• Mehr Menschen ohne Job: Coronakrise erreicht Potsdamer Arbeitsmarkt

Mehr Menschen ohne Job : Coronakrise erreicht Potsdamer Arbeitsmarkt

Nach Angaben der Arbeitsagentur stieg die Arbeitslosenquote auf 6 Prozent. Auch in Brandenburg sind mehr Menschen ohne Job. Die Zahlen bestätigen die Befürchtungen der Industrie.

Die Arbeitslosigkeit in Potsdam und im gesamten Land Brandenburg ist stark gestiegen.
Die Arbeitslosigkeit in Potsdam und im gesamten Land Brandenburg ist stark gestiegen.Foto: Andreas Klaer

Potsdam - Die Coronakrise erreicht auch den Potsdamer Arbeitsmarkt. Laut den am Donnerstag veröffentlichten Statistiken der Arbeitsagentur sind aktuell 5681 Potsdamer ohne Job, das sind 782 mehr als im Vormonat März und 705 mehr als im April des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg von 5,1 auf 6 Prozent. Zugleich sank der Bestand an offenen Arbeitsstellen von knapp 1959 auf 1820. 

"Derzeit profitieren hier noch von einer guten Wirtschaftskraft der letzten Jahre bei uns in der Region", erklärte Agenturchefin Ramona Schröder. Vor allem der Dienstleistungssektor, hauswirtschaftliche und darstellende Berufe sowie die Lebensmittelherstellung und -verarbeitung seien jetzt betroffen, speziell damit auch Frauen und junge Menschen. Mit Sorge blicke sie auch auf Themen wie die betriebliche Ausbildung. 

Nicht alle aktuellen Daten verfügbar

Alle aktuellen Daten sind laut Agentur noch nicht verfügbar: So wird die Zahl der Hartz IV-Bezieher stets erst mit drei Monaten Verspätung in der Statistik bekannt. Schröder sagte auch, frühestens in den Sommermonaten wird die Zahl der tatsächlich kurzarbeitenden Beschäftigten in Potsdam zur Verfügung stehen. 

1622 Betriebe hätten in den Monaten März und April Kurzarbeit angezeigt – im März und April 2019 gab es keine einzige Anzeige. "Ob die Betriebe wirklich alle Kurzarbeit in Anspruch nehmen werden, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen", hieß es.

Arbeitslosigkeit in Brandenburg steigt stark an

In Brandenburg liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 83.140 - ein Anstieg um zehn Prozent im Vergleich zum März und um 8,4 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat. Den aktuellen Daten zufolge haben im März und im April bislang 21.584 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Im Vorjahreszeitraum waren es in dem Bundesland 37 Unternehmen mit 755 Personen, wie es hieß.

„Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen durch die Coronakrise bestätigt unsere Befürchtungen: Im Tourismusland Brandenburg ist der April eigentlich der Monat, in dem nach den kräftezehrenden Wintermonaten in Gastgewerbe, Bau und Einzelhandel wieder Personal für die Hauptsaison eingestellt wird. Nun erleben wir zum ersten Mal seit dem Jahr 1991 im Monat April wieder einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen - sogar um dramatische zehn Prozent zum Vormonat", sagte der Präsident der IHK Potsdam, Peter Heydenbluth. Er appellierte an die Unternehmen, Kurzarbeit stets einer Kündigung vorzuziehen, um beim Wiederanlaufen der Wirtschaft sofort handlungsfähig zu sein. (mit dpa)

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