• Mittwoch, 13. Mai 2020: Das ist heute in Potsdam wichtig

Mittwoch, 13. Mai 2020 : Das ist heute in Potsdam wichtig

Heute freuen wir uns über alte Bekannte in Babelsberg, wir kaufen Kunst per Teleshopping und lauschen einer Landtagssitzung.

Turmfalken brüten jetzt wieder in Babelsberg.
Turmfalken brüten jetzt wieder in Babelsberg.Foto: Tim Brakemeier/dpa

Potsdam - Zwar hat uns die Corona-Pandemie noch immer fest im Griff, allerdings scheint es derzeit zumindest vorsichtige gute Nachrichten zu geben, was Neuansteckungen mit Covid-19 angeht. In Brandenburg und Potsdam bewegen sie sich auf einem niedrigen Niveau. In Brandenburg haben sich in den letzten 24 Stunden (Stand gestern morgen 8 Uhr) nur fünf Menschen neu angesteckt. Aber das ist fragil. Um Neuansteckungen zu vermeiden gilt auch weiterhin: Hygieneregeln beachten, Abstand halten und Maske auf. 

Das Coronavirus beschäftigt heute auch den Landtag. In seiner Sitzung steht unter anderem der Coronarettungsschirm auf der Tagesordnung. Die Brandenburger Grünen haben außerdem eine aktuelle Stunde einberufen, in der es darum gehen soll, wie wir künftig das Pandemiegeschehen mit unserem Alltag in Einklang bringen können. Welche Maßnahmen müssen aufrecht erhalten werden? Wo kann man lockern? Welche Chancen kann die momentane Krise bieten? Wer diesen Debatten zuhören möchte, kann das im Livestream.  

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Trinkwasser im Hauptausschuss

Auch in Potsdam wird heute debattiert - um 17 Uhr kommt der Hauptausschuss im Treffpunkt Freizeit zusammen. Unter anderem soll es um die Trinkwassergebührensatzung gehen. Das ist inzwischen ja bereits ein Klassiker: Wie berichtet hatte das Verwaltungsgericht Potsdam einem klagenden Ehepaar in einem Urteil im vergangenen Mai weitgehend recht gegeben und ihre Gebührenbescheide für das in Potsdam vergleichsweise teure Trink- und Abwasser aus den Jahren 2010, 2011 und 2012 aufgehoben. Das Rathaus wehrt sich gegen das Urteil, weil die Entscheidung „eine Reihe schwieriger und für die Landeshauptstadt Potsdam über den Einzelfall hinausweisende Fragen" aufwerfe, "die obergerichtlich für Brandenburg bislang nicht geklärt sind“, wie es eine Stadtsprecherin einmal auf PNN-Anfrage formulierte. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, ob die Gewinne der Energie und Wasser Potsdam (EWP) für eine Senkung der Preise eingesetzt werden müssen. Nun soll vorgesorgt und die Gebühren im Sinne des Urteils gesenkt werden, wie es in einer Vorlage heißt, die der Stadtverordnete Andreas Menzel (Freie Wähler) mit der CDU eingereicht hat. 

Gartenglück bei Karl Foerster

Der Karl Foerster Garten.
Der Karl Foerster Garten.Foto: Ottmar Winter

Von der Politik zu den leichteren Themen: Seit gestern kann man, wenn man eins der Tickets ergattert, wieder in die Bildergalerie oder die Neuen Kammern im Schlosspark Sanssouci. Seit dem Wochenende hat aber noch ein weiteres Potsdamer Kleinod wieder offen: Der Karl Foester Garten kann von Besuchern unter Wahrung des Mindestabstands wieder besichtigt werden. Er lohnt eigentlich zu jeder Jahreszeit. 

Jetzt blühen bald die Pfingstrosen, hat uns Regina Ebert am Telefon verraten, die dort eigentlich Gartenführungen anbietet. Die finden im Moment aufgrund der Coronapandemie allerdings nicht statt. Eberts Lieblingsort inmitten der Bornimer Oase ist der Senkgarten mit Teich, zu dem ein paar Stufen hinabführen. Hier herrsche ein besonderes Kleinklima - was jeder bestätigen kann, der selbst einmal vor Ort war. Mit ein wenig Glück trifft man hier auch gar nicht viele andere Menschen, sondern nur fleißig quakende Frösche und kann sich ganz in Ruhe mit einem Buch oder einer Zeitung niederlassen. Geöffnet ist der Garten ab 9 Uhr. Übrigens: Wer mehr über den Gartenpionier wissen möchte, kann sich diesen kleinen Film ansehen:

