• Mittwoch, 30. Oktober 2019: Das ist heute in Potsdam wichtig

Mittwoch, 30. Oktober 2019 : Das ist heute in Potsdam wichtig

Der heutige Mittwoch ist ungewöhnlich vollgepackt mit Terminen. Auf einen Prozess hätten wir verzichten können, aber der Rest klingt prima. Sollte für alle etwas dabei sein.

Heute beim Unidram 2019: Dos À Deux mit "Gritos".
Heute beim Unidram 2019: Dos À Deux mit "Gritos".Foto: Renato Mangolin

Potsdam - Heute ist Weltspartag. War mal ein tolles Event (vor allem für Kinder), aber die Zinsen sind ja zurzeit nicht gerade verlockend. Finanzexperten sind wir jedoch nicht, daher sparen wir uns hier weitere Vertiefungen in das Thema. Im Gegensatz dazu geizen wir nicht mit Tipps und Terminen für den heutigen Mittwoch in Potsdam. Die kennen wir nämlich ganz gut - und haben hoffentlich ein zufriedenstellendes Potpourri zusammengestellt.

Licht an!

Doch zunächst eine Bitte: Vorsichtig und sichtbar im Straßenverkehr bleiben. Zwar geht heute schon um kurz vor 7 Uhr die Sonne auf und es wird hell in Potsdam, aber schon kurz vor 17 Uhr wird es wieder dunkel. Daher ans Licht denken. Vor allem auch die Radfahrer. Zur Erinnerung: Zurzeit hat die Polizei ein Auge auf die Radler geworfen - auf junge und alte. In der vergangenen Woche wurde verstärkt an Schulen nach Radfahrern Ausschau gehalten, die ihre Lampe nicht angeschaltet hatten - es waren viel zu viele. Nach Polizeiangaben waren 36 kontrollierte Fahrräder nicht verkehrssicher unterwegs und wiesen Ausrüstungsmängel auf, 27 Radfahrer bewegten sich außerhalb der geltenden Straßenverkehrsordnung, teilte die Polizei mit. "Das Verhalten von Radfahrern in den Blick zu nehmen, hat gerade im Herbst gute Gründe", so Andreas Wendland, Leiter des Sachbereichs für Verkehrsangelegenheiten in der Polizeidirektion West. Bei Dunkelheit und wegen der "jahreszeitlichen Witterung" sei es für Radfahrer lebenswichtig, gesehen zu werden. "Wer jetzt noch ohne Licht, mit mangelhaften Rädern oder unter Missachtung der Verkehrsregeln unterwegs ist, spielt mit dem eigenen Leben und gefährdet andere".

Von Krampnitz zum Extavium

Aber Bewegung ist gut. Auch die Zahl der ausländischen Touristen bewegt sich kontinuierlich nach oben. Sie steigt seit Jahren. Das freut natürlich Händler, Gastronomen und Hoteliers. Kurios ist jedoch, dass niemand zu wissen scheint, aus welchen Gründen die Menschen zu uns strömen und wer sich da genau auf den Weg in unsere Stadt macht. Ist es "nur" Sanssouci? Sind es Berlin-Touristen, die mal eben einen Abstecher machen? All das wurde noch nie so richtig hinterfragt. Diese Analyse ist ein  Schlüsselprojekt der 2017 beschlossenen Tourismuskonzeption. Vielleicht erfahren wir heute auch diesbezüglich mehr. Heute Nachmittag tagt jedenfalls der Hauptausschuss der Stadtverordneten: Da geht es unter anderem um die Tourismuskonzeption 2025. Zudem werden sich die Ausschussmitglieder mit der Zukunft des Mitmachmuseums Extavium und dem Verkehrskonzept für Krampnitz beschäftigen. Auch das Rauchverbot an Haltestellen steht auf der Agenda. Die Sitzung findet ab 17 Uhr in Raum 280a im Rathaus statt.

Eltern vor Gericht

Traurig stimmt das Martyrium, welches ein Kind in Potsdam erleiden musste. Die Eltern müssen sich heute vor dem Amtsgericht dafür verantworten, dass sie 2017 ihr damals zweijähriges Kind misshandelt und verletzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft den Eltern ferner vor, das Mädchen unterernährt und in Lebensgefahr gebracht zu haben.

