• Mehrere Kundgebungen angekündigt: Wieder Corona-Demos – und Gegenprotest in Potsdam

Mehrere Kundgebungen angekündigt : Wieder Corona-Demos – und Gegenprotest in Potsdam

Hunderte Gegner der Corona-Regeln wollen am Montag durch die Innenstadt ziehen. Das parteiübergreifende Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ hat eine Gegenaktion geplant.

Linke Gegendemonstranten stellten sich in der Vorwoche dem nicht genehmigten "Lichterspaziergang" in der Gutenbergstraße entgegen.
Linke Gegendemonstranten stellten sich in der Vorwoche dem nicht genehmigten "Lichterspaziergang" in der Gutenbergstraße entgegen.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Das Demo-Szenario ist heute wie an vergangenen Montagen: Einige Hundert Gegner der Corona-Regeln wollen durch die Innenstadt ziehen – und einmal mehr regt sich dagegen Protest.

So plant das parteiübergreifende Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ ab 18 Uhr ein Kundgebung auf dem Steubenplatz – die vor den Protesten weitgehend bedeutungslose montägliche Mahnwache für Frieden vis á vis am Filmmuseum hatten Corona-Verharmloser zuletzt immer wieder als Zielpunkt ihrer nicht angemeldeten Demonstrationen genutzt. Diese sogenannten Spaziergänge hatten zuletzt stets in den Abendstunden nahe des Brandenburger Tors begonnen – ohne dass eine Anmeldung bei der Polizei vorgelegen hätte. 

Mehr als 120 Personen drohen Bußgelder

Vergangenen Montag hatte die Sicherheitsbehörde den Aufzug schon im Vorfeld verboten und hatte dann einen Teil der rund 200 Teilnehmer eingekesselt, unter anderem mit Hilfe einer Reiterstaffel. Auch gegen die Mahnwache war man unter anderem wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht bei Demos vorgegangen – mehr als 120 Personen müssen nun mit Bußgeldern in bis zu dreistelliger Höhe rechnen. Das entschiedene Vorgehen der Polizei hatte auch in der Landespolitik für viel Zustimmung gesorgt – auch als Zeichen, wie es anderswo bei solchen Spaziergängen besser laufen könnte.

Die Frage ist nun, ob das auf die Szene abschreckend wirkt. Die linke Szene jedenfalls organisiert mit ihrem Bündnis „Solidarisches Potsdam“ zwei Kundgebungen ab 18 Uhr, unter anderem an der Ecke Dortu-/ Brandenburger Straße sowie einmal mehr am Nauener Tor. Es müsse in Potsdam „ungemütlich für Verschwörungsgläubige und Egoist:innen“ bleiben, hieß es in dem Aufruf. Einmal mehr solle man sich in Kleingruppen organisieren und zum Infektionsschutz Masken tragen, hieß es weiter.

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Ferner wird auch ein erneuter Protestzug gegen eine bundesweit diskutierte Impfpflicht erwartet, bei dem die Organisatoren wie berichtet auf eine Einhaltung von zum Beispiel der Maskenpflicht drängen. Dieser beginnt ebenso 18 Uhr auf dem Bassinplatz.

SPD-Aktion am Brandenburger Tor

Auch als Gegenaktion gegen impfkritische Aufzüge veranstaltete die Potsdamer SPD am Samstag derweil  am Brandenburger Tor eine Lichteraktion unter dem Motto „Wir halten zusammen – für wen schützt Du Dich?“. Dabei zündeten dutzende Teilnehmer symbolisch Kerzen an für jene, „die sie durch ihre Impfung, das Tragen der Maske und das Beschränken der physischen Kontakte schützen wollen“, wie es in der Einladung hieß. 

Der Potsdamer SPD-Chef Andreas Schlüter erklärte, das sei als Zeichen an jene stille Mehrheit gemeint, die sich seit vielen Monaten einschränke – zum Beispiel auch für die erschöpften Krankenhaus-Mitarbeiter oder dafür, dass die Schulen weiter offenbleiben können. 

Die Potsdamer SPD zündete am Brandenburger Tor Kerzen an. 
Die Potsdamer SPD zündete am Brandenburger Tor Kerzen an. Foto: Andreas Klaer

Inzidenz auf Rekordhoch

Die Sieben-Tage-Inzidenz für Potsdam verharrt am Montag auf dem Rekordhoch von 874,7, das am Sonntag nach der Meldung von 242 Infektionen erreicht wurde. Insgesamt kamen am Wochenende 595 Ansteckungen hinzu. Am Montag wurden keine neuen Daten veröffentlicht. Potsdam weist nach dem Kreis Havelland (887,1) die zweithöchste Inzidenz im Land auf. 

In Potsdams Kliniken hat sich die Lage im Vergleich zum vergangenen Freitag kaum verändert. Nach Angaben der Stadt werden derzeit 22 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung in den Krankenhäusern behandelt, davon sieben auf den Intensivstationen. Vor dem Wochenende wurden neun von 23 Corona-Patienten intensivmedizinisch betreut. (mit cmü) 

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