird seit Wochen debattiert, vor allem nach der von der Stiftung aufgemachten Rechnung nach einem Wintereinbruch im Februar – bei dem rund 300 000 Euro Schaden entstanden seien, verursacht durch Rodler und Skifahrer im Welterbe. 

Zugleich hatten die Stadtverordneten auf Antrag von SPD und Grünen einen Prüfauftrag für das Rathaus beschlossen, wie mehr Treffpunkte für junge Menschen in Potsdam geschaffen werden können. Dabei sollen auch die Parks einbezogen werden, die nach Vorstellung der Kommunalpolitiker auch abends für Jugendliche offenstehen könnten. Die Stiftung ihrerseits hatte zum Schutz ihrer Welterbeparks bereits für den Sommer mehr Wachschutz angekündigt.


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