Familiengeschichte im Film

Die Familie steht im Zentrum des Dokumentarfilms "Kinder unter Deck" der Regisseurin Bettina Henkel. Sie stellt den Film heute um 20 Uhr im Thalia-Kino in Babelsberg persönlich vor. Der Film ist eine persönliche Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte, das Aufarbeiten der Schicksale einzelner Familienmitglieder und die Suche nach Antworten auf schmerzliche Fragen.

Blick auf Potsdams Filmgeschichte

Potsdam ist Filmstadt. Na klar. Die Stadt und vor allem das Studio Babelsberg ziehen immer mehr Filmemacher an. Nicht ohne Grund bewirbt sich die Stadt bei der Unesco ganz offiziell als Filmstadt. Doch wie kam es überhaupt dazu? Wie wurde Potsdam zur Filmstadt. Wie kam es, dass Babelsberg sich in Babelsberg nicht nur das Studio ansiedelte, sondern auch die Deutschen Hochschule für Filmkunst entstand oder das Filmmuseum eröffnet wurde? Antworten gibt es heute Abend ab 18 Uhr beim Vortrag von Anna Luise Kiss in der Wissenschaftsetage im Bildungsforum.

Damals in Potsdam

Horst Goltz ist ein gern und oft gesehener Zeitzeuge, wenn es um die Nacht von Potsdam geht. Heute blickt der fast 90-Jährige aber auf ein anderes Kapitel unserer Stadt zurück. Im Gemeindesaal der Pfingstgemeinde Potsdam in der Großen Weinmeisterstraße 49a wird er über die Zeit nach dem Krieg berichten. Aber auch über die späteren Jahre nach dem Krieg wird der rüstige Zeitzeuge erzählen. Eingeladen hat der Gedenkstättenverein KGB-Gefängnis.

Ab 18 Uhr wird Goltz berichten, wie es damals war, als Mitschüler unschuldig verhaftet und sogar zum Tode verurteilt wurden. Ihm selbst ist damals nichts geschehen. Er interessierte sich für Biologie und Pflanzenschutz und konnte sich in der Richtung beruflich betätigen. Pflanzenschutz war eben ein wenig "ideologie-verdächtiger" Beruf, schreibt der Gedenkstättenverein in der Ankündigung der Veranstaltung.

Spannend, informativ und empfehlenswert. Vor allem auch deswegen, weil die Zeitzeugen weniger werden. So teilte der Gedenkstättenverein auch im Vorfeld mit, dass geplant eine weitere Zeitzeugin einzuladen. Diese musste jedoch "wegen gesundheitlicher Probleme wegen ihres hohen Alters" absagen. Das sei das "täglich Brot". Viele der "hochbetagten Zeitzeug*innen" stünden nicht mehr für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung.

Geschenk fürs Potsdam-Museum

Vor fast genau zwei Jahren starb die Malerin Squaw Hildegard Rose. In ihrem Atelier mit dem traumhaften Blick auf den Jungfernsee in Potsdam, wo sie vor der Jahrtausendwende aus Berlin hingezogen war, ließ sie sich inspirieren und schuf teils abstrakte Werke, die sie zumeist ohne Erklärungen oder Hinweise auf Zusammenhänge national und international ausstellte. Sie überließ den Betrachtern, die Werke zu interpretieren.

Bei ihren letzten Arbeiten hatte die Künstlerin die Farbe Blau bevorzugt. "Man hat den Eindruck, dass für sie das Zusammenspiel zwischen Himmel und Wasser inspirierend wirkte, schließlich hat sie die Schönheit der weiten Seenlandschaft vor der Haustür immer wieder berührt", hieß es 2017 in unserem Nachruf. Zwei Bilder dieser Serie werden heute dem Potsdam Museum übergeben.

Mehr Leichtigkeit wagen

Heute findet in der Wissenschaftsetage im Bildungsforum ein "CQM-Erlebnisabend" statt. CQM? Das steht für die chinesische Quantum Methode. Entwickelt hat sie die Berlinerin Gabriele Eckert. So wie wir es verstanden haben, soll es mit ihr möglich sein, Stresssituationen mit Leichtigkeit zu meistern.