Gutes tun und Kunst kaufen

"Futur2" geht heute in die dritte Ausgabe. Bei wem es noch nicht klingelt: Heute um 19 Uhr kann man teleshoppen. Das ist längst nicht so antiquiert, wie es sich anhört, denn es ist für einen guten Zweck: Verkauft wird Kunst, Design und Lokales aus Potsdam. Wer in dem eigens eingerichteten Teleshoppingkanal des Rechenzentrums Stücke kauft, hilft Künstlern aus Potsdam, die aufgrund der Coronakrise derzeit nicht auf Märkten oder Messen verkaufen können und ihre Kunst auch nicht bei Vernissagen vorstellen. Moderiert wird die Sendung von Nora Fritz vom Futur_Eins Kunstshop. Diesmal kann man Fotokunst, Grafiken und Illustrationen erwerden. Die Sendung ist natürlich mit einem Augenzwinkern und in ironischer Anlehnung an Teleshoppingkanäle gemacht. Wer Fragen hat, kann sich unter [email protected] melden. Die Telefonnummer zum Shoppingglück lautet: 0152/257 391 04 und live zu sehen ist die Sendung hier. Wer in die letzte Sendung reinschauen möchte, kann das hier:

 

"Rettet die Reisebüros!"

Schon zum wiederholten Mal wollen heute zwischen 10 und 12 Uhr Potsdamer Reisebüroinhaber und -mitarbeiter vor dem Landtag demonstrieren. Unter dem Motto „Rettet die Reisebüros“ hat der Unternehmerverband Brandenburg-Berlin (UVBB) zu der Demonstration auferufen. Sie soll auf die schwierige Lage der Reisebüros wegen der Coronakrise aufmerksam machen. 2,9 Millionen Arbeitsplätze sind in ganz Deutschland gefährdet, weil Reisebüros fest im Griff der Coronakrise sind, heißt es in einem offenen Brief der märkischen Reisebüros von Ende April. Geht es nach der Branche, sind Rettungspakete vonnöten. 

Thomas Arnold lauschen

Auf Potsdams Künstler ist in Coronazeiten Verlass - sie tun uns Gutes seit Beginn der Pandemie. Worte sind heilsam und das weiß auch das Kunsthaus sans titre, dass diverse Lesungen auf seiner Internetseite zum Zuhören (und Zuschauen) anbietet. Neueste Veröffentlichung ist eine Lesung mit Texten und Geschichten von Oscar Wilde und Kurt Tucholsky, vorgetragen von Schauspieler Thomas Arnold. Vielen ist der gelernte Konditor zum Beispiel aus "Das Leben der Anderen" bekannt. Arnold ist in Freiberg geboren und hat an der Rostocker Schauspielschule "Ernst Busch" gelernt. Seinen Lebensmittelpunkt hat er inzwischen in Potsdam. 

Die Turmfalken sind zurück

Gute Nachrichten nicht nur für den Potsdamer Ornithologen Wolfgang Püschel: Nach dem drei Jahre währenden Umbau der Jutespinnerei in Babelsberg gibt es neue Bewohner. Turmfalken sind dort wieder eingezogen, nachdem sie während der Bauarbeiten ihr altes Nest im westlichen Treppenturm gemieden hatten. Das hat die Stadt auf ihrer Homepage gemeldet. Bis 2017 waren die Turmfalken jedes Jahr erneut zu Gast, um ihre Küken in dem Turm aufzuziehen, dann kam der Baulärm wegen des Umbaus der Spinnerei zu Wohnungen - und der war den Falken zu laut. Ein Ersatzquartier in einem nahen Baum wurde nicht angenommen, dann kaperten auch noch Ringeltauben das ehemalige Nest. 

Ornithologe Püschel versuchte ab Januar 2019 alle Vögel glücklich zu machen und stellte den Nistplatz gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt und des Projektentwicklers wieder her: Die Tauben bekamen samt ihrem alten Mobiliar (dem alten Nistmaterial) einen neuen Platz an der Turmsüdseite, den Falken machte es Püschel mit Sand, Kalk- und Muschelsplit als Nistmulde bequem. Dennoch blieben die Falken im vergangenen Jahr ihrem neuen Heim fern - ein glückliches Ende hat die Geschichte dann aber in diesem Jahr gefunden. Der Einzug ist frisch renovierte Heim ist vollzogen. Übrigens: In Potsdam gibt es etwa zehn bis 15 Turmfalkenbrutpaare. 

Zum Schluss das Wetter

Die angenehme Frische, die uns derzeit umgibt, hält auch heute noch ein wenig an. 13 Grad erwarten uns, zwischen einigen Wolken haben wir gute Chancen, die Sonne zu sehen. Spoiler: Die Temperaturen klettern im Laufe der Woche wieder.

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