Eingeladen wurde Eckert von der Potsdamerin Silvia Seidl, die sich ebenfalls der CQM verschrieben. Zusammen mit den Teilnehmern des Abends möchte man der Frage auf den Grund gehen, warum es mit zunehmenden Alter immer schwerer fällt, in gewissen Situationen nicht so frei zu handeln wie vielleicht gewünscht. An diesem Abend soll dargelegt werden, wie der Alltag unsere Entscheidungsfindung prägt. Zudem werden Strategien präsentiert, wie man diese unbewussten Entscheidungen unterdrückt und stattdessen frei und bewusst sein Leben gestaltet. Die Teilnahme kostet 20 Euro. Um Anmeldung wird gebeten. Entweder telefonisch (0173 3553768) oder per E-Mail ([email protected]) direkt bei Silvia Seidl.

Tanz, Spiel und eine große Sause

Für Entspannung und Leichtigkeit ist auch der heutige Abend geeignet. Er hat jede Menge zu bieten. Zudem man ja auch kräftig feiern. Morgen ist frei. Feiertag - jedenfalls für diejenigen, die ihren Arbeitsplatz in Brandenburg haben.

Wir empfehlen daher heute unbedingt den Weg in die Schiffbauergasse:

Um 19 Uhr werden die beiden französisch-brasilianischen Künstler André Curti und Artur Luanda Ribeiro im Rahmen des Studententheaterfestivals Unidram ihr Publikum in der fabrik mit ihrem Stück "Gritos" verzaubern. Versprochen wird "ein szenisches Gedicht der Wandlungen und Kollisionen an der Grenze zwischen plastischer Kunst, animierten Objekten und Figuren, Theater und Tanz".

Eine halbe Stunde später, um 19.30 Uhr, beginnt in der Reithalle die Vorführung von "Homo empathicus". Die Koproduktion mit der Filmuniversität "Konrad Wolf" feierte am vergangenen Donnerstagabend Premiere im Hans Otto Theater. Das Stück dreht sich um eine "grotesk-komische Gesellschaft der Einheitlichkeit, in der negative Gefühle und Ausbrüche unterdrückt werden". Kam bei unserer Autorin zwar nur so mittelprächtig an, aber das muss jeder für sich entscheiden.

Poppig-punkig geht es dann ab 20 Uhr im Waschhaus zur Sache. Die Liga der gewöhnlichen Gentleman stehen auf der Bühne. Mit dem Konzert wird die Kampagne "Nazis raus aus den Stadien" des SV Babelsberg 03 unterstützt, die Nulldrei vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat.

Bereits ab dem frühen Abend wird dagegen in der Lindenstraße in der Innenstadt gefeiert. Das ShamRock's feiert seinen vierten Geburtstag. Auf dem Programm stehen "Live music, Whiskey and more"! Sláinte und alles Gute!

Zum Schluss das Wetter

So langsam trauen wir uns gar nicht mehr, hier Wetterprognosen zu veröffentlichen. Das Wetter in Potsdam will sich einfach nicht an die Vorhersagen halten. Und ganz falsch lagen wir gestern ja nicht (hüstel). Wir wollen uns diese Rubrik aber nicht sparen, daher auf ein Neues: Es wird - bloß nicht festlegen - gräulich und kühler. Möglich sind auch Wolkenlücken und vereinzelte Sonnenstrahlen. Es scheint auf jeden Fall in den nächsten Tagen ein Wetterchen zu geben, bei dem man sich leicht verkühlen kann. Die Grippesaison steht an. Was für ein glücklicher Zufall, dass gerade heute die DAK-Gesundheit eine Grippehotline anbietet. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841 kann sich jeder zwischen 8 Uhr und 20 Uhr zu allen offenen Fragen hinsichtlich der Grippe und einer etwaigen Impfung informieren.

Wir wünschen jedenfalls allen Lesern viel Gesundheit, heute einen tollen Tag und morgen einen entspannten Feiertag. Wir sind am Freitag wieder da.

In eigener Sache

Und vielleicht taucht da ja schon Ihr Termin auf! Sie haben selbst Veranstaltungen, News, Tipps oder Anregungen, die an dieser Stelle veröffentlicht werden sollten? Immer her damit! Einfach eine E-Mail an [email protected] schreiben.